Drachenkampf von Pierre Pevel

Cover von Drachenkampf

Pierre Pevel: Drachenkampf

Die drei Musketiere sind tot, es leben die Klingen des Kardinals! Unter der Führung von La Fargue dient diese Eliteeinheit Kardinal Richelieu, dem mächtigsten Mann Frankreichs. In „Drachenkampf“ müssen sie ein weiteres Mal ihr Land gegen die Drachen verteidigen, die die Herrschaft über ganz Europa anstreben. Die von Spanien aus operierenden magischen Wesen verlassen sich dieses Mal nicht allein auf ihren Geheimbund „Schwarze Kralle“ – zu hoch ist der Einsatz. Doch um welchen Preis es geht, müssen La Fargue, Almadès, der geheimnisvolle Saint-Lucq und die anderen zunächst herausfinden. Und bei der Entschlüsselung der Intrige verlieren sie wertvolle Zeit. Und die Zeit spielt dem Alchemisten, dem Todfeind der Klingen des Kardinals in die Hände. Nicht umsonst lautet der Originaltitel von „Drachenkampf“ „L’Alchemiste Des Ombres“ (Alchemist der Finsternis).

Pevel lässt in „Drachenkampf“ Klingen sprechen

„Drachenkampf“ fügt sich fast nahtlos an den Vorgänger „Drachenklingen“ an. Erneut stehen Duelle, schöne Spioninnen und Intrigen im Mittelpunkt. Pevel lässt das Paris von 1633 lebendig werden und spielt häufig auf „Die drei Musketiere“ an. So bekommen nicht nur Richelieu und Rochefort ihren Auftritt, sondern auch ein gewisse D’Artagnan. Dennoch ist „Drachenkampf“ weder eine dumpfe Nachahmung des Abenteuerromans von Alexandre Dumas, noch handelt es sich um einen historischen Roman. Im Vergleich zum Vorgänger spielen phantastische Elemente eine größere Rolle. Dazu gehören die Drachen und ihre Magie, andere Echsenwesen wie die Draqs sowie die Burgschwestern, Nonnen, die sich auf die Abwehr von Drachenmagie spezialisiert haben.

Das eröffnet dem Autor viele Möglichkeiten, die Pevel auch nutzt, um  Spannung in seine Geschichte zu bringen. Die ist zwar ziemlich dünn geraten, doch mit viel Tempo und Action überspielt der fränzösische Fantasy-Autor die Schwächen. Auch lässt er noch ausreichend Geheimnisse offen, etwa zur Rivalität unter der Drachen, um Lust auf den drittel Teil zu machen. Und den würde man am liebsten gleich nach Beendigung von „Drachenkampf“ lesen, da das Buch mit einem echten Cliffhanger endet.

„Drachenkampf“ ist nicht der letzte Klingen-Roman von Pevel

Ein wenig ermüdend sind die dauernden Wiederholungen bei Personen. Da viele der zahlreichen Charaktere sich unter falschem Namen ins Lager des Gegners begeben, weist Pevel regelmäßig auf die echten Namen hin, damit Leser nicht durcheinander kommen. Doch beim vierten Hinweis auf die Identität des Alchemisten ist man nicht mehr dankbar dafür, sondern lediglich genervt davon.

„Drachenkampf“ ist bei Heyne im Taschenbuch erschienen und kostet 9,99 Euro. Der Fantasy-Roman hat 432 Seiten und ist nicht der letzte der Reihe. Im Original ist bereits 2010 der dritte Teil erschienen.

Seraph 2012 auf der Leipziger Buchmesse verliehen

Am Sonntag ist die Leipziger Buchmesse zu Ende gegangen – 163.500 Besucher kamen an den vier Tagen nach Leipzig. Aus Sicht der phantastischen Literatur ging es in diesem Jahr nicht nur um Lesungen, Diskussionen um E-Books und die Umstellung der Spiegel-Bestsellerliste. Erstmalig wurde von der Phantastischen Akademie der Seraph verliehen. Für das beste Debüt erhielt Nina Maria Marewski den mit 2000 Euro dotierten Förderpreis; der Jury hatte ihr „Die Moldau im Schrank“ am besten gefallen.  Christian von Aster wurde für „Der letzte Schattenschnitzer“ in der Kategorie bestes Buch geehrt. Im Interview verrät Oliver Graute, 1. Vorsitzender der Phantastischen Akademie, warum der Preis, symbolisiert durch eine sechsflügelige, schwarze Engelsstatue, ins Leben gerufen wurde.

Poträt von Oliver Graute

Oliver Graute, 1. Vorsitzender der Phantastischen Akademie

Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar, Deutscher Phantastikpreis: Es gibt bereits mehrere Phantastikpreise in Deutschland. Warum war es Ihnen wichtig, den Seraph noch einzuführen?

Oliver Graute: Beide genannten Preise konnten im Grunde nicht das erreichen, was der Phantastischen Akademie am Herzen liegt. Aufmerksamkeit im positiven Sinne, oder besser gesagt, überhaupt Aufmerksamkeit, zu erzielen. Wetzlar und DPP sind eine gute Sache, und wir wollen uns nicht als Konkurrenz verstehen. Sie vernachlässigen aber einen wichtigen Aspekt und die damit verbundene Frage: Wem nützt ein Preis, von dem keiner etwas weiß?  Der Seraph will unter anderem positive und professionelle Pressearbeit leisten, und dem Genre zu einem neuen Selbstbewusstsein verhelfen.

Warum benötigt die Phantastik denn neues Selbstbewusstsein?

Graute: Von vielen Menschen wird sie aus Unwissenheit gering geschätzt. Sie hören Fantasy und assoziieren gleich Elfen, Feen, Drachen und Trolle und glauben, das war es. Aber das Fantasy nur einen Bruchteil des Phantastik-Genres abbildet, ist den Meisten nicht bewusst. Genauso wenig, wie der Umstand, dass auch innerhalb der High-Fantasy à la Tolkien nicht nur Einheitsbrei herrscht, sondern hervorragende Autoren anspruchsvolle oder doch zumindest unterhaltsame Literatur schaffen.

In der Jury sitzen viele Verlagsvertreter. Wie wird verhindert, dass der Preis einfach nur reihum geht?

Graute: Wie die erste Preisverleihung zeigt, ist das „Beste Debüt“ an den Bilgerverlag, einen Schweizer Kleinverlag gegangen, von denen niemand in der Jury saß, und auch im Entscheid um das „Beste Buch“ hat eher ein Outlaw gewonnen. Dieses Ergebnis spricht sicherlich für sich selbst. Unsere Jury ist zu groß und zu breit gefächert, als dass es einen Einfluss hätte, was ein Einzelner vielleicht erreichen wollen würde. Darüber hinaus bleibt die Jury nicht in jedem Jahr gleich, sondern es wird immer neuen Wind geben.

Phantastik-Preis Seraph

Erstmalig auf der Leipziger Buchmesse verliehen: der Seraph

Wie weit ist die Phantastik Akademie in Ihrer Mission nach der ersten Verleihung gekommen? Wie zufrieden waren Sie mit dem Medienecho?

Graute: Man kann immer sagen, es könnte besser sein, aber wir sind wirklich zufrieden mit unserem Ergebnis. Wir wollten viel und haben mehr als das erwartbare bekommen. Einen großen Artikel im Berliner Tagesspiegel, einer der wichtigsten Tageszeitungen Deutschlands. Berichterstattungen auf allen wichtigen Buchrelevanten Internet-Plattformen wie Börsenblatt.net, Buchmarkt, Buchmesse-Homepage und so weiter. Viel Interesse von Bloggern, Foren und auch Lokalen Szene-Plattformen rund um Leipzig und Berlin.

Was wollen Sie für den Seraph 2013 anders machen?

Graute: Es gibt Vieles, was noch besser werden kann, aber im Grunde wollen wir vor allem noch mehr machen. Dazu gehört noch mehr Presse, aber auch Seminararbeit mit Autoren und Nachwuchsautoren. Die Weichen sind bereits gestellt.

Vorschau auf Neuerscheinungen im März: Der dunkle Ruhm des Drachenkampfs

Cover von Drachenkampf

Pierre Pevel: Drachenkampf

Lange mussten die deutschsprachigen Leser von Pierre Pevel auf die Fortsetzung von „Drachenklingen“ warten, doch im März erscheint sie nun bei Heyne. „Drachenkampf“ setzt die Geschichte um die Klingen des Kardinals (niemand anderes als Richelieu) fort, die Frankreich gegen die schwarzen Krallen verteidigen. So wird ein weiteres Mal die Welt des 17. Jahrhunderts, die Welt der Musketiere in einem Fantasy-Roman lebendig. Doch werden hier nicht nur Degen gekreuzt und Pistolen gezückt, sondern auch Drachen und Magier in die Konflikte verwickelt. Da der gewünschte Erfolg mit Pierre Pevel wohl ausblieb, hat Heyne „Drachenkampf“ (original L’Alchimiste des Ombres) gleich als Taschenbuch geplant. Der temporeiche Fantasy-Roman aus Frankreich hat 432 Seiten und kostet 9,99 Euro.

Cover von Farlander 2

Col Buchanan: Farlander - Im Auftrag der Rache

Ebenfalls bei Heyne erscheint im März die Fortsetzung von Col Buchanans „Farlander“. Da ein alter, blinder Kriegermönch sich auf dem Cover wohl nicht so gut machen würde, ist es nicht Asch, der dort zu sehen ist, sondern Serèse, die Geliebte von Nico. Doch der Untertitel von Farlander 2, Im Auftrag der Rache, bezieht sich auf den Veteranen Asch. Schließlich hat der Roschun geschworen, die Herrscherin über das Heilige Imperium zu töten. Diese hat sich mit ihrer Armee aufgemacht, um im langen Krieg gegen die Herzlande den finalen Schlag zu führen. So erwartet die Leser, die sich vom eher enttäuschenden ersten Teil nicht abschrecken lassen, also mindestens eine große Schlacht. 688 Seiten hat die Klappenbroschur-Ausgabe, für die Heyne 13,99 Euro als Preis festgesetzt hat.

Cover von Dunkler Ruhm

Sam Sykes: Dunkler Ruhm - Die Tore zur Unterwelt 2

Um eine weitere Fortsetzung handelt es sich bei „Dunkler Ruhm – Die Tore zur Unterwelt 2“ von Sam Sykes. Der amerikanische Autor hat sich für sein erstes großes Werk eine ziemlich wilde Rassenmischung überlegt, mit Anleihen an Elfen, Drachen und Dämonen. Im Mittelpunkt steht eine bunt zusammengewürfelte Söldnertruppe, die von Lenk geführt wird. Lenk hört eine Stimme in seinem Kopf, über deren Herkunft Sykes erst allmählich aufklärt. Im zweiten Teil seiner Tore zur Unterwelt müssen die Helden erfahren, dass diese Tore nicht mehr so gut gesichert sind, wie es sein sollte, und dass die Dämonen bereits einigen Einfluss errungen haben. Gemetzel und Wortgefechte dürften auch „Dunkler Ruhm“ prägen. „Die Tore zur Unterwelt 2“ erscheint Ende März bei Penhaligon als Klappenbroschur, die Handlung geht über 832 Seiten und kostet 16,99 Euro.