Harry Connolly: Die Pforte der Schatten – eine Rezension

Harry Connolly: Die Pforte der Schatten

Harry Connolly: Die Pforte der Schatten

Harry Connolly gehört zu den Self-Publishern, die ihre Werke dank des Erfolgs an ausländische Verlage weiterverkaufen können. Mit „Die Pforte der Schatten“, dem Auftakt von „Der strahlende Weg“, gelang ihm der Sprung auf den deutschsprachigen Markt. Doch zur Handlung: Das Reich von Peredain hat sich dank eines technologischen und magischen Vorsprungs weit ausbreiten können. Sein Wissen verdankt es dem Abendvolk, elfenähnlichen Wesen, die ihr Können als Gegenleistung für Emotionen der Menschen geben, wenn sie über ein magisches Tor Peredain besuchen. Doch dieses Mal kommen schon bald Grunzer genannte Monster durch das Tor und überfallen die Menschen. Nur wenigen gelingt die Flucht, darunter Prinz Lar und sein Gefolge. Sie machen sich auf die Suche nach einer Waffe, mit der die Eindringlinge besiegt werden können.

Harry Connolly überrascht

„Die Pforte der Schatten“ enthält viele Erzählelemente klassischer Fantasy: magische Völker wie das Abendvolk, eine kleine Gemeinschaft, die aufbricht, um die Welt zu retten, sowie eine klare Einteilung in Gut und Böse. Doch Harry Connolly bereitet es große Freude, mit diesen Elementen und der damit verbundenen Erwartungshaltung zu spielen. Leser müssen sich dadurch auf einige Überraschungen gefasst machen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fantasy-Werken, die nicht nur von vielen Figuren geprägt sind, sondern auch häufig die Erzählperspektive verändern, beschränkt sich Harry Connolly auf zwei Protagonisten. Tyr Tejohn Treygar ist der männliche Part, ein erfahrener Krieger, der aus einfachen Verhältnissen stammt und geprägt ist von großem Pflichtbewusstsein. Den weiblichen Part verkörpert Cazia Freibrunn, aufgewachsen am Hofe als Geisel, aber dennoch befreundet mit Prinz Lar und angehende Gelehrte. Ihre magische Begabung erlaubt es Connolly, die Nutzung und Wirkung von Magie in „Die Pforte der Schatten“ zu beschreiben und zugleich auf den Preis einzugehen, den die Gelehrten zahlen müssen.

Zwei Hauptfiguren in „Die Pforte der Schatten“

Die Handlungsstränge der beiden Hauptfiguren überschneiden sich nur im ersten Drittel. Das hat zur Folge, dass der Perspektivwechsel leider nicht mehr so erfrischend ist, wie zu Beginn, wenn die Gegensätze der beiden Protagonisten zum Tragen kommen. Außerdem gehen die Handlungsstränge weit auseinander – während Tejohn mehr in die politischen Umwälzungen verwickelt wird, folgt Cazia der Spur der Magie. Das bringt sie mit immer neuen magischen Wesen in Kontakt, die die Geschichte überfrachten. Durch die beständige Gefahr, in die sich die beiden begeben und die geschickt gesetzten Cliffhanger hält Harry Connolly seine Leser bei der Stange.

Die Geschichte „Der strahlende Weg“ (The Great Way) ist mit „Die Pforte der Schatten“ noch nicht beendet. Mitte Januar 2017 kommt mit „Die Saat der Schatten“ der zweite Band bei Blanvalet heraus. Insgesamt ist die Handlung von Harry Connolly als Trilogie angelegt, sodass Band 3 in der Übersetzung frühestens im Sommer 2017 erhältlich sein dürfte.

„Die Pforte der Schatten“ von Harry Connolly ist bei Blanvalet erschienen. Die Paperback-Ausgabe geht über 608 Seiten und kostet 14,99 Euro, das E-Book 9,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michaela Link.

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