David Anthony Durham: Acacia – Reiche Ernte (Acacia 3)

David Anthony Durham: Acacia - Reiche Ernte (Acacia 3)

David Anthony Durham: Acacia – Reiche Ernte (Acacia 3)

Eine reiche Ernte wollen die Auldek in Acacia einfahren. Sie wollen das Reich erobern und wieder Nachkommen in die Welt setzen, wie es den Numrek gelungen ist. Die bevorstehende Invasion ist nicht die einzige Bedrohung, der sich Acacia gegenübersieht. Denn die Gilde arbeitet weiter daran, den Handel zu dominieren und liefert mit dem Prios Wein eine neue Droge, mit der die Bevölkerung ruhig gehalten werden soll. Um diese zu beeindrucken und Unterstützung beim Regieren zu bekommen, hat Königin Corinn zudem ihren Bruder Aliver wieder auferstehen lassen. Und dann sind da noch die Santoth, uralte Zauberer, die zurück zu alter Macht möchten …

Acacia-Trilogie von David Anthony Durham

Mit „Reiche Ernte“ (The Sacred Band) schließt David Anthony Durham seine Acacia-Trilogie ab. Sie gehört zu den herausragenden Fantasy-Werken der vergangenen Jahre. Denn Durham verknüpft in seinem Stoff sehr viele Themen: Kolonialgeschichte und Sklavenhandel sowie Umgang mit Macht und Herrschaft. Und das alles bettet er in eine Familiengeschichte ein. Mit den vier Akarans hat er Figuren geschaffen, die zum einen sehr unterschiedlich sind, zum anderen aber gerade durch die Familienbande auch Ähnlichkeiten aufweisen.

Da ist Corinn, die zur Königin aufsteigt und aus Unsicherheit ihre Herrschaft mit allen Mitteln zu sichern bereit ist. Da ist Aliver, ein Idealist, der auf ein Miteinander setzt und sogar über die Abschaffung der Monarchie nachdenkt. Da ist Dariel, der sich vom Abenteurer und Entdecker zu einem Anführer entwickelt, der für die Schuld einstehen will, die seine Familie auf sich geladen hat. Und dann ist da Mena, eine Kriegerin, die Soldaten mitreißt und begeistert, aber lernen muss, dass sie nicht alle beschützen kann.

Viele Figuren in „Acacia – Reiche Ernte“

Auch im dritten Acacia-Band hat jedes der Geschwister seinen eigenen Handlungsstrang. Die gute Nachricht ist, dass es Durham gelingt, alles am Ende zusammen zu fügen. Er behält den Überblick in seiner Geschichte. Denn, und dies ist die schlechte Nachricht, es sind nicht nur die vier Akarans, aus deren Perspektive erzählt wird. Die Leser bekommen noch Einblicke in die Gedankenwelt von mehr als einem halben Dutzend weiterer Figuren. Diese sind gut entworfen, doch die ständigen Wechsel führen, gepaart mit den manchmal recht kurzen Kapiteln, dazu, dass der Lesefluss sich erst in der zweiten Hälfte des Buches einstellen will, wenn die Handlung Fahrt aufnimmt. Doch dafür wird man mit einer tollen, reichhaltigen Geschichte belohnt, für die Durham ein schlüssiges Ende findet.

Auf weitere Werke des Autors werden Leser noch länger warten müssen. Durham ist einer der Autoren der Wild-Card-Serie, die George R.R. Martin herausgibt. Laut seiner Website schreibt David Anthony Durham zudem an einem historischen Roman über Spartacus und plant ein Fantasy-Werk, das das Alte Ägypten als Setting nimmt und um magische Elemente erweitert.

„Acacia – Reiche Ernte“ von David Anthony Durham ist bei Blanvalet erschienen. Die broschierte Taschenbuchausgabe hat 864 Seiten und kostet 15 Euro. Die Übersetzung stammt von Tim Straetmann.

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