Mark Barnes: Echos der Vergangenheit – eine Rezension

Mark Barnes: Echos der Vergangenheit

Mark Barnes: Echos der Vergangenheit

Der australische Fantasy-Autor Mark Barnes debütiert mit „Echos der Vergangenheit“ in Deutschland. Im Mittelpunkt seines Romans steht der Kampf um den Kurs des Reiches Shrian. Corajidin vertritt die Seite der Imperialisten, die ein neues Reich der Avan ausrufen möchten – auch wenn dann ein Krieg mit den Menschen droht. Eine deutlich moderatere Linie vertritt der amtierende Hochkönig Vashne mit seinem wichtigsten Berater Ariskander, Haupt der Näsarat. Da Corajidin tödlich erkrankt, rennt ihm die Zeit davon. Mit allen Mitteln drängt er an die Macht und geht dafür über Leichen. Seine Söhne und seine Tochter Mari werden auf den Kurs der Familie eingeschworen, obwohl Mariam zur Leibwache des Königs gehört. Doch Corajidin hat nicht mit Indris gerechnet, einem mächtigen Söldnerführer.

Echos der Vergangenheit – auch beim Inhalt

Mark Barnes orientiert sich in seiner Trilogie an klassischen Fantasy-Vorbildern. So gibt es in „Echos der Vergangenheit“ etwa verschiedene Rassen, die unterschiedliche Merkmale und Fähigkeiten mitbringen. Auch dass sich eine magisch begabte Rasse Diener und Helfer erschafft ist ein bekanntes Konzept. Aber wichtiger als die Originalität der Ideen ist ihre Umsetzung. Dazu gleich mehr. Die Aufmachung der deutschen Übersetzung ist angelehnt an die erfolgreiche Neuauflage von „Das Lied von Eis und Feuer“. So ziert das Cover von „Echos der Vergangenheit“ das Wappen des Hauses Erebus.

Das Cover und der Klappentext führen jedoch ein wenig in die Irre. Das Haus Erebus spielt zwar eine wichtige Rolle, aber nicht die einzige. Auch ist Corajidin nur ein Charakter, aus dessen Perspektive Barnes erzählt. Indris und das Haus Näsarat sind mindestens ebenso wichtig. Zusammen mit dem Haus des Hochkönigs sind es die wichtigsten drei unter den hundert herrschenden Familien. Wer nun einen spannenden Machtkampf zwischen den Hohen Häusern erwartet, auf durchdachte Intrigen und komplexe Ränke hofft, wird eine Enttäuschung erleben. Die Verschwörung Corajidins und des Hauses Erebus gegen die Näsarat und den Hochkönig dürfte eine der am dilletantischsten geplanten und durchgeführten in der Geschichte der Fantasy sein. Alle Gegenspieler Corajidins kennen seinen Ambitionen, wissen, dass er die meisten Truppen in der Region unter seinem Kommando und die Mehrheit der Stimmen in der Versammlung in der Tasche hat. Doch keiner dieser weisen und tapferen Männer und Frauen ergreift Gegenmaßnahmen und achtet auf den persönlichen Schutz.

Mark Barnes schreibt eine Fantasy-Trilogie

Außerdem spielt der Zufall in „Echos der Vergangenheit“ eine große Rolle. Wenn Mariam ihren Vater aussspionieren will, kommt sie zum Beispiel gerade rechtzeitig, um ein entscheidendes Gespräch zu belauschen. Auch sind den magischen Kräften der Hexer, der Seq und Indris‘ kaum Grenzen gesetzt.

Wer über solche Schwächen hinwegsehen kann und Charaktere mit Superkräften mag, wird an der Geschichte um Indris, Mariam und ihren Helfern dennoch seine Freude haben und ungeduldig auf die Fortsetzung warten. Im Original trägt die Trilogie den Titel „The Echoes of Empire“. Band 2 heißt „The Obsidian Heart“. Der steinerne Charakter geht im deutschen Titel „Das schwarze Herz“ zwar verloren, dennoch ist er gut getroffen, spielen doch der kranke Corajidin und die Hexer eine wichtige Rolle. Mitte November erscheint die Fortsetzung. Sollten die Fantasy-Bücher von Mark T. Barnes in Deutschland erfolgreich genug sein, dürfte es auch der abschließende Band 3 zu Blanvalet schaffen – „The Pillars of Sand“ (wörtlich: die Sandsäulen) ist im Mai 2014 herausgekommen.

„Echos der Vergangenheit“ von Mark Barnes ist bei Blanvalet erschienen. Die Taschenbuch-Ausgabe geht über 608 Seiten und kostet 9,99 Euro. Das E-Book ist ein Euro günstiger. Die Übersetzung stammt von Waltraud Horbas.

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