An Bord der Smaragdsturm – Riyria 4 von Michael J. Sullivan

Michael J. Sullivan: An Bord der Smaragdsturm - Riyria 4

Michael J. Sullivan: An Bord der Smaragdsturm – Riyria 4

Nach dem Sieg der Nationalisten in Rehagen scheint das Imperium am Boden. Doch wie so oft, schlägt das Imperium zurück. An Bord der Smaragdsturm verbirgt sich eine geheimnisvolle Fracht, die den Krieg entscheiden soll – so geht zumindest aus einer abgefangenen Botschaft hervor, die Riyria, also Hadrian und Royce, veranlasst, sich auf die Smaragdsturm zu begeben. Doch da Merrick Marius, der Erzfeind von Royce, die Hände im Spiel hat, steckt die Mission voller Überraschungen. Prinzessin Arista arbeitet derweil an ihren Fähigkeiten als Zauberin und daran, neue Verbündete für ihre Heimat Melengar zu gewinnen.

Riyria an Bord der Smaragdsturm

Die Riyria-Reihe von Michael J. Sullivan zeichnete sich anfangs vor allem dadurch aus, dass sich das gegensätzliche Pärchen Hadrian und Royce zwar einerseits gut verstand, sich andererseits aber immer wieder kabbelte. Doch mit fortschreitender Handlung verlor die Geschichte an Leichtigkeit. Je mehr Tiefe Sullivan seiner Geschichte zu geben versuchte, etwa indem er die Rahmenhandlung mit Mythen und Religiösem auflud, desto weniger unterhaltsam wurde sie. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass sich die beiden Protagonisten entzweit hatten. In „An Bord der Smaragdsturm“ arbeiten Hadrian und Royce zwar wieder zusammen, finden aber nicht zu ihrem alten Verhältnis zurück.

Sie bleiben dieses Mal auch von Arista getrennt, deren Handlungsfaden dieses Mal ganz eigenen Windungen folgt, die wohl auch dazu dienen, Ereignisse in Fortsetzungen vorzubereiten. Doch während sich Sullivan bemüht, Royce, Hadrian und Arista Raum zu geben und die Chance sich zu entwickeln, behandelt er andere Figuren in Riyria 4 lieblos und entledigt sich ihrer zum Teil ziemlich abrupt.

Bedenklich ist, wie sich in „An Bord der Smaragdsturm“ der Umgang mit Rassen gestaltet. Zu Anfang der Riyria-Reihe wurden Elben und Zwerge als verfolgte Minderheiten dargestellt. Mit Royce als Elben-Halbblut weckte Sullivan Verständnis für andere Rassen. Und dass das böse Imperium Elben verfolgt, zeigt auch eine klare Haltung. Die Goblins aber sind hassens- und verachtenswert dargestellt, gesichtslose Feinde, auch „die Vielen“ genannt, die Elben und Menschen bei lebendigem Leib verspeisen. Auch die Naturvölker, denen Hadrian und Royce begegnen, sind ziemlich stereotyp gehalten.

Michael J. Sullivan schrieb weiter

Gelungen sind hingegen die Passagen auf See, die genügend Flair von Piratengeschichten in die Geschichte bringen und nicht zu viele Fachausdrücke enthalten, die für Landratten einer Erläuterung bedürfen. Bleibt zu hoffen, dass Sullivan die Riyria-Reihe wieder dahin bringt, wo sie ihre Stärken hat: im Tempo, im Witz und in Überraschungsmomenten.

Denn die Geschichte um Riyria, Arista und ihren Widersachern ist mit „An Bord der Smaragdsturm“ noch nicht vorbei. Zwei Bände folgen noch, „Wintertide“ (Winterzeit) und „Percepliquis“. Bleibt es beim bisherigen Veröffentlichungsrhythmus, kommt die nächste deutsche Fassung im Frühjahr 2016 heraus. Update: „Das Fest von Aquesta“ soll im Februar 2016 herauskommen.

„An Bord der Smaragdsturm – Riyria 4“ von Michael J. Sullivan ist bei Klett-Cotta erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe der Hobbitpresse geht über 441 Seiten und kostet 16,95 Euro, das E-Book 13,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Wolfram Ströle.

Advertisements

Ein Gedanke zu „An Bord der Smaragdsturm – Riyria 4 von Michael J. Sullivan

  1. Pingback: Das Fest von Aquesta – Riyria 5 von Michael J. Sullivan | Der Fantasy Weblog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s