„Die Zwerge“ als Fernsehserie: Reicht es für ein deutsches „Game of Thrones“?

Eine filmische Umsetzung der Zwerge-Reihe von Markus Heitz erwarten die Fans des deutschen Fantasy-Autos bereits seit Jahren. Doch nachdem sich die Finanzierung schwierig gestaltete, lag das Projekt lange auf Eis. Hinter den Kulissen hat jedoch das Tauwetter eingesetzt. Nur dass die Zeichen nicht mehr auf eine Film-Version hindeuten, sondern auf eine Fernsehserie. Diese Information ist nicht ganz neu, erhielt aber durch ein Interview der „Süddeutschen Zeitung“ mit Frank Doelger (Das Lied von Sex und Erfolg) neue Aktualität. Denn bei Doelger handelt es sich um einen der ausführenden Produzenten der erfolgreichsten Fantasy-Fernsehserie aller Zeiten: „Game of Thrones“.

Die Produzenten von „Die Zwerge“

Und Frank Doelger ist nicht allein. Bislang war die Rede davon, EOS Entertainment und H & V Entertainment würden an einer Umsetzung fürs Fernsehen arbeiten. Doch Doelger nennt als Partner Nico Hofmann und Jan Mojto, die bereits an mehreren teuren, europäischen Produktionen beteiligt waren. Mojto war etwa einer der Köpfe hinter der Mini-Serie zu Napoleon vor zwölf Jahren, beteiligte sich an „Borgia“ (in Sachen Blut und Sex nicht weit von „Game of Thrones“ entfernt) und einigen deutschen Kinofilmen, etwa „Der Untergang“, „John Rabe“ und „Das Leben der Anderen“. Nico Hoffmann gehört mit Teamworx zu den großen deutschen Produzenten, sogenannte Eventfilme wie „Dresden“, „Der Turm“ und „Unsere Mütter, unsere Väter“ zählen zum Portfolio. Das alles spricht dafür, dass es zu einer Verfilmung der Zwerge von Markus Heitz kommt, sollte dieses Team doch in der Lage sein, die Finanzierung sicherzustellen. Und da die Bücher in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden, besteht die Chance, auch den filmischen Stoff in mehrere Länder zu verkaufen.

Eine solche Vorgehensweise macht es wahrscheinlich, dass der Dreh in Englisch erfolgen würde, da die Schauspieler und das Team aus mehreren europäischen Ländern kommen müssten. Dieser Punkt spricht bereits gegen das Label „ein deutsches Game of Thrones“. Interessant wäre aber vor allem, wer das Drehbuch verfassen würde. Die Verfilmung von „Das Lied von Eis und Feuer“ weicht jedenfalls aus nachvollziehbaren Gründen von der Buchvorlage ab. „Die Zwerge“ würden einige Bearbeitung verlangen. Und man kann nur hoffen, dass dann die Dialoge besondere Beachtung finden, zählen sie nicht gerade zu den Stärken der „Zwerge“.

Markus Heitz und das deutsche „Game of Thrones“

Damit die Parallelen zu „Game of Thrones“ größer werden, sind noch einige Veränderungen gefragt. Nackt- und Sexszenen sind in „Die Zwerge“ nämlich Mangelware. Lediglich bei der Gewaltdarstellung gibt es vergleichbare Möglichkeiten, ist doch Markus Heitz in dieser Beziehung kein Kind von Traurigkeit. Bleibt nur die Frage, ob eine Zwerge-Serie zur Hauptsendezeit laufen soll – mit der Chance auf ein größeres Publikum – oder erst nach 22 Uhr. Rein für einen Pay-TV-Sender dürfte die Produktion in Europa noch zu teuer sein, vor allem wenn die Spezialeffekte gut aussehen sollen. Hier könnten Frank Goelgers Beziehungen hilfreich sein, beeindruckt „Game of Thrones“ doch visuell.

Einen großen Vorteil gegenüber „Game of Thrones“ hat das Zwerge-Projekt: Sollte die Serie ein großer Erfolg werden, liefert Markus Heitz als Vielschreiber sicher schneller neuen Stoff als George R.R. Martin.

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4 Gedanken zu „„Die Zwerge“ als Fernsehserie: Reicht es für ein deutsches „Game of Thrones“?

  1. Pingback: Gehen die Zwerge jetzt in Serie? | MEDIENMESSIESMEDIENMESSIES

  2. Es existieren ja schon fuenf Buecher der Zwerge und vier zu den Albae (deren groesste Widersacher), sprich: Man kann damit schon einen gewisse Anzahl an Staffeln fuellen. Zudem schafft markus Heitz es ja immer wieder die Handlung zu erweiternohne langweilig zu werden. Hoechstens dunkler vorher 😉

  3. Wenn es gut umgesetzt ist hat die Zwerge durchaus Potential als gute Fantasie- TV- Serie im Deutschen Fernsehen. Mit Game of Thrones würde ich es aber nicht vergleichen wollen. Das weckt beim Leser sehr hohe Erwartungen…

    • Der Vergleich drängt sich wegen des möglichen Produzenten auf. Ansonsten gibt es ja bereits große Unterschiede bei den literarischen Vorlagen.

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