Königsjäger von Joe Abercrombie – eine Rezension

Joe Abercrombie: Königsjäger

Joe Abercrombie: Königsjäger

Mit der Bruchsee-Trilogie hat Joe Abercrombie erstmals eine Fantasy-Reihe für Jugendliche vorgestellt. „Königsjäger“ ist der Titel von Band 2, der aber, wie schon Band 1, nicht nur für Jugendliche interessant sein dürfte. Auch wenn „Königsjäger“ (Half the World) an die Ereignisse von „Königsschwur“ anknüpft, steht das Buch doch für sich. Eine Lektüre von Band 1 ist zwar zu empfehlen, aber keine zwingende Voraussetzung, um in die Geschichte einzusteigen.

Dorn in „Königsjäger“

Die Protagonistin ist Dorn Bathu, eine junge Frau, die sich nicht in eine von der Gesellschaft vorgegebene Rolle drängen lassen möchte. Sie möchte als Kriegerin für Gettland kämpfen und nicht den Haushalt für einen Mann führen. Doch auch wenn sich Gettland rund um die Bruchsee viele Feinde gemacht hat, bleibt das Kämpfen Männern vorbehalten. Das ändert sich erst, als Vater Yarvi, der Gelehrte von Gettland, eine Mannschaft für eine diplomatische Mission zusammentrommelt. Ihr Ziel: Verbündete im Konflikt mit dem Hochkönig zu finden, der seinen Einfluss rund um die Bruchsee schwinden sieht.

Joe Abercrombie hat erneut einen personalen Erzähler gewählt. Die Ereignisse in „Königsjäger“ werden abwechselnd aus der Sicht von Dorn und Brand geschildert, einem jungen Mann, der Gutes bewirken möchte und sich dabei immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Das Jugendbuch hat so zwei jugendliche Helden, einen von jedem Geschlecht, die sich als Identifikationsfigur anbieten und die ihren Weg durchs Leben suchen.

Joe Abercrombies Bruchsee-Trilogie

Leser von Band 1 der Bruchsee-Trilogie treffen zudem verschiedene Figuren wieder, allen voran Yarvi, dessen Gedanken- und Gefühlswelt nun aber verschlossen bleibt. Nur durch die Augen von Dorn und Brand erlebt man seine Taten mit. Die Handlung von „Königsjäger“ ist für erwachsene Leser nicht sonderlich komplex. Doch auch wenn man manche Wendung vorausahnt, mindert dies nicht das Lesevergnügen. Denn wie immer bei Abercrombie wechseln sich spannende und amüsante Passagen ab, beschönigt er nichts, hat aber passend zur Altersgruppe die Häufigkeit der verwendeten Schimpfwörter deutlich reduziert.

Im Original ist gerade der dritte Band der Bruchsee-Trilogie erschienen. Er trägt den Titel „Half a War“. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass der deutsche Einworttitel dagegen mit „Königs“ beginnen wird. Wahrscheinlich folgt darauf Krieg, sodass mit einem „Königskrieg“ zu rechnen ist – allerdings nicht vor dem Frühjahr 2016. Als neue Hauptfigur wird übrigens eine Prinzessin eingeführt. Dass sie nicht gerade behütet aufgewachsen ist, dürfte sich bei einem Buch von Joe Abercrombie von selbst verstehen.

„Königsjäger“ von Joe Abercrombie ist bei Heyne erschienen. Die broschierte Taschenbuchausgabe geht über 480 Seiten und kostet 14,99 Euro, das E-Book 11,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Kirsten Borchardt.

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2 Gedanken zu „Königsjäger von Joe Abercrombie – eine Rezension

  1. Pingback: Joe Abercrombie im Interview über Realismus in der Fantasy, die Bruchsee-Trilogie und neue Klingen-Romane | Der Fantasy Weblog

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