Dolch und Münze, erster Teil: „Das Drachenschwert“ von Daniel Hanover

Cover von Dolch und Münze

Daniel Hanover: Dolch und Münze 1- Das Drachenschwert

Dolch und Münze stehen für Krieg und Handel in Daniel Hanovers Saga, deren erster Teil „Das Drachenschwert“ in der deutschen Übersetzung erschienen ist. Im Original trägt der Band den Titel „The Dragon’s Path“, also der Pfad des Drachen (Danke an Gerd für den Hinweis, dass der Reihentitel in der Übersetzung bleibt). Nicht die einzige Veränderung – in der Übersetzung bekommt Autor Daniel Abraham das Pseudonym Daniel Hanover, denn leider scheint sein Name nicht unbedingt verkaufsfördernd zu sein. „Die magischen Städte“ erfüllten nicht die Erwartungen des Blanvalet-Verlags. Für die Dolch-und-Münze-Saga bekommt Daniel Abraham/Hanover nun prominente Werbe-Unterstützung. So preist George R.R. Martin, der mit Abraham gern zusammenarbeitet (Abraham realisiert unter anderem eine Comic-Version des Liedes von Eis und Feuer), die Serie und auch Patrick Rothfuss lobt das Werk.

Dolch und Münze – vorerst vereint

Um die Macht der Wahrheit dreht sich die Saga „Dolch und Münze“. Für die Einführung in den großen Konflikt lässt sich Daniel Hanover jedoch viel Zeit. Im Vordergrund stehen zunächst einmal je ein Vertreter des Dolchs und der Münze: der Söldnerhauptmann Marcus Wester und das Bankmündel Cithrin. Der Krieger bringt die Waise aus der umkämpften Stadt Vanai, nicht ahnend, dass sie ein Vermögen mit sich hinausgeschmuggelt hat. Doch schon bald sind ihnen Verfolger aus Antea auf den Fersen, einem Reich aus dem Norden, das von inneren Machtkämpfen zerrissen ist.

Außer aus der Sicht von Marcus Wester und Cithrin wird die Handlung aus der Sicht von Meister Kit, dem Anführer einer Schauspielertruppen, von Dawson Kalliam, einem einflussreichen, konservativen Adligen aus Antea sowie von Geder geschildert, einem jungen Außenseiter und niederen Aldigen des selben Reiches. Den beiden Letztgenannten gehört nicht die Sympathie des Lesers, denn auch wenn Geder Opfer von Intrigen wird, wird das Mitleid mit ihm schnell durch seine Taten erstickt. Im Gegensatz zu seinen Kameraden liest er zwar gern, konzentriert sich jedoch auf spekulative Quellen, die ihm ein gefährliches Halbwissen vermitteln und eine Wahrheit vorgaukeln, die es so nicht gibt. Das macht Geder anfällig für Einfluss von anderen, wie sich in der Saga noch zeigen wird.

Die Welt des Dolchs und der Münze

Seine neue Fantasy-Welt hat Daniel Abraham deutlich klassischer entworfen als die der magischen Städte. 13 menschliche Rassen leben in ihr – erschaffen Drachen, die sich in langen Kämpfen gegenseitig ausrotteten. In „Das Drachenschwert“ wird noch nicht deutlich, ob es die verschiedenen Rassen braucht oder ob sie nur zum Flair und pfantastischen Charakter der Welt beitragen sollen. Das Magiesystem der Saga ist auch weniger komplex – Kundige beherrschen Kriegsmagie, ansonsten verfügt der geheimnisvolle Spinnenorden über magische Fähigkeiten, wie bereits der Prolog enthüllt.

Der erste Teil von Dolch und Münze dient vor allem dazu, die Protagonisten und Antagonisten in die Position zu bringen, die sie im großen Konflikt zwischen der machthungrigen Spinnengöttin und denen, die ihr Widerstand leisten, einnehmen sollen. Die Handlungsstränge verlaufen daher die meiste Zeit über parallel und kreuzen sich nur selten. Das dürfte sich in der Fortsetzung – „The King’s Blood“ lautet der Originaltitel – ändern. Wahrscheinlich wird das in „Das Drachenschwert“ zum Teil gemächliche Erzähltempo dann auch anziehen. Für den ersten Teil ist es weitgehend angebracht, da so die Einführung in die Fantasy-Welt erleichtert wird.

„Dolch und Münze – Das Drachenschwert“ von Daniel Hanover ist bei Blanvalet erschienen. Der erste Teil der Saga hat in der broschierten Ausgabe 672 Seiten und kostet 14 Euro. Die Übersetzung stammt von Simone Heller.

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3 Gedanken zu „Dolch und Münze, erster Teil: „Das Drachenschwert“ von Daniel Hanover

  1. Hi! Was den Reihentitel angeht, vertust du dich mMn. Auch wenn es auf den ersten (und meinetwegen auch den zweiten ;)) Blick vielleicht nicht so wirkt, ist „Dolch und Münze“ auch im Deutschen der Reihentitel. Schau mal auf der Randomhouse-HP auf den Autoreneintrag – oder im Buch auf den Schmutztitel. Da steht jeweils „Dolch und Münze 01“ (so, wie da beim aktuellen Erikson „Das Spiel der Götter 14“ steht). So betrachtet, hat der Verlag an dieser Stelle zumindest keine Schelte verdient. Was die Änderung des Autorennamens angeht – du weißt, warum das gemacht wurde. Ich glaube, niemand ist mit der Sache so richtig glücklich, aber wenn die Alternative heißt, dann gibt’s „Dolch & Münze“ eben nicht auf Deutsch, dann … naja, dann kann sich ja jeder überlegen, was ihm lieber wäre …

    Beste Grüße
    Gerd (gero)

    • Hallo Gerd,

      wahrscheinlich liegst Du mit dem Reihentitel richtig. Es scheint eine weitere Reihe zu sein, bei der der Titel des Bandes nur als Untertitel auf dem Cover erscheint. Ich habe mich davon irritieren lassen – sieht auch ein wenig wie bei den Drachenlanzen-Romanen aus (auch wenn es da meist oben stand). 😉
      Als Schelte war es aber nicht gemeint, sondern lediglich als Hinweis an Leser. Die Wahl eines Pseudonyms kann ich – im Kontext – nachvollziehen. Der Spagat gelingt nur meiner Meinung nach nicht, denn warum sollte ein renommierter amerikanischer Autor nicht seinen Klarnamen wählen?
      Ich freue mich jedenfalls über die Veröffentlichung von „Dolch und Münze“ und werde nach Möglichkeit auch Band 2 vorstellen.

  2. Pingback: Königsblut – Dolch und Münze 2 von Daniel Hanover | Der Fantasy Weblog

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