Der Pfad des Zorns von Antoine Rouaud

Antoine Rouaud: Der Pfad des Zorns

Antoine Rouaud: Der Pfad des Zorns

Der Pfad des Zorns – Ritter sollten nicht auf ihn geraten, da sie sonst ihren Eid brechen. Doch was, wenn ein Ritter der einzige ist, der sich noch an seinen Eid hält, während alle anderen längst die alte Ordnung verraten haben? Wie ein solcher Ritter endet, beschreibt Antoine Rouaud in seinem Debüt-Roman „Der Pfad des Zorns – Das Buch und das Schwert 1“. Dun-Cadal ist der Name des Ritters. Zu Zeiten des Kaiserreichs galt er als Held und genialer Feldherr, doch mit dem Sturz des Kaisers versank er in Bedeutungslosigkeit und verfiel dem Alkohol. Doch ihm ist es nicht vergönnt, vom Wein betäubt der Vergangenheit zu entfliehen – er wird aufgespürt und soll helfen, das legedäre Schwert des Kaisers wiederzufinden, das zusammen mit dem heiligen Buch die Welt zusammenhält.

Rouaud schickt seine Helden auf den Pfad des Zorns

Der Franzose Antoine Rouaud begibt sich in seinem ersten Roman auf die Spuren der Vergangenheit seines Landes (zu erkennen etwa an der Hafenstadt Masalia, die sehr an Marseille erinnert). Denn auch wenn er weit davon entfernt ist, die französische Geschichte nachzuerzählen, dient ihm doch die Französische Revolution als Vorbild. Die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind die Werte, für die die Republik eintritt, die an die Stelle des Kaiserreichs in „Das Buch und das Schwert“ getreten ist. Das Ende der Stände-Gesellschaft erlaubt den sozialen Aufstieg durch die eigenen Fähigkeiten. Eignung, nicht Geburt, soll über die Karriere entscheiden.

Wie es zum Sturz des Kaiserreichs kommt, schildert Rouaud mithilfe von Rückblicken auf Dun-Cadals Lebensgeschichte. Doch der Fantasy-Roman ist keine Geschichtsstunde, sondern vielmehr die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung. Duns Absturz ist nämlich eng verknüpft mit dem Schicksal Grenouilles, seinem Ziehsohn. Ihr Verhältnis, geprägt von Liebe und Hass, steht im Mittelpunkt der Handlung. Und da die beiden Krieger sind, gibt es auch mehrere Schlachten zu schlagen und Kämpfe zu bestehen.

Das Buch und das Schwert

Doch „Der Pfad des Zorns“ besteht nicht nur aus Rückblicken. Die Revoulution im Fantasy-Roman mündet zwar nicht in die Terrorherrschaft einiger Revolutionäre, doch vom Zustand einer gerechten und guten Regierung ist die Republik noch weit entfernt. Denn Buch und Schwert sind nicht vereint. Was das bedeutet, wird in der zweiten Hälfte des Buches enthüllt, aber nicht völlig zu Ende erzählt, soll die Geschichte doch noch weitergehen. Rouaud hat sein Projekt als Trilogie angelegt – Band 2 dürfte mittlerweile abgeschlossen und überarbeitet sein. Ein Veröffentlichungsdatum gibt es jedoch noch nicht. Leser, die „Der Pfad des Zorns“ angesprochen hat, müssen sich also noch ein wenig gedulden. Wer die Lektüre noch vor sich hat, darf sich auf ein zwar nicht immer originelles, aber doch für ein Debüt erstaunlich reifes, spannendes und insgesamt rundes Werk freuen.

„Der Pfad des Zorns“ von Antoine Rouaud ist der erste Teil von „Das Buch und das Schwert“. Die broschierte Taschenbuchausgabe mit ihren 640 Seiten ist bei Heyne erschienen und kostet 14,99 Euro.

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3 Gedanken zu „Der Pfad des Zorns von Antoine Rouaud

  1. Pingback: Neue Fantasy-Bücher im Oktober 2013: 12 Wasser auf dem Pfad des Zorns | Der Fantasy Weblog

  2. Danke für die aussagekräftige Rezension! Das Buch steht bei mir sowieso schin ziemlich weit oben auf der Liste, und jetzt ist es nochmal ein bisschen höher gerutscht.

    Außerdem hilft mir deine Rezi, das Problem zu verstehen, das ein anscheinend etwas … verwirrter Rezensent bei Amazon mit dem Buch hatte. 😉

    • Ich glaube, die erwähnte Rezension habe ich gefunden. In einem Punkt würde ich ihr zustimmen: Das Ende wirkt wirklich ein wenig so, als sei die Geschichte nicht von Beginn an als Trilogie gedacht gewesen. Aber eine gewisse Abgeschlossenheit einzelner Bände ist auch nicht schlecht, und es bleibt noch genügend Stoff für eine Fortsetzung.

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