Robert Corvus gewährt Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Robert Corvus ist das Pseudonym des Fantasy-Autors Bernd Robker. Der in Köln lebende Schriftsteller hat zuletzt bei Piper „Die Schattenherren“ veröffentlicht und bringt in diesem Jahr gemeinsam mit Bernhard Hennen die „Phileasson-Saga“ bei Heyne heraus, mit der er auch zu seinen Rollenspiel-Wurzeln, etwa beim „Schwarzen Auge“, zurückkehrt. Mehr zum 1972 geborenen Autor auf seinen Social-Media-Kanälen und seiner Homepage.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Ich beginne am liebsten direkt nach dem Aufstehen und schreibe dann bis zum Mittagessen. Bis etwa 16 Uhr mache ich gern Pause und schreibe dann noch einmal ein paar Stunden.

Robert Corvus Foto: Privat

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Bananensaft, manchmal auch Kirsch-Banane.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Auf meinem Bürostuhl. Ich habe einen elektrischen Schreibtisch, den ich hochfahren kann, sodass ich auch ab und zu im Stehen schreibe.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Im Internet. Man kann wunderbar von einem kurzen Artikel zum nächsten springen, dies und das nachschauen oder nach Reaktionen auf die eigenen Bücher suchen.

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Ich zähle nicht in Wörtern. Wenn ich im Schreibfluss bin, schreibe ich etwa zwanzig Seiten am Tag, das sind 30.000 Anschläge. Letztlich kommt es aber auf die Qualität an, nicht auf die Quantität. Ich bin auch sehr glücklich, wenn ich nur eine Szene schreibe, dafür aber ein paar Handlungsstränge umkonzipiere und der Geschichte dadurch eine bessere Wendung geben kann.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein. Man kann einen Ausdruck zwar schneller lesen, als das am Bildschirm möglich ist (obwohl viele Leute das nicht merken, haben Studien das belegt), aber mir fehlen die Möglichkeiten, die eine gute Schreibsoftware bietet.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Wenn ich mit einem anderen Autor gemeinsam arbeite, bekommt er meine Sachen zuerst. Ansonsten ist es meine Lektorin.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Sie stehen in einem Regal neben meinem Bett.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Man liest anders, aber nicht mit weniger Vergnügen. Ich suche immer die Drähte, die in der Kulisse verlaufen, und ein Teil meiner Aufmerksamkeit gilt der Frage, wie die Geschichte konzipiert ist, wie sie funktioniert und wo sie Schwächen hat. Aber wenn man etwas wirklich Gutes auseinandernimmt, wird es dadurch nicht schlechter, sondern immer nur noch besser. Wenn man eine Geschichte hat, die nicht funktioniert, kann man immer noch herausfinden, woran das liegt, und daraus etwas lernen. Generell bleibt das Lesen meine liebste Freizeitbeschäftigung.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Manchmal werden Empathen beschrieben, die in ihrem Gesprächspartner die Aggression dämpfen können. Das wäre eine sehr konstruktive Fähigkeit, vor allem, wenn man sich die aufgeregten Debatten auf Facebook anschaut. Wenn man dabei die Wut herausnehmen könnte und alle Beteiligten auf die Fakten schauen würden, hätten wir im Handumdrehen eine bessere Welt.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Das Internet ist der große Zeitfresser, aber auch die schnellste Informationsquelle. Ich bin fast permanent online, wenn ich zu Hause bin, habe mir aber vorgenommen, das zu reduzieren. Wenn ich am Ende des Tages überlege, was mich von dem, was ich im Internet erfahren habe, noch immer interessiert, bleibt erschreckend wenig übrig. Andererseits halte ich über Internet Kontakt zu meinen Fans – über meine Homepages, meine Facebookseiten und vor allem über meine YouTube-Kanäle.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Man braucht nicht viel, um Autor zu sein – eigentlich reicht ein Platz zum Schreiben. Von daher braucht man auch keine Haustiere. Ich überlege allerdings seit Jahren, ein paar Papageien bei mir einziehen zu lassen.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

 

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4 Gedanken zu „Robert Corvus gewährt Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

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