Marc Turner im Interview über „Schattenreiter“ und die beiden Fortsetzungen

Marc Turner feierte mit „Schattenreiter“ diesen Sommer sein Debüt auf dem deutschen Markt. Im Interview verrät der im englischen Durham lebende Fantasy-Autor aber nicht nur mehr über seinen ersten Roman, sondern geht auch auf die Fortsetzungen in „The Chronicles of the Exile“ ein. Im Original ist gerade Band 3, „Red Tide“, erschienen.

Der britische Fantasy-Autor Marc Turner. Foto: Alan Clarke

Der britische Fantasy-Autor Marc Turner.             Foto: Alan Clarke

Marc Turner, Ihr Debüt “Schattenreiter” spielt in einer Welt, in der ein Kaiserreich, das den Großteil des Landes des Exils beherrscht, von verschiedenen Feinden bedrängt wird. Wie reagiert der Kaiser auf diese Bedrohungen?

Marc Turner: Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, ohne Teile der Handlung zu verraten. Was ich aber sagen kann, ist, dass das Reich Erin Elal durch einen militaristischen Staat im Norden bedrängt wird, Piraten im Osten und Westen es bedrohen, ebenso wie aufständische Stämme im Inneren des Reiches. Der Kaiser reagiert darauf, indem er den Widerstand im Reich brechen will und die Hilfe von Nachbarstaaten sucht. Und er ist niemand, der eine Ablehnung akzeptiert. Das muss auch der Bewahrer Luker erkennen.

Luker und seine Begleiter sollen das Buch der Verlorenen Seelen, mit dem sich Tote wiederbeleben lassen, für den Kaiser beschaffen. Doch sie sind nicht die einzigen, die hinter dem Buch her sind. Wer mischt noch mit?

Turner: Es wäre fast einfacher, aufzulisten, wer nicht alles auf der Suche nach dem Buch ist. Da die Magie des Buches selbst aus großer Entfernung noch zu spüren ist, treffen in der Umgebung des Buches eine ganze Reihe finsterer Kreaturen aufeinander, die alle versuchen, die Macht des Buches für sich zu nutzen. In „Schattenreiter“ folgen die Leser vier Menschen, die nach dem Buch suchen. Jeder von ihnen verfolgt dabei eigene Motive. Im Blog von Barnes & Noble wurde dies als „vier epische Quests in einem Buch“ beschrieben. Die vier sind der bereits erwähnte Luker, der auch mit der Kraft seiner Gedanken kämpft, die Spinnen-Priesterin Romany, Prinz Ebon, der von Stimmen in seinem Kopf geplagt wird sowie Parolla, die sich auf einem Rachefeldzug gegen Shroud befindet und deren Lebensgeschichte erst schrittweise enthüllt wird.

Shroud, der Gott des Todes, spielt eine wichtige Rolle im Buch, doch im Zentrum eines Netzes aus Intrigen sitzt die Spinne. Was ist ihre Rolle in der Götterwelt?

Turner: Die Idee, die Spinne mit Loki zu vergleichen, ist verführerisch – die Trickreiche, die mal ihre Späße treibt, mal boshaft ist, mal gütig, mal skrupellos. Doch in Wahrheit haben alle Unsterblichen in meinen Büchern diese verschiedenen Seiten. Es gibt in meinem Pantheon auch nicht so klare Strukturen, wie in der griechischen oder nordischen Götterwelt. Einige der Gottheiten sind gütiger als andere, doch am Ende geht es ihnen nur um sich selbst und Sterbliche sind für sie lediglich Figuren in ihren Machtspielen.

Die Spinne und andere Protagoinisten warden in Buch 2 und 3 der „Chronicles of the Exile” erneut auftauchen. Wird es von ihnen auch eine deutsche Fassung geben?

Turner: Ja, Heyne hat die Rechte für alle drei Bücher erworben.

Was können Sie uns zum weiteren Verlauf der Handlung verraten?

Turner: Um nicht die Überraschung zu verderben, nur so viel: In Buch 2 spielen unter anderem Chamäleon-Priester eine Rolle und ist die Jagd von Seedrachen ein Sport. Die Handlung ist dabei in einer Stadt angesiedelt, die langsam im Meer versinkt. In Buch 3 geht es um eine ganze Piraten-Nation sowie einen Mann, der in der Lage ist, seine Träume in einer erwachenden Welt zu verwirklichen. Und auch ein Drachen-Friedhof spielt eine wichtige Rolle.

Steven Erikson ist eines ihrer Vorbilder. Wie hat sein Werk Ihre Bücher beeinflusst?

Turner: An Steven Erikson bewundere ich seine Figurenzeichnung, seine Fähigkeit, Welten zu entwerfen sowie die Größe und Komplexität seiner Handlungen. Es ist grandios, wie es ihm gelingt, verschiedene Handlungsstränge am Ende zu einem großen Finale zusammen zu führen. Er hat mein erstes Buch sicher stark beeinflusst, doch würde ich sagen, dass der Einfluss in den Folgebänden deutlich geringer zu merken ist. Generell möchte ich aber seine Bücher nicht mit meinen vergleichen. Das würde nur, meist überzogene, Erwartungen bei den Lesern wecken.

Werden Sie nach Abschluss der Chroniken im Land des Exils bleiben oder eine neue Fantasy-Welt erschaffen?

Turner: Das wird davon abhängen, welche Ideen ich für die nächste Reihe haben werde. Doch selbst wenn ich im Land des Exils bleibe, werde ich die Handlung in einem anderen Teil der Welt ansiedeln. Wenn jemand zu einem meiner Bücher greift, möchte ich, dass er sich darauf freut, neue Orte kennenzulernen. Deswegen spielen bereits die „Chronicles of the Exile“ an völlig unterschiedlichen Orten.

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