Age of Iron – Der Krieger von Angus Watson

Angus Watson: Age of Iron - Der Krieger

Angus Watson: Age of Iron – Der Krieger

Die Handlung von „Age of Iron – Der Krieger“ setzt im Jahre 61 vor Christus ein. Ganz Britannien ist noch frei von Römern, die noch unter Cäsar in Gallien beschäftigt sind. Ganz? Nein, der so ehrgeizige wie grausame König Zadar hält sich bereits einen römischen Druiden (Felix, der aber nur glücklich ist, wenn er andere quälen darf), und das Gerede von einer Invasion der Insel durch die Römer will nicht abreißen. Außerdem ist der römische Einfluss an der Einführung von Münzen und am technologischen Fortschritt zu erkennen. Und auch gegen den Aufstieg Zadars (ein für Leser der Albae-Reihe von Markus Heitz vorbelasteter Name) regt sich Widerstand. Ein einsamer Krieger stellt sich ihm in den Weg. Zwar wollte Dug sich eigentlich der Armee des Königs anschließen, doch der Zufall, eine Frau und ein Mädchen sorgen dafür, dass er seinen Kriegshammer gegen die Schergen des Königs einsetzt.

Der Krieger von Angus Watson

Zu den Sub-Genres der Fantasy gehört die historische Fantasy. In den vergangenen Jahren sind verschiedene Werke erschienen, die in einer antiken Welt angesiedelt sind. Mit „Age of Iron – Der Krieger“ von Angus Watson hat sich auch Piper einen Vertreter dieser Reihe ins Programm geholt. „Age of Iron“ spielt in Britannien, wie die Mehrzahl der jüngeren historischen Fantasy-Titel. Doch während in diesen zumeist römische Legionäre oder Centurionen sich einen Weg durch keltische Krieger schlagen, stehen beim britischen Autor Angus Watson Briten im Mittelpunkt. Zudem lässt Watson Magie zu, wodurch der Fantasy-Anteil höher liegt als bei so manchen Kollegen.

Dug, die Bogenschützin Lowa und der Fürstensohn Ragnall sind die drei Hauptpersonen von „Age of Iron – Der Krieger“. Einzelne Kapitel erzählt Angus Watson aus der Perspektive anderer Charaktere, doch bleiben diese Randfiguren und sind meist deutlich überzeichnet. Der Veteran Dug ist dank seiner Selbstironie der sympathischste Charakter, auch wenn seine Behauptung, er habe so viele Kämpfe überstanden, weil er wusste, wann er weglaufen musste, im Laufe der Handlung widerlegt wird. Lowa wird als Rächerin präsentiert, die fehlende Reue über ihre eigenen Taten macht sie nicht gerade zu einer Identifikationsfigur. Und der junge Ragnall fällt vor allem durch seine Impulsivität und seine mangelnde Reife auf. So lassen den Leser die Figuren zwar nicht kalt, doch fühlt man auch nicht mit ihnen. Dieses Problem hat das Buch von Angus Watson mit vielen Werken der düsteren Helden-Fantasy gemein, in denen Zynismus und Brutalität dominieren. Angus Watson setzt dem wenigstens ein junges Mädchen als Zeichen der Hoffnung entgegen.

Age of Iron geht weiter

Doch es ist der Humor, der „Age of Iron – Der Krieger“ rettet. Der lockere Erzählton, die Ironie und absurde Szenen sorgen für eine unterhaltsame Lektüre. Die Handlung ist nicht sonderlich originell, und viele Wendungen zeichnen sich früh ab, auch wenn der Autor versucht, seine Leser in die Irre zu führen. Für die Geschichte spricht hingegen, dass sie nicht ausufert und nicht künstlich aufgeblasen wirkt.

Allerdings geht die Geschichte aus der Eisenzeit noch weiter – Angus Watson hat sie als Trilogie angelegt. Band 2 von „Age of Iron“, „Der Feldzug“, erscheint am 1. Juni bei Piper. Band 3 ist im Original im Herbst 2015 erschienen, sodass die Übersetzung im kommenden Herbst auf den Markt kommen könnte. Update: Mittlerweile wird für „Die Herrschaft“ November als Termin angegeben.

„Age of Iron – Der Krieger“ von Angus Watson ist bei Piper erschienen. Die Taschenbuchausgabe geht über 576 Seiten und kostet 14,99 Euro, das E-Book 11,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Marcel Aubron-Bülles, dem Gründungsvorsitzenden der Deutschen Tolkien Gesellschaft.

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2 Gedanken zu „Age of Iron – Der Krieger von Angus Watson

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