Jeff Salyards: Tanz der Klingen – eine Rezension

Jeff Salyards: Tanz der Klingen

Jeff Salyards: Tanz der Klingen

Die Geschichte von „Tanz der Klingen“ ist schnell erzählt, ist der Stoff doch wenig originell: Eine Söldnerkompanie ist auf einer Mission in Feindesland. Um was es geht, erfährt das jüngste Mitglied der Truppe aber nur scheibchenweise. Denn dem Chronisten Arki, angeheuert, um die Geschehnisse aufzuschreiben, trauen Captain Braylar Killcoin und seine Männer nicht. Er muss den Syldoonern seinen Wert zunächst beweisen.

Söldnergeschichte „Tanz der Klingen“

Jeff Salyards begibt sich mit „Tanz der Klingen“ (Scourge of the Betrayer) in die Klischeefalle und – so viel sei vorab verraten – findet nur selten heraus. Das fängt beim Namen des Kommandanten der Söldner an. „Killcoin“ tötet als Söldner für Geld. Dass er dennoch manche Loyalitäten kennt, soll aber nicht verschwiegen werden. Der Umgangston in der Truppe ist militärisch rau, natürlich stehen die Männer jedoch bei allen Streitereien im entscheidenden Augenblick zusammen. Mit Arki gibt es einen Chronisten, was auch nicht neu ist. Eine solche Figur bringt den Blick von außen mit, lernt mit den Lesern die Söldner kennen.

Richtig nahe kommt er aber nicht einem von ihnen. Lediglich zu Lloi baut er eine engere Beziehung auf, doch sie ist selbst Außenseiterin und wird von der Truppe nur geduldet. Die Distanz, die Arki zu den anderen hat, führt dazu, dass diese blass bleiben und man auch als Leser nicht in der Lage ist, sich in sie hineinzuversetzen oder gar mit ihnen zu identifizieren. Die Mehrzahl wirkt unsympathisch, auch Braylar, über den man zwar immer mehr erfährt, der jedoch durch seine Handlungen jeden Anflug von Sympathie rasch vertreibt. Doch auch der Chronist Arki, der als Ich-Erzähler durch die Handlung von „Tanz der Klingen“ führt, ist nicht die Identifikationsfigur, die es gebraucht hätte. So arglos und naiv wie er an seine Aufgabe herangeht, wirkt er nicht menschlich, wie es wohl beabsichtigt ist, sondern schlicht langweilig und unglaubwürdig.

Jeff Salyards setzt die Geschichte fort

Eine spannende und überraschende Handlung hätte „Tanz der Klingen“ noch retten können. Doch leider erweist sie sich als eher zäh. Der Intrige, die zum Auftrag der syldoonischen Söldner gehört, fehlt es an Finesse, die Rahmengeschichte mit den Vorgängen im syldoonischen Reich zu vage. Die Kampfbeschreibungen sind zum Teil durchaus gelungen, und die Verluste der Söldner zeigen, dass sie auch nicht über übermenschliche Kräfte verfügen (von der Magie Braylars abgesehen). An große Vorbilder wie „Die Schwarze Schar“ von Glen Cook kommt „Tanz der Klingen“ aber bei weitem nicht heran.

Die Geschichte der Söldner ist noch nicht vollständig vom Chronisten festgehalten. Im Dezember geht die Reihe von Jeff Salyards weiter. „Die Klinge des Königs“ lautet der deutsche Titel von Band 2. In der Fortsetzung müssen die Söldner in ihre Heimat und dem neuen Kaiser die Treue schwören. Da sie zu seinem Vorgänger hielten, keine leichte Aufgabe.

„Tanz der Klingen“ von Jeff Salyards ist bei Heyne erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 432 Seiten und kostet 14,99 Euro, das E-Book 11,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Jürgen Langowski.

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3 Gedanken zu „Jeff Salyards: Tanz der Klingen – eine Rezension

    • Die Leseprobe las sich noch ganz gut, daher hatte ich das Rezensionsexemplar angefordert, aber leider haben sich die Erwartungen nicht erfüllt.

  1. Pingback: Tom Lloyd: Söldnerfluch – eine Rezension | Der Fantasy Weblog

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