Das gefallene Schwert von Miles Cameron – eine Rezension

Miles Cameron: Das gefallene Schwert

Miles Cameron: Das gefallene Schwert

Schlachten, Magie und mittelalterliches Setting mit vielen Bezügen zur Geschichte – wem diese Elemente bei Fantasy-Büchern wichtig sind, der kommt bei Miles Cameron voll auf seine Kosten. In „Das gefallene Schwert“, dem zweiten Teil seiner Reihe um den Roten Ritter, führt er seine Leser in den Osten, ins Kaiserreich Morea, das seinen Zenit längst überschritten hat und entfernt an Byzanz erinnert. Der Rote Ritter und seine Söldnerkompanie sollen hier dem Kaiser dienen, doch der ist bei ihrer Ankunft längst gestürzt. Der Bruder des Kaisers und die Prinzessin kämpfen um die Vorherrschaft. Und der Rote Ritter gerät mitten in einen Bürgerkrieg.

Miles Cameron setzt auf viele Perspektiven

Wie bereits im ersten Teil, „Der Rote Krieger“, setzt Miles Cameron auf sehr viele Perspektiven in seiner Geschichte. Das dürfte eine Erklärung dafür sein, warum „Das gefallene Schwert“ in der deutschen Fassung mehr als 1000 Seiten lang geraten ist. Neben bekannten Figuren in Albia kommen neue hinzu, etwa am gallischen Königshof, aber auch im Norden sowie im Kaiserreich. Miles Cameron hat seine Reihe nicht als Geschichte angelegt, die die Abenteuer einer Söldnerkompanie beschreibt. Vielmehr handelt es sich um einen komplexen Großkonflikt, in den immer mehr Personen, Reiche und Wesen verwickelt werden. Diese einzuführen benötigt Platz, führt zu Sprüngen zwischen Handlungssträngen und geht manchmal auf Kosten der Charakterentwicklung. In „Das gefallene Schwert“ führt es zudem dazu, dass der Rote Ritter nicht mehr so viele Passagen bekommt wie noch im Auftaktband.

Ein weiterer Unterschied zum ersten Buch ist, dass die Handlung zwar auf eine Entscheidungsschlacht hinausläuft, diese jedoch nicht den Höhepunkt der Geschichte darstellt. Vielmehr dient „Das gefallene Schwert“ Miles Cameron dazu, die Gruppen und Truppen an den Ort zu bringen, an dem sie in kommenden Auseinandersetzungen benötigt werden. Die verschiedenen Handlungsstränge laufen aus diesem Grund auch nicht am Ende zusammen. Und auch das titelgebende – im Original wie der Übersetzung – gefallene Schwert spielt nur eine Randrolle.

Das gefallene Schwert braucht eine Fortsetzung

Was seine Leser im nächsten Band erwartet, darauf gibt der amerikanische Fantasy-Autor in „Das gefallene Schwert“ jedoch bereits einen Ausblick. Großer Höhepunkt dürfte das Turnier der Königin von Albia sein. Darüber hinaus kündigt sich eine neue Bedrohung an, die aus dem Westen kommen soll. Ob sich dahinter Kreaturen der Wildnis verbergen, weitere Drachen oder völlig neue Wesen, dürften die weiteren Bücher um den Roten Ritter enthüllen. Wann diese erscheinen, ist allerdings noch unklar. Die Website zur Traitor-Son-Reihe ist bereits seit Monaten nicht mehr aktualisiert worden.

Mit der Lektüre der mehr als 1000 Seiten könnten sich deutsche Leser daher Zeit lassen. Doch andererseits ist die Geschichte so packend, dass man das Buch eher wegen seines Gewichts aus der Hand legt als aus Langeweile.

„Das gefallene Schwert“ von Miles Cameron ist bei Heyne erschienen. Die broschierte Taschenbuchausgabe enthält mehrere Karten, geht über 1088 Seiten und kostet 16,99 Euro, das E-Book 13,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Michael Siefener.

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Ein Gedanke zu „Das gefallene Schwert von Miles Cameron – eine Rezension

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