Fantasy-Vorschau Januar 2013: Blendende Klingen und Schwerter

Richard Morgan: Das kalte Schwert

Richard Morgan: Das kalte Schwert

Der Januar ist bereits fast zur Hälfte vorbei, da wird es Zeit, auf die Neuerscheinungen einzugehen. Bereits in Auslieferung befindet sich „Das kalte Schwert“ von Richard Morgan. In der bei Heyne erschienenen Fortsetzung von „Glühender Stahl“ geht der Kampf des Ringil Eskiath gegen sich selbst, Homophobe und schreckliche Feinde weiter. Während er letzteren Gruppen mit dem Schwert in der Hand gegenübertreten kann, muss er seine eigenen Probleme und Schuldgefühle allein überwinden. Sonderlich sympathisch ist Morgans Anti-Held nicht. Und enthielt Band 1 bereits einige Längen, so steht zu befürchten, dass es noch mehr werden, da „Das kalte Schwert“ mit rund 700 Seiten noch einmal 150 Seiten länger ist.

Cover von Der Hueter des Schwertes

Duncan Lay: Der Hüter des Schwertes

Um ein Schwert geht es auch in einer neuen Veröffentlichung aus Australien, die am 21. Januar herauskommt. Duncan Lay erzählt in „Der Hüter des Schwertes“ die Geschichte von Martil, einem Mann, der viel für Volk und Vaterland getan und dabei große Schuld auf sich geladen hat. Doch für seine Königin kehrt er in den aktiven Dienst zurück. Übersetzt wurde das Werk – im Original bereits 2009 erschienen – von Michaela Link, die sich auch um die Fortsetzung kümmert, die bereits für Mai angekündigt ist und ebenfalls bei Blanvalet erscheinen wird.

Cover von Die blendende Klinge

Brent Weeks: Die blendende Klinge

Dort kommtam 21. Januar auch der zweite Band der Licht-Trilogie heraus. „Die blendende Klinge“ von Brent Weeks (übrigens von Hans Link und Clemens Brunn übersetzt) setzt die Geschichte des schwarzen Prismas und des Kampfes von Gavin und seinen Verbündeten gegen schreckliche Mächte fort. Dass Gut und Böse bei Brent Weeks nicht so leicht zu trennen sind, weiß jeder Leser des ersten Bandes oder auch der Schatten-Trilogie. In der Licht-Trilogie zeigt es sich etwa an der Hauptfigur Gavin, der seinen eigenen Zwillingsbruder seit 16 Jahren gefangen hält. Die Fans dürfen sich auf eine epische Geschichte freuen; 960 Seiten ist die deutsche Ausgabe der „Blendenden Klinge“ dick.

Die Hohlbeins kommen – eine Doku-Soap über die ganze Familie

Wolfgang Hohlbein fährt am liebsten Lotus, einen gelben Lotus. Doch wenn der mal wieder nicht anspringt, setzt er sich auch mal hinter das Steuer eines ebenfalls sehr spritsparenden Jeeps. Und er fährt sogar selbst zum Baumarkt. All das verrät die Doku-Soap „Die Hohlbeins – eine total fantastische Familie“. Am Montag, dem 7. Januar, zeigt der Baumarkt- und Jeep-Sender RTL II die Pilotfolge dieses ersten Fernsehhighlights des neuen Jahres. Das ist natürlich total fantastisch.

Die Hohlbeins – angeführt von Wolfgang, Heike und Rebecca

Nach 40 Millionen (solche Zahlen nennt die Buchbranche nur, wenn sie so gut ausfallen) verkaufter Bücher ab „Märchenmond“ ist es auch an der Zeit, dass das Fernsehpublikum endlich mehr über die Hohlbeins erfährt. Auch die Leser werden sich freuen, kann man doch nur wenig über die Familie lesen, allenfalls von Familienmitgliedern dringen Texte nach außen. Neben Wolfgang Hohlbein und seiner Frau „Heldenmutter“ Heike schreibt ja inzwischen auch Tochter Rebecca. Was die anderen fünf Kinder so treiben, könnten die Zuschauer nebenbei auch erfahren. „Worldbuilding“ interessiert aber eigentlich nicht und lenkt nur von der Handlung ab. Denn dass es ein Script für die Doku-Soap gibt, davon ist auszugehen, gibt es doch kaum ein stärker durchinsziniertes Format als dieses. Oder würde jemand „spontan“ in Anwesenheit eines Fernsehteams eine Metall-Party zu organisieren beginnen?

Würde Skar noch leben, würde er sich wohl in sein Tschekal stürzen, damit ihm die Schande erspart bliebe mitzuerleben, wie sich einer seiner Schöpfer so entblößt. Was reitet einen erfolgreichen Autor, der von seinen Fabrikaten (davon muss man bei mehr als 200 veröffentlichten Büchern wohl sprechen) gut leben kann, sich so öffentlich zu präsentieren? Es ist angeblich das erste Mal, dass Fernsehkameras in Räumen der Hohlbeinschen Häuserzeile in Neuss filmen durften. Will Wolfgang einmal Ozzy Osbourne sein? Mehr als die Geissens oder Wollnys wird es doch am Ende nicht werden, selbst wenn der Pilot in Serie geht. Oder geht es mehr darum, die Karriere Rebbecas weiter zu befördern? Der Verdacht liegt zumindest nahe.

RTL II – die Fantasy-Schmiede nicht nur für die Hohlbeins

Und warum der Schritt zu RTL II? Hier scheint es genügend Zielgruppe zu geben, lief auf dem Schmuddelkind der RTL-Familie doch die erste Staffel der Soap von Westeros, „Game of Thrones“ und  läuft hier doch „The Walking Dead“, die nicht nur bei Zombies beliebt ist. Mit ganz so vielen Nacktszenen und Typen in abgerissenen Klamotten ist bei den Hohlbeins wohl nicht zu rechnen. Die erste Familien-Folge „Die Hohlbeins“ beginnt übringens nicht „am frühen Morgen“ und wird auch nicht erst zur „Geisterstunde“ ausgestrahlt, sondern bereits um 22.15 Uhr, wenn zwar „Märchenmonds Kinder“ schon schlafen, „Die Moorhexe“ sich aber gerade erhebt. Die Quoten werden dann entscheiden, ob das „Unheil“ den totalen Serienverlauf nehmen kann.