Wie reagieren Verlage auf neue Kriterien für Spiegel-Bestsellerliste?

Stehen die deutschen Verlage vor einem großen Umbau, und werden sie den Buchmarkt bald verstärkt mit Hardcovern fluten? Eine Woche ist es her, dass Buchreport mitteilte, der Spiegel werde seine Kriterien für die Hardcover-Bestsellerliste ab Juli 2012 verändern. Ab Sommer werden nur noch gebundene Ausgaben für die Liste berücksichtigt. Alle Klappenbroschur-Editionen, egal wie groß oder teuer, wandern in die Rubrik Taschenbuch.

Hardcover an gebundene Ausgabe gebunden

Was zunächst nach einer kleinen Veränderung aussieht, könnte sich für manche Verlage zum Problem entwickeln. Denn Bestseller wie „Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass“ tauchen künftig nur in der Taschenbuchliste auf. In Buchhandlungen werden aber eher die Hardcover-Bestseller gesondert vermarktet als Taschenbücher. Der Deutsche Taschenbuch-Verlag (dtv) kündigte daher gegenüber verschiedenen Medien an, künftig in der Reihe-Premium auch ein paar gebundene Ausgaben unterzubringen. Wie die anderen Verlage auf die Vereinheitlichung der Listen reagieren wollen, steht noch nicht fest. Mehrere Anfragen des Fantasy-Weblogs bei verschiedenen Verlagen blieben bislang unbeantwortet.

Die Reaktionen der Verlage auf neue Kriterien für Spiegel-Bestseller

Doch gerade in den Sparten Fantasy und Krimi müssen die Verlage reagieren. Denn diese Genres sind bei E-Book-Lesern – und daher wohl auch bei Raubkopierern – besonders beliebt, sodass jede Werbung für die lukrativere Druckausgabe an Bedeutung gewinnt. Wird es also künftig für deutsche Erstausgaben wie Brent Weeks‘ „Schwarzem Prisma“ statt Paperbacks künftig gebundene Ausgaben geben?

Diese Möglichkeit ist nicht abwegig, haben verschiedene Verlage doch bereits den Vertriebsweg für Hardcover in den vergangenen Jahren in den Fokus gestellt. So bekam Blanvalet mit Penhaligon eine Schwester, die phantastische Literatur in gebundener Form auf den Markt bringt, um die Taschenbuch-Ausgabe unter dem Blanvalet-Label zu vermarkten. Unter den Penhaligon-Werken waren einige dabei, die den Aufkleber „Spiegel-Besteller“ bekamen, etwa die letzten Romane von Trudi Canavan. Auch Heyne setzte zuletzt mehr auf Hardcover, brachte etwa die ersten beiden Bände der Sturmlicht-Chroniken von Brandon Sanderson zunächst gebunden heraus.

Bei Piper war das weniger der Fall. Hier setzte man eher auf Preissteigerung beim Paperback, die mit 17 Euro nicht mehr weit von Hardcover-Preisen waren. Künftig könnten die „Schoßgebete“ etwas härter gebettet werden, um Aufmerksamkeit bei der Kritik zu wecken. Doch wie die Verlage auch reagieren werden – ob sie mehr Hardcover veröffentlichen oder Paperback klaglos in die  Taschenbuchliste wandern lassen -,  aus Lesersicht ist kaum damit zu rechnen, dass die Preise sinken werden. Denn nur weil ein kartoniertes, großformatiges Taschenbuch plötzlich wieder Taschenbuch heißt, wird es nicht für zehn bis zwölf Euro verkauft werden.

Advertisements

2 Gedanken zu „Wie reagieren Verlage auf neue Kriterien für Spiegel-Bestsellerliste?

  1. Pingback: Seraph 2012 auf der Leipziger Buchmesse verliehen « Der Fantasy Weblog

  2. Pingback: Fantasy-Jahr 2012: Bestsellerlisten, E-Books und gute Bücher « Der Fantasy Weblog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s