Der Tänzer der Klingen von David Dalglish – eine Rezenion

Der Taenzer der Klingen von David Dalglish

Der Taenzer der Klingen von David Dalglish

In Veldaren geht der Krieg zwischen Diebesgilden und Trifect weiter. Auch wenn beide Seiten nach zehn Jahren kriegsmüde sind, ist der Frieden in weiter Ferne. Doch es kommt Bewegung in den Konflikt, als der Wächter die Gilden wirtschaftlich trifft und das erbeutete Geld an die Armen verteilt. Und bei den Trifect muss Alyssa Gemcroft erkennen, dass sie nicht so fest im Sattel sitzt, wie sie geglaubt hat. Als die Kämpfe heftiger werden, leidet vor allem die Bevölkerung, und der Wächter muss versuchen, sie zu schützen.

Der Tänzer der Klingen ist der Wächter

Mit „Der Tänzer der Klingen“ setzt David Dalglish seine Schattentanz-Reihe fort, die mit „Der Tänzer der Schatten“ begonnen hatte. Die Handlung setzt fünf Jahre nach dem Blutigen Kensgold ein. War es im ersten Teil noch darum gegangen, wie Thren Felhorn die Diebesgilden vereint, um die Trifect zu besiegen und dafür seinen Sohn Aaron zum perfekten Mörder ausbilden lässt, tritt Thren völlig in den Hintergrund. Das hat den Vorteil, dass nun nicht mehr so offensichtlich wird, wie plan- und perspektivlos dieser angeblich so gerissene Verbrecher vorgeht. In „Der Tänzer der Klingen“ konzentriert sich Dalglish auf Haern, wie sich Aaron inzwischen nennt, der als Wächter die Stadt von Dieben säubern will. Dass er damit zu genau dem Mörder wird, den sein Vater im Sinn hatte, realisiert der Wächter nach gut der Hälfte des Buches – bis dahin hat er jedoch bereits so einige Sympathien bei den Lesern verspielt.

Der Tänzer der Schatten von David Dalglish

Der Tänzer der Schatten von David Dalglish

Dass die Figuren so wenig Empathie wecken, war bereits im ersten Band ein Problem. Mit Alyssa Gemcroft litt man noch am ehesten mit, da sie keine ausgebildete Kämpferin ist. In „Der Tänzer der Klingen“ verliert sie jedoch jedes Maß und lässt Blutbäder anrichten. Gewaltorgien nicht abgeneigt sind auch zwei Figuren, die neu in Veldaren auftauchen: der Magier Totenmaske und der Söldner Geist. Sie erinnern an schlechte Kopien von Bösewichtern aus Superhelden-Comics. Dalglish benötigt sie vor allem für die Kampfszenen und als Gegner, die gegen den Wächter eine Chance haben sollen. Doch so richtig hinter die Maske der Antagonisten schauen (Geist hat seinen Namen von seinem weißgeschminkten Gesicht) können die Leser nicht. Und was die Beziehungen zwischen den Figuren angeht, so werden nur wenige näher beschrieben. Zumeist bleiben sie, wie die zwischen Aaron/Haern und der Priestertochter, in den Anfängen stecken oder aber sie enden abrupt wie die zwischen Zusa und Veliana, wenn es die Handlung erfordert.

Actionlastiger Schattentanz von David Dalglish

So bleibt am Ende ein einfach gestricktes Action-Gewitter, das aus den dazugehörigen Elementen wie Einbrüchen, Mordanschlägen und vor allem Kampfszenen seine Spannung bezieht. Dafür bringt „Der Tänzer der Klingen“ weder einen raffinierten Plot, noch ein originelles Setting, noch glaubhafte Figuren mit. Zwar nennt David Dalglish als ein Vorbild „Der Weg in die Schatten“ von Brent Weeks, doch reichen seine Bücher an dieses Werk bei weitem nicht heran. Wo Weeks es versteht, seine Leser mit den Figuren mitleiden zu lassen, versagt Dalglish. Und eine übergeordnete Geschichte sucht man vergebens, sieht man vom Konflikt zwischen Dieben und Trifect ab.

„Der Tänzer der Klingen“ von David Dalglish ist bei Blanvalet erschienen. Die Paperback-Ausgabe geht über 480 Seiten und kostet 13,99 Euro, das E-Book 10,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Wolfgang Thon.

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