Vorschau auf neue Fantasy-Bücher im Juli 2012

Cover von Ein Tanz mit Drachen

George R.R. Martin: Ein Tanz mit Drachen

Noch steht „Der Sohn des Greifen“ hoch in den Bestsellerlisten, da kommt bereits der Nachfolger – „Ein Tanz mit Drachen“, Band 10 des Liedes von Eis und Feuer, das bereits seit 15 Jahren hierzulande erklingt und seit der Verfilmung durch HBO auch an Stimmgewalt gewonnen hat. Rund 800 Seiten umfasst der zehnte deutsche Band, der die zweite Hälfte des fünften Orginalbuches wiedergibt. Auf dem Cover prankt das Wappen der Boltons, der gehäutete Mann. Das verweist bereits darauf, dass die Entscheidung darüber naht, wer im Norden herrschen wird. Doch auch der Kampf an der Mauer geht weiter, ist Jon Schnee doch bemüht, die Wildlinge für den Kampf gegen die Anderen zu mobilisieren. Der Titel wiederum, „Ein Tanz mit Drachen“, zeigt an, dass Daenerys zeigen muss, ob sie ihre drei Drachen kontrolliert und so ihre zahlreichen Gegner doch noch besiegen kann. Das Lied von Eis und Feuer 10von George R.R. Martin erscheint, wie bereits der Vorgänger, bei Penhaligon.

Cover von Dolch und Münze

Daniel Hanover: Dolch und Münze

Beim Partnerverlag Blanvalet erscheint im Juli das Werk eines zu unrecht nicht sehr erfolgreichen Autoren. Daniel Abrahams „Magische Städte“ hätten ein breites Publikum verdient. Doch leider ist sein Erfolg bislang nicht so groß, weshalb er nun als Daniel Hanover in Deutschland veröffentlicht wird. „Dolch und Münze“ heißt die neue Trilogie, „Das Drachenschwert“ (The Dragon’s Path) ist der Titel des ersten Bandes. Protagonist ist Marcus Wester, ein Söldnerhauptmann, der erkennen muss, dass es auch andere Dinge als Geld gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. 672 Seiten ist „Dolch und Münze – Das Drachenschwert“ lang und kostet 14 Euro.

Cover von Heldenzorn

Jonas Wolf: Heldenzorn

Interessante deutsche Fantasy kommt im Juli bei Piper auf den Markt. Dort hatte bereits Anfang des Jahres das Pseudonym Jonas Wolf einen ersten großen Auftritt mit „Heldenwinter“. „Heldenzorn“ knüpft an die dort geschilderte Welt des Dominums an, setzt aber nicht die Geschichte von Namakan und Dalarr fort. Dieses Mal stehen die Pferdelords der Steppe im Fokus der Handlung, die schon lange das Imperium von Tristborn bekämpfen. Teriasch, ein Barbar, setzt eine Sklavenrevolte in Gang, die die Grundfesten des Dominums erschüttern kann. Wird Teriasch wie Spartacus enden? 384 Seiten hat die kartonierte Taschenbuchausgabe von „Heldenzorn“, die 12,99 Euro kostet.

Der Sohn des Greifen – Das Lied von Eis und Feuer 9

Cover von Der Sohn des Greifen

George R.R. Martin: Der Sohn des Greifen

Lange hat George R.R. Martin seine Leser auf den nächsten Band von „Das Lied von Eis und Feuer“ warten lassen. Die deutsche Ausgabe des fünften Originalbandes ist erneut auf zwei Bücher aufgeteilt worden. „A Dance With Dragons“ heißt daher zunächst „Der Sohn des Greifen“. Dieser Titel weist auf eine neue Figur im Fantasy-Epos von George R.R. Martin hin: einen Trumpf im Spiel um den Thron von Westeros.

Der Sohn des Greifen – ein neuer Charakter 

Bevor Martin seine Leser jedoch in diesen Konflikt wieder hineinführt, quält er sie mit einem überlangen Prolog, der im Land des Ewigen Winters, nördlich der Mauer spielt und letztlich nur auf die Gefahr durch die Anderen hinweisen soll. Langjährige Leser, die noch die alte Übersetzung im Kopf haben, benötigen zudem ein wenig Zeit, um sich in der umbenannten Welt zurecht zu finden. Doch wenn das erste Kapitel mit Tyrion einsetzt, findet man schnell wieder in das Fantasy-Epos hinein.

Ein Großteil der Handlung spielt in den Freien Städten und Essos. Daenerys ist bemüht, ihre Herrschaft in Meereen zu festigen, hat jedoch mit Widerstand in der Stadt und außerhalb zu rechnen. In den Freien Städten sähe man es gern, wenn sie sich mit ihren Drachen nach Westeros einschiffen würde. Doch eine solch einfach Lösung wählt George R.R. Martin nicht. Wichtiger ist ihm die Frage, wer sich alles um die Hand der Königin bemüht, die ihre Ideale als Sklavenbefreierin nicht verraten möchte.

Das Lied von Eis und Feuer 9 enthüllt nur wenig

In „Der Sohn des Greifen“ treibt Martin auch den Konflikt mit den Anderen von jenseits der Mauer nicht voran. Noch marschieren die Untoten nicht, wodurch Jon Schnee, frisch gewählter Kommandant der Nachtwache, Zeit bekommt, die Abwehr gegen diese Wesen und weitere Wildlinge zu organisieren. Dafür erfährt Bran mehr über seine Fähigkeiten und seine Bestimmung.

Wie „Das Lied von Eis und Feuer“ einmal zu Ende gehen könnte, bleibt offen. Sicher ist nur, dass Westeros wohl noch weitere Schlachten bevorstehen. Die Handlung hält noch Üeinige berraschungen bereit und bleibt spannend. Stellenweise geht jedoch das Geheimnisvolle verloren, wenn Martin etwa Einblicke in die Gedanken der Priesterin Melisandre gewährt. Auch bei der neuen Figur des Greifen hätte es ausgereicht, ihn durch Tyrions Augen einzuführen.Doch wer so viele Charaktere opfert wie Martin und so viele Handlungsstränge verfolgt, braucht beständig Nachwuchs an neuen Figuren. Das gehört zum Reiz dieses Fantasy-Epos‘, doch sollte der amerikanische Autor den Bogen hier nicht überspannen.

„Der Sohn des Greifen – Das Lied von Eis und Feuer 9“ von George R.R. Martin ist bei Penhaligon erschienen. Die Übersetzung von Andreas Helweg erstreckt sich über 832 Seiten und kostet in der Klappenbroschur-Ausgabe 16 Euro. Die Fortsetzung – „Ein Tanz mit Drachen“ – erscheint am 23. Juli. Danach geht das Warten auf den nächsten Band weiter.