Zwölf Wasser – In die Abgründe von E.L. Greiff

E.L. Greiff: Zwölf Wasser - In die Abgründe

E.L. Greiff: Zwölf Wasser – In die Abgründe

Mit „Zwölf Wasser – In die Abgründe“ setzt E.L. Greiff ihre Geschichte um den Kontinent mit zwölf Quellen fort. Drei Gruppen sind jeweils zu den wichtigsten dieser Quellen unterwegs. Zu jeder der Gruppe gehört eine Undae, eine hohe Frau, die mit dem Wasser kommunizieren kann. Ihre Aufgabe ist es, die Quellen vor dem Versiegen zu bewahren und so zu verhindern, dass die zu einer Dämonin mutierte Asing die Welt vernichtet.

In die Abgründe der Zwölf Wasser

In Band 1, „Zu den Anfängen„, hatte Greiff den Aufbruch der ersten Gruppe um den Welsen Felt, Babu, Hüter eines magischen Falken, und der Unda Reva geschildert. Zum Auftakt von „Zwölf Wasser – In die Abgründe“ widmet sich die Fantasy-Autorin den anderen beiden Gruppen. Das gibt ihr Gelegenheit, neue Teile des Kontinents vorzustellen. Mit der Vorstellung der Kwother enthüllt sie den Lesern weitere Folgen der Katastrophe um Asing, denn dieses Volk gehörte zwar zu den Siegern als Welsien verbrannte, doch auf lange Sicht verloren die Beteiligten und ihre Familien, als Kwother zu Werkzeugen Asings wurden.

Greiff gelingt es, ihrer Geschichte mehr Tiefe zu verleihen, in dem sie diese Kontinuitäten aufzeigt. Konflikte haben eben in der Regel mehrere Ursachen und bauen auf alte Kriege und Rivalitäten auf. Kämpfe zu schilder ist nicht die größte Stärke der in den Niederlanden lebenden Autorin, doch innere Konflikte zu schildern, das Ringen der Figuren mit ihren Dämonen und ihrer persönlichen Geschichte, gelingt ihr hervorragend – die Charaktere werden lebendig. Zumindest, soweit sie menschlich sind, denn die Undae bleiben rätselhaft.

Zwölf Wasser fließen über

So wie Flüsse sich verzweigen und meist nicht den geraden Weg zum Meer nehmen, macht die Geschichte der zwölf Wasser auch einige Schlenker und ist nicht immer sehr gradlinig. Das ist aber auch notwendig, um die angesprochene Tiefe zu erreichen und geht nur selten auf Kosten der Spannung. Als Leser wird man nicht von einer Ereignisflut mitgerissen, sondern kann in Ruhe in die Geschichte und die Fantasy-Welt von E.L. Greiff eintauchen.

Wie es sich für den zweiten Band einer Trilogie gehört, endet die Geschichte nicht gut. Ob es zur Katastrophe kommt, oder ob nicht doch die Undae und ihre Verbündeten den Kampf um die Menschlichkeit gewinnen können, wird sich in Band 3 entscheiden. „Zwölf Wasser – Nach den Fluten“ erscheint im Herbst 2014. Es deutet sich bereits an, dass der Anteil der Magie zunehmen wird und dass Felt und die anderen Welsen Hilfe benötigen werden.

„Zwölf Wasser – In die Abgründe“ von E.L. Greiff ist bei dtv erschienen. Die broschierte Taschenbuchausgabe hat mit Anhang und Karte 560 Seiten und kostet 16,90 Euro, als E-Book 14,99 Euro.

Jahr der Überraschungen beim Deutschen Phantastik Preis (DPP 2013)

Es hatte sich bereits nach der Vorrunde abgezeichnet: Beim Deutschen Phantastik Preis gab es in diesem Jahr einige Überraschungen. So hatte der Verzicht auf eine Vorauswahl dazu geführt, dass einige Dauersieger wie Markus Heitz gar nicht erst nominiert wurden und Newcomer eine besser Chance bekamen. Und so durften sich Gestern in Dreieich zwei Autorenpaare über eine erstmalige Auszeichnung freuen: Judith und Christian Vogt erhielt den DPP 2013 für „Die zerbrochene Puppe“ in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ und Tom und Stephan Orgel durften sich als T.S. Orgel über die Auszeichnung für das „Beste deutschsprachige Romandebüt“ freuen. Sie erhielten für „Orks vs. Zwerge“ die meisten Stimmen.

George R.R. Martin schlägt Pat Rothfuss

In der Kategorie „Bester internationaler Roman“ gewann Altmeister George R.R. Martin mit „Lied von Eis und Feuer 9/10“ vor dem Auftsteiger der vergangenen Jahre, Patrick Rothfuss („Die Furcht des Weisen 2“), dessen Name überhaupt nur auf der Liste stehen konnte, weil sein auf zwei Bände aufgeteilter Roman zugleich auf zwei Erscheinungsjahre aufgeteilt worden war. Jasper Fjorde schaffte einen guten dritten Platz.

Eine Niederlage musste Abo-Sieger Perry Rhodan hinnehmen – als beste Serie erhielt „Das Schwarze Auge“ den DPP 2013. Self-Publisher Horus W. Odenthal kam hier, wie bereits in der Kategorie „Bestes deutschsprachiges Romandebüt“, immerhin auf den dritten Platz. Bei der besten Internetseite hatte es zwar in der Vorrunde Überraschungen gegeben, am Ende setzte sich aber mal wieder die Phantastik-Couch durch und die Bibliotheka Phantastika behielt das Abo auf den zweiten Platz.

Steampunk-Werk gewinnt Deutschen Phantastik-Preis

Als bestes Sachbuch zur Phantastik wurde „Steampunk – kurz und geek“ ausgezeichnet. Alex Jahnke und Marcus Rauchfuß zeichnen dafür verantwortlich. Für seine Kurzgeschichte „Automat“ erhielt Bernd Perplies den DPP 2013, zur besten Anthologie kürten die Leser „Wenn das die Grimms wüssten“, herausgegeben von Peter Hellinger. Arndt Drechsler darf sich als bester Grafiker fühlen.

Erstmals seit 1999 gab es beim Deutschen Phantastik-Preis auch wieder einen Ehrenpreis. Die Redaktion der veranstaltenden Phantastik-News ehrte auf der Buchmesse-Con Ralf Boldt und Wolfgang Jeschke für die Herausgabe der Anthologie „Die Stille nach dem Ton“. Die komplette Liste mit Gewinnern und Platzierungen steht auf Phantastik-News.

Neue Fantasy-Bücher im Oktober 2013: 12 Wasser auf dem Pfad des Zorns

E.L. Greiff: Zwölf Wasser 2

E.L. Greiff: Zwölf Wasser 2

Es geht in die Abgründe: In E.L. Greiffs Trilogie „Zwölf Wasser“ ist die Zeit für einige Rückschläge gekommen. Denn die wichtigsten Quellen beginnen zu versiegen und rauben damit den Menschen ein Stück Menschlichkeit. Das geht selbst nicht an den welsischen Offizieren spurlos vorbei, die die Undae begleiten. Drei Trupps sind aufgebrochen um sich gegen das Versiegen der Quellen zu stellen. Doch wie „Zwölf Wasser – In die Abgründe“ zeigt, ist diese Mission fast hoffnungslos, da die Welt bereits ins Chaos zu stürzen droht. Erschienen ist der zweite Teil der Trilogie beim Deutschen Taschenbuch Verlag.

Antoine Rouaud: Der Pfad des Zorns

Antoine Rouaud: Der Pfad des Zorns

Ab Mitte Oktober gibt es auch mehr über eine andere Mission zu lesen – dann erscheint „Der Pfad des Zorns“ von Antoine Rouaud. Das bei Heyne erscheinende Fantasy-Buch des Franzosen verspricht ein spannendes Debüt zu werden. Auch wenn man beim Blick auf das Cover ausrufen möchte „Was willst Du mit dem Dolche, sprich“, ist der Reihen-Titel doch „Das Buch und das Schwert„. Zunächst geht es um einen Veteranen, General Dun-Cadal, der den Untergang des Kaiserreichs und die Revolution nicht verhindern konnte und nun seine Erinnerungen zu vergessen sucht. Doch ihm ist kein Frieden vergönnt, denn eine Gelehrte, die Historikerin Viola, stöbert ihn auf, sodass Buch und Schwert zusammenfinden.

Michael M. Thurner: Der Gottbettler

Michael M. Thurner: Der Gottbettler

Dass es auch in Österreich düster zugehen kann, zeigt der in Wien lebende Autor Michael M. Thurner mit „Der Gottbettler“. Am 21. Oktober erscheint sein Werk bei Blanvalet. Zwei Trios treffen darin aufeinander: Eines, das für den nach der Weltherrschaft strebenden Gottbettler kämpft und eines, das sich diesem entgegen stellt. Dabei ist die Aufgabe der Gottbettler-Feldherren deutlich einfacher, stehen ihnen doch viel mehr Schergen zur Verfügung. Doch die Sympathie des Lesers bekommt meist David und nicht Goliath. Und so dürfen Rudynar Pole, Pirmen und Terca darauf hoffen, doch zu siegen – auch wenn sie alles andere als strahlende Helden sind.