Age of Iron – Der Feldzug von Angus Watson

Angus Watson: Age of Iron - Der Feldzug

Angus Watson: Age of Iron – Der Feldzug

Einen Despoten zu beseitigen, löst nicht auf einen Schlag alle Problem – auch nicht im „Age of Iron“. Diese Erfahrung machen Lowa als neue Königin in Maidun, Spring und Dug in „Der Feldzug“, dem zweiten Band der Trilogie von Angus Watson. Maidun sieht sich einem Krieg mit Dumnonia gegenüber und ist dem Nachbarn zahlenmäßig unterlegen. Und dann droht ja noch immer die Invasion der Römer, für die Lowa eigentlich ihre Armee trainiert. Um Zeit zu gewinnen, schickt die britische Königin drei ihrer besten Krieger nach Gallien, damit die Gallier die Römer aufhalten. Außerdem entsendet sie Spione nach Rom, doch zeigen sich diese Cäsar nicht gewachsen.

Der Feldzug im „Age of Iron“

Band 1 von „Age of Iron“ lebte vor allem vom Humor. Dug als etwas tolpatschiger Krieger, der das Herz am rechten Fleck hat und die unbekümmerte Spring lockerten die blutige Geschichte des Kampfes gegen Zadar auf. „Age of Iron – Der Feldzug“ fehlt dieser Humor manchmal, denn Dug spielt eine kleinere Rolle und Spring ist zu sehr mit der Erforschung ihrer magischen Kräfte beschäftigt, um lustige Akzente zu setzen. Skurrile Figuren wie Chamanca, aus deren Sicht viele Kapitel in Gallien erzählt werden, oder die gigantische Königin der Murkaner, Pomax, sorgen zwar für komische Momente, dürften manche Leser durch ihre Grausamkeit jedoch abschrecken.

Die Handlung von „Age of Iron – Der Feldzug“ orientiert sich an den Schilderungen des Mannes, für den Angus Watson vor allem Verachtung übrig zu haben scheint: Cäsar. Sein „Gallischer Krieg“ ist die Blaupause für den Ablauf der Kämpfe in Gallien. Watson wertet das Werk vor allem als Propaganda (mehr dazu ist in einem aktuellen Fachbuch nachzulesen), reichert die Geschehnisse jedoch um phantastische Elemente an, wie die schreckliche Legion des Druiden Felix. Deren Einsatz wertet die militärischen Fähigkeiten der Römer ziemlich ab, die auch sonst nicht gut wegkommen. Im Gegensatz zu den Galliern und Briten verfügen sie nicht über heldenhafte Kämpfer, sondern werden überwiegend als grausam dargestellt. Die Geschehnisse in Cäsars Legionen werden aus der Sicht von Ragnall geschildert, der bereits in Band 1 nicht gut wegkam, weshalb seine Faszination für die römische Zivilisation sich beim Leser eher ins Gegenteil verkehrt.

Angus Watson schreibt weiter

Das heißt jedoch nicht, dass die Briten und Gallier alle gut wegkommen. Auch auf ihrer Seite gibt es Bösewichte und arrogante sowie grausame Anführer. Eine Ausnahme bilden die prominenten Krieger eines Stammes der Armoriker – eine Hommage an die berühmtesten Gallier der Literatur. Am Ende von „Der Feldzug“ hat Cäsars Feldzug noch immer nicht Britannien erreicht. Das verwundert nicht, handelt es sich bei „Age of Iron“ doch um eine Trilogie. In Band 3 entbrennt der Kampf um „Die Herrschaft“. Ab November gibt es die deutsche Ausgabe zu kaufen. Diese besticht hoffentlich erneut durch hohes Faktenwissen über die Antike und Einfallsreichtum für die britannische Seite. Ein wenig mehr Humor und weniger Brutalität würden der Geschichte aber guttun.

„Age of Iron – Der Feldzug“ von Angus Watson ist bei Piper erschienen. Das Taschenbuch geht über 576 Seiten und kostet 14,99 Euro, das E-Book 12,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Marcel Aubron-Bülles.

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2 Gedanken zu „Age of Iron – Der Feldzug von Angus Watson

  1. Meine Meinung! Dem zweiten Teil hat eindeutig etwas der Humor gefehlt. Okay, schon die zweite Hälfte von „Der Krieger“ wurde zunehmend ernster, aber hier hat Watson das ja noch weiter zurück gefahren. Leider. Ich baue ja immer noch ein bisschen auf Band 3.

  2. Pingback: Rezension: Age of Iron 3 – Die Herrschaft von Angus Watson | Der Fantasy Weblog

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