Der verlorene Thron von Brian Staveley – eine Rezension

Brian Staveley: Der verlorene Thron

Brian Staveley: Der verlorene Thron

„Der verlorene Thron“ von Brian Staveley handelt von drei Geschwistern, die sich nicht nur einer Intrige gegenübersehen, die ihr Leben bedroht, sondern der gesamten Menschheit zum Verhängnis werden könnte. Eine Rezension des Debüt-Romans von Brian Staveley.

Die Erbfolge in Annur ist klar geregelt: Der Kaiser hat seinen Sohn Kaden als Nachfolger aufgebaut, seine Tochter Adare zur Verwalterin ausbilden lassen und seinen zweiten Sohn Valyn als Kadett zu den Elitekämpfern geschickt. Doch noch ehe die drei ihre Ausbildung abschließen können, wird der Kaiser ermordet – und die Thronfolge zu sichern, erweist sich als schwieriger als erwartet.

Drei Geschwister und ein verlorener Thron

Die Handlung von „Der verlorene Thron“ wird aus Sicht der drei Geschwister geschildert. Dabei werden die drei sehr unterschiedlich behandelt. Adare bekommt von Brian Staveley am wenigsten Raum eingeräumt. Da sie in der Hauptstadt lebt, könnte sie am ehesten die Verschwörung aufdecken, verfügt jedoch seltsamerweise nicht über Verbündete im Machtapparat ihres Vaters und soll den Lesern wohl nur wenig offenbaren, um die Spannung in den anderen Handlungssträngen höher zu halten. In Kadens Kapiteln brodelt es meist unter der Oberfläche, ist er doch in einem Bergkloster und lernt von den Mönchen, wie er seine Gefühle ausblenden kann. Hier dienten wohl fernöstliche Religionen als Vorbild.

Für die meiste Action ist Valyn verantwortlich. Das liegt an seiner militärischen Ausbildung bei den Kettral, für die sich Staveley unter anderem die Hell Week der Marines und Navy Seals zum Vorbild genommen hat. Durch Valyn erfahren die Leser außerdem mehr über Magie, die Ethnien im Reich und die militärische Lage. Brian Staveley stellt die Fantasy-Welt, in der seine Geschichte spielt, eher beiläufig vor und verliert sich nicht in Details zu Sprache, Religion und Währung, was dem Lesefluss zugute kommt. Dennoch erfährt man Wichtiges, etwa, dass es sich nicht um eine rein mittelalterliche Welt handelt, denn die Kettral benutzen bereits Sprengsätze. In diesem Punkt folgt Brian Staveley der Schule von Steven Erikson.

Das Debüt von Brian Staveley

Vieles an der Handlung, den Figuren und der Fantasy-Welt wirkt durchdacht, ohne zu konstruiert zu sein. Brian Staveley hat sich mit Religion und Philosophie, aber auch mit Geschichte auseinandergesetzt, und sein Wissen spiegelt sich im Werk wider. Doch die Intrige ist zum Beispiel weniger gelungen. Sie ist nicht so kunstvoll gesponnen, wie etwa in den Psalms of Isaak, weshalb auch nur wenige Wendungen wirklich überraschen. Vor allem aber gehen die Protagonisten oft ziemlich naiv vor, was angesichts ihres Status und ihrer Ausbildung seltsam ist. Dennoch gelingt es Brian Staveley, eine spannende Geschichte zu erzählen, in die man als Leser gern eintaucht. Dem amerikanischen Fantasy-Autor ist sein Debüt gelungen.

„Der verlorene Thron“ ist nur der Auftakt zu den „Chroniken des Unbehauenen Throns“. Die Fortsetzung erscheint am 9. November bei Heyne und trägt den Titel „Thron in Flammen“. Der dritte Band der Trilogie ist im Original bereits für März 2016 angekündigt, dürfte also frühestens in der zweiten Jahreshälfte auch auf Deutsch herauskommen.

„Der verlorene Thron“ von Brian Staveley ist bei Heyne erschienen. Die Klappenbroschur-Ausgabe geht über 752 Seiten und kostet 14,99 Euro, das E-Book 11,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michael Siefener.

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3 Gedanken zu „Der verlorene Thron von Brian Staveley – eine Rezension

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