Originelle Originale: Tufa – The Hum and the Shiver von Alex Bledsoe

Alex Bledsoe: The Hum and the Shiver

Alex Bledsoe: The Hum and the Shiver

 

Manche Autoren, manche Reihen, manche Stoffe sind in der deutschen Übersetzung nicht so erfolgreich wie im Original. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich: kulturelle Unterschiede, fehlende Vermarktung, falsche Aufmachung, oder das Buch passt nicht ins Verlagsprogramm. Das Ergebnis ist aber dasselbe – weitere Werke des Autors schaffen es nur in Ausnahmefällen noch einmal nach Deutschland.

The Hum and the Shiver

Ein Buch, das wohl nie übersetzt werden wird, ist „The Hum and the Shiver“ (wörtlich: das Brummen und das Zittern) von Alex Bledsoe. Bislang erschien von ihm lediglich der Fantasy-Detektivroman „Das Schwert des Königs“ auf Deutsch (Heyne). Der erste Roman um die Tufa ist mit seinem Musik-Setting und seiner Verwurzelung in Tennessee wohl zu speziell für den deutschsprachigen Raum. Doch wer Freude an ungewöhnlichen Geschichten hat und Bücher in Englisch liest, kommt hier auf seine Kosten.

Im Mittelpunkt von „The Hum and the Shiver“ steht Bronwyn Hyatt. Nach einer Verwundung im Irak-Krieg kehrt sie in ihren Heimatort in den Smoky Mountains zurück. Dort, im Osten Tennessees, sind nicht nur sie und ihre Familie verwurzelt, sondern alle Tufa. Dieses Volk soll seinen Ursprung im irischen Feenvolk haben, doch Genaues wissen nur sie selbst, und für Außenseiter ist es schwer herauszufinden, hüten die Einwohner von Cloud County doch ihre Geheimnisse sehr gut. Aus der Enge dieser Welt war Bronwyn zur Armee geflüchtet. Kaum zu Hause, soll sie sich gleich wieder in die Traditionen fügen. Vor allem aber muss die junge Frau wieder in die Musik der Tufa eintauchen, die für Angehörige des Volkes ein Lebenselixier ist.

Alex Bledsoe: journalistischer Erzählstil

Alex Bledsoe erzählt die Geschichte eher ruhig und nüchtern. Nicht umsonst hat er lange als Journalist gearbeitet. Da verwundert es nicht, dass er auch die Figur eines Reporters eingebaut hat. Ihn begleiten die Leser bei seiner Recherche über die Tufa. Eine noch größere Rolle spielt ein Priester, der ebenso von außen kommt und hinter die Geheimnisse des Volkes kommen möchte. Während es diese beiden Figuren ermöglichen, den Mythen um die Tufa auf den Grund zu gehen, liefert Bronwyn die Innensicht. Mit ihr hat Bledsoe eine Protagonistin erschaffen, die sowohl stark als auch schwach ist, menschliche Fehler zeigt und als Erstgeborene dazu über übernatürliche Kräfte verfügt. Das Übernatürliche setzt Bledsoe jedoch sparsam ein, sodass die Fantasy-Aspekte nicht zu Fremdkörpern in der realen Welt Tennessees werden.

Musik spielt in den Tufa-Romanen eine große Rolle. Auch wenn der Text nicht die Emotionen transportieren kann, die in der Musik stecken, gelingt es Bledsoe, die Wirkung auf die Personen zu beschreiben und deren Freude am Musizieren zu vermitteln. Welche Kraft in den Liedern der Tufa steckt, wird nicht komplett enthüllt. „The Hum and the Shiver“ ist ja auch nur der erste Band einer Reihe von Geschichten, die in sich abgeschlossen sind. Drei Tufa-Romane sind bereits erschienen. Auf seinem Blog und über die Social-Media-Kanäle gibt Bledsoe zudem immer wieder Hinweise dazu, auf welche Vorbilder er zurückgegriffen hat – auch musikalisch.

Wer nach der Rezension neugierig geworden ist und das Buch lesen möchte, kommt am einfachsten an ein E-Book-Exemplar. Derzeit (Mitte April 2015) kostet „The Hum and the Shiver“ rund 3 Euro. Die Print-Ausgabe erschien 2011 bei Tor Books und hat 353 Seiten.

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