E.L. Greiff: Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

E. L. Greiff ist die Autorin der Fantasy-Reihe „Zwölf Wasser“. In den ersten beiden Bänden hat sie ihre Leser „Zu den Anfängen“ und „In die Abgründe“ geführt. Geboren wurde sie 1966 in Kapstadt, doch zog sie bereits in frühester Kindheit nach Deutschland, wohnte etwa in Bochum und Berlin, wo sie auch Theaterwissenschaften und Germanistik studierte. Heute lebt Ella Luisa Greiff in den Niederlanden – nah am Wasser. Bei so viel Wasserbezug verwundert es nicht, dass ihr Hintergrundbild bei Google+ einen reißenden Strom zeigt.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

In der Regel schreibe ich in mehreren Blöcken über den Tag verteilt – ich  muss ja auch noch andere Dinge tun außer Bücher schreiben, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich beginne früh: von ca. 7.30 Uhr bis um Zwölf, nachmittags so ab 16 Uhr noch einmal zwei Stunden. Und obwohl ich eigentlich immer zeitig ins Bett möchte, gelingt das fast nie – wenn Ruhe eingekehrt ist, so ab 23.30 Uhr, setze ich mich meist noch einmal an den Rechner.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Morgens Kaffee, nachmittags Tee.

Fantasy-Autorin E.L. Greiff   Foto: www.das-fotostudio-duesseldorf.de

Fantasy-Autorin E.L. Greiff Foto: http://www.das-fotostudio-duesseldorf.de

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Ich sitze auf einem ganz normalen Bürostuhl, mit hoher Lehne und Armstützen. Nicht schön, aber rückenschonend. Allerdings habe ich ein Schaffell darüber gelegt, um die Bürooptik etwas zu mildern.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Das Internet, Teufelswerk und gleichzeitig Geschenk des Rechercheur-Himmels und Sozialmaschine.

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Ist unterschiedlich. Mal mehr als 1000, mal nur 200. Und manchmal schreibe ich gar nichts, sondern denke nur nach. Das Nachdenken über Plot und Figuren ist eigentlich die Hauptarbeit.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Ja, größtenteils. Hilft.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Mein Vater.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Meine fertigen Bücher interessieren mich nicht besonders. Ich habe zur Zeit Band Eins und Zwei von „Zwölf Wasser“ auf dem Schreibtisch liegen, weil ich immer mal wieder etwas nachschlage. Was ich so an Exemplaren zugeschickt bekomme, ist in Kisten – ich habe auch nicht so viel Platz, um irgendetwas zu präsentieren.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Unbedingt! Natürlich lese ich manchmal mit dem Wie-hat-er-es-gemacht-Blick. Aber eine gute Geschichte packt mich wie jeden andern auch. Ich höre übrigens auch sehr viele Hörbücher, da komme ich nicht in Versuchung, gewissermaßen hinter die Kulissen zu schauen.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Das Wasser zu lesen schon einmal nicht – das wäre mir zu stressig. Es war schon als Kind ein Traum von mir, alle Sprachen der Welt zu sprechen. Ja, diesen Trick würde ich gern beherrschen: jeden verstehen und mich überall auf der Welt verständlich machen können.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Ach, es ist einfach Bestandteil des Alltags; da könnte ich mich auch fragen, wie viel Zeit ich täglich im Badezimmer verbringen darf oder in der Küche. Ja, das Internet stiehlt mir Zeit und ich bin überzeugt, dass die Katzen uns Menschen mit der Hilfe des Internets kontrollieren … Im Ernst: Ich könnte weder meine Freiberuflichkeit noch mein Schreiben in dieser Form ohne Internet ausüben. Es ist meine erste Recherche-Adresse und meine Schnittstelle zur Welt. Und ja, ich treffe viele Menschen „ich echt“, ich bin sehr sozial, ich brauche persönlichen Kontakt. Aber ohne Internet möchte ich – selbst in Post-Snowden-Zeiten – auch nicht mehr sein, im Großen und Ganzen empfinde ich es als Bereicherung.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Hm, interessant formulierte Frage. Wahrscheinlich ja – ich habe trotzdem keins, weil ich fürchte, ich hätte nicht genug Zeit für eine Katze oder einen Hund. Ein Tier anschaffen, um es dann ständig von jemand anderem betreuen zu lassen ist keine Option.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Der Pfad des Zorns von Antoine Rouaud

Antoine Rouaud: Der Pfad des Zorns

Antoine Rouaud: Der Pfad des Zorns

Der Pfad des Zorns – Ritter sollten nicht auf ihn geraten, da sie sonst ihren Eid brechen. Doch was, wenn ein Ritter der einzige ist, der sich noch an seinen Eid hält, während alle anderen längst die alte Ordnung verraten haben? Wie ein solcher Ritter endet, beschreibt Antoine Rouaud in seinem Debüt-Roman „Der Pfad des Zorns – Das Buch und das Schwert 1“. Dun-Cadal ist der Name des Ritters. Zu Zeiten des Kaiserreichs galt er als Held und genialer Feldherr, doch mit dem Sturz des Kaisers versank er in Bedeutungslosigkeit und verfiel dem Alkohol. Doch ihm ist es nicht vergönnt, vom Wein betäubt der Vergangenheit zu entfliehen – er wird aufgespürt und soll helfen, das legedäre Schwert des Kaisers wiederzufinden, das zusammen mit dem heiligen Buch die Welt zusammenhält.

Rouaud schickt seine Helden auf den Pfad des Zorns

Der Franzose Antoine Rouaud begibt sich in seinem ersten Roman auf die Spuren der Vergangenheit seines Landes (zu erkennen etwa an der Hafenstadt Masalia, die sehr an Marseille erinnert). Denn auch wenn er weit davon entfernt ist, die französische Geschichte nachzuerzählen, dient ihm doch die Französische Revolution als Vorbild. Die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind die Werte, für die die Republik eintritt, die an die Stelle des Kaiserreichs in „Das Buch und das Schwert“ getreten ist. Das Ende der Stände-Gesellschaft erlaubt den sozialen Aufstieg durch die eigenen Fähigkeiten. Eignung, nicht Geburt, soll über die Karriere entscheiden.

Wie es zum Sturz des Kaiserreichs kommt, schildert Rouaud mithilfe von Rückblicken auf Dun-Cadals Lebensgeschichte. Doch der Fantasy-Roman ist keine Geschichtsstunde, sondern vielmehr die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung. Duns Absturz ist nämlich eng verknüpft mit dem Schicksal Grenouilles, seinem Ziehsohn. Ihr Verhältnis, geprägt von Liebe und Hass, steht im Mittelpunkt der Handlung. Und da die beiden Krieger sind, gibt es auch mehrere Schlachten zu schlagen und Kämpfe zu bestehen.

Das Buch und das Schwert

Doch „Der Pfad des Zorns“ besteht nicht nur aus Rückblicken. Die Revoulution im Fantasy-Roman mündet zwar nicht in die Terrorherrschaft einiger Revolutionäre, doch vom Zustand einer gerechten und guten Regierung ist die Republik noch weit entfernt. Denn Buch und Schwert sind nicht vereint. Was das bedeutet, wird in der zweiten Hälfte des Buches enthüllt, aber nicht völlig zu Ende erzählt, soll die Geschichte doch noch weitergehen. Rouaud hat sein Projekt als Trilogie angelegt – Band 2 dürfte mittlerweile abgeschlossen und überarbeitet sein. Ein Veröffentlichungsdatum gibt es jedoch noch nicht. Leser, die „Der Pfad des Zorns“ angesprochen hat, müssen sich also noch ein wenig gedulden. Wer die Lektüre noch vor sich hat, darf sich auf ein zwar nicht immer originelles, aber doch für ein Debüt erstaunlich reifes, spannendes und insgesamt rundes Werk freuen.

„Der Pfad des Zorns“ von Antoine Rouaud ist der erste Teil von „Das Buch und das Schwert“. Die broschierte Taschenbuchausgabe mit ihren 640 Seiten ist bei Heyne erschienen und kostet 14,99 Euro.

Verschiebungen bei Albae 4 und Seher von Ravanne und Piper-Frühjahrsprogramm 2014

Im Piper-Herbstprogramm hat es ein paar Verschiebungen gegeben: Leser von Richard Schwartz müssen länger auf „Die Seher von Ravanne“ warten. Der Einzelband, der in der Welt von „Der Falke von Aryn“ spielt, ist erst einmal zurück gestellt, da Schwartz sich derzeit erst einmal weiter seiner Götterkriege-Welt widmet. Später als ursprünglich geplant erscheint auch der nächste Fantasy-Roman von Jonas Wolf. „Heldenblut“ kommt nicht bereits diesen Monat, sondern erst im Februar 2014. Update: „Heldenblut“ wurde noch einmal verschoben und kommt nun erst im Juli 2014 heraus.

„Legenden der Albae – Tobender Sturm“ im Februar

Freuen können sich hingegen die Fans von Markus Heitz. Wie Mahet selbst auf seiner Homepage verkündet, kommt er mit dem Schreiben und Überarbeiten von „Die Legenden der Albae 4“ so gut voran, dass der Abschluss (zumindest vorerst) der Albae-Reihe bereits im Februar 2014 erscheint. „Tobender Sturm“ soll das Werk heißen. Es dreht sich um den Kaiser der Albae namens Aiphaton, Sohn der Unauslöschlichen. Tja, und danach steht dann der schon lange angekündigte Roman Zwerge 5 an.

Vom Februar ist es nicht mehr weit bis zum Frühling – Zeit einen Ausblick auf das Piper-Frühjahrsprogramm zu geben, desse Spitzentitel Albae 4 sein wird. Im März bringt Piper Cryonic 2 heraus – „Bruderschaft des Kreuzes“ ist der Titel des Romans von Vitali Sertakov. Der April bringt dann Band 8 vom „Rad der Zeit“ (Der Weg der Klingen) und „Dunkle Halunken“ von Terry Pratchett. Als Taschenbuch veröffentlicht Piper zudem den zweiten Band von „Elemental Assassin“, „Spinnentanz“ lautet der Titel des Buches von Jennifer Estep, von der übrigens im März bereits der fünfte Teil der Mythos Academy erscheint.

Mai des Piper-Frühjahrsprogramms 2014

Kanadisch geht es im Mai los. Der Franko-Kanadier Sebastien de Castell darf seinem Faible für Mäntel nachgeben. „Greatcoats“ heißt seine Reihe. Sie beginnt mit „Blutrecht“ und erzählt, wie die ehemaligen Kämpfer des Königs eine neue Mission bekommen. Düster wird es auch in Band 3 der „Dunklen Götter“ von Michael Manning, der als Indie-Autor zum Erfolg fand. „Erzmagier“ setzt die Geschichte um Mort fort. Robert Corvus darf zudem die Welt der Schatten weiter erforschen. „Schattenkult“ kommt ebenfalls im Mai heraus. Weltuntergangsstimmung darf in den Jahren mit Hang zur Dystopie nicht fehlen: „Taken – Das erfrorene Land“ von Erin Bowman vertritt dies im Mai. Gewohnt lustig dürfte es hingegen beim „Terror der Tentakel“ werden. A. Lee Martinez stellt einen Diktator im Ruhestand in den Mittelpunkt seiner Science-Fiction-Komödie.