Brent Weeks: Die blendende Klinge – Band 2 der Licht-Trilogie

Cover von Die blendende Klinge

Brent Weeks: Die blendende Klinge

Die blendende Klinge hat Gavin Guile getroffen und ihm die Farbe Blau genommen. Doch dass er kein vollständiges Prisma mehr ist, verschweigt Lord Prisma selbst seinen engsten Freunden und Beratern. Er klammert sich an die Hoffnung, dass ihm noch genügend Macht und Zeit bleibt, den Farbprinz und seine Armee zu vernichten und so die Sieben Satrapien vor dem Chaos zu retten. Und tatsächlich hat der Krieg des Frabprinzen mehr mit Gavens Vergangenheit und der seines gefangenen Bruders zu tun als das Prisma ahnt …

Brent Weeks setzt auf Artefakte wie die blendende Klinge

In „Das schwarze Prisma“ hatte Brent Weeks Gavin als mächtigen Superhelden eingeführt, dem dank seiner vollkommenen Farbmagie keine Aufgabe zu groß oder zu schwer war. Doch das Helden-Image bekam Risse, als es dem Prisma nicht gelang, den Farbprinzen zu besiegen. Durch den Verlust einer Farbe wird er in „Die blendende Klinge“ (The Blinding Knife) elementar geschwächt – und muss lernen, mit dieser Situation umzugehen. Zumal mit Blau auch die Farbe der Vernunft verschwunden ist. Gavin wird durch seinen Machtverlust nur menschlicher – und ein Charakter, mit dem Leser mitleiden und -fühlen können.

Während Gavin Macht verliert, entdeckt sein Bastard-Sohn Kip, dass er mächtiger ist als gedacht. Was ihm fehlt: Hilfe bei der Beherrschung seiner Kräfte und vor allem Selbstvertrauen. Als Mitglied der Leibwächtertruppe Schwarze Garde soll er sich letzteres erarbeiten.

Über die Figur Kip erweitert Brent Weeks zudem sein Magie-System der Licht-Trilogie. Denn die blendende Klinge ist nicht das einzige mächtige Artefakt. Es gibt auch Tarnmäntel und vor allem Karten des Spiels Neun Könige, die es erlauben, die Gedanken der abgebildeten Person zu erkunden. Außerdem kommen weitere Farben des Farbspektrums hinzu, die sich magisch nutzen lassen – in der Farblehre der Chromeria aber keine Rolle spielen dürfen.

Dunkle Momente der Licht-Trilogie

Durch die Karten und anderen Farben bringt Brent Weeks neue Spieler in die Handlung und verkompliziert den Kampf um die Vorherrschaft in den Sieben Satrapien. Vordergründig ging es um den Kampf zweier Systeme: dem der Ordnung der Chromeria auf der einen Seite und dem des Chaos und der Freiheit des Farbprinzen auf der anderen. Doch dahinter kommen ältere Konflikte um die Vorherrschaft zum Vorschein. Ähnliches hatte Weeks bei der Schatten-Trilogie getan, in der der Konflikt auf immer größere Dimensionen einnahm, bis es zu einer Entscheidungsschlacht kam, die die Züge eines schlechten Blockbusters trug. Bleibt zu hoffen, dass er sich für die Licht-Trilogie eine andere Form der Entscheidung überlegen wird.

Ideen dazu müsste Weeks haben, schafft er es doch an anderer Stelle, seine Leser mit originellen Einfällen und Wendungen zu überraschen. Auch wird „Die blendende Klinge“ über die fast 1000 Seiten nie langweilig – zu geschickt zieht Weeks das Erzähl-Tempo an, um dann sich und seinen Lesern ein wenig Ruhe und Entspannung, durch komische Szenen, zu gönnen. Und geschickt spielt er mit der Hoffnung, dass die Geschichte ein gutes Ende für die wichtigsten Figuren nehmen werde, nur um diese Hoffnung dann erst einmal wieder zu zerstören. Denn Weeks weiß: je dunkler die Aussichten, desto heller wird am Ende der Lichtbringer  scheinen.

Die blendende Klinge„, Band 2 der Licht-Trilogie, von Brent Weeks ist bei Blanvalet erschienen. Die Paperback-Ausgabe umfasst 960 Seiten und kostet 15 Euro. Die Übersetzung stammt von Hans Link und Clemens Brumm.

Update: Im Original ist Band 3 erschienen und trägt den Titel „The Broken Eye“. Einen deutschen Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht, doch dürfte es 2015 werden.

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2 Gedanken zu „Brent Weeks: Die blendende Klinge – Band 2 der Licht-Trilogie

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