N.K. Jemisin: Die Rivalin der Götter – Das Erbe der Götter 3

Cover von Die Rivalin der Goetter

N.K. Jemisin: Die Rivalin der Götter

Nachdem in den ersten zwei Bänden von „Das Erbe der Götter“ die drei großen Götter im Mittelpunkt standen, wendet sich N.K. Jemisin in „Die Rivalin der Götter“ dem ersten Gottkind zu: Si’eh. Seine Natur ist es, Kind zu sein und sich nicht an die Regeln zu halten, sondern die Grenzen zu testen. Jahrhundertelang war er ein Sklave der menschlichen Herrscher, den Arameri. Nach seiner Befreiung hielt er sich nur selten im Reich der Sterblichen auf.

„Die Rivalin der Götter“ ist Band 3 der Reihe „Das Erbe der Götter“

Bei einem seiner seltenen Besuche trifft Si’eh im Palast von Elysium auf zwei Kinder. Die Geschwister Shahar und Dekarta Arameri sind fasziniert vom Gottkind und auch Si’eh kann sich ihrer Ausstrahlung nicht entziehen. Doch bei einem Aufeinandertreffen geschieht etwas Merkwürdiges – der Gott findet sich im jugendlichen Körper eines Menschen wieder. Wider seiner kindlichen Natur ist er gealtert und dem Großteil seiner Macht beraubt. Doch Si’eh muss sich als Mensch beweisen und zeigen, ob seine Freundschaft zu Shahar und Dekarta noch gilt, denn die Welt steht vor einer Zerreißprobe. Die Herrschaft der Arameri, aber auch die der Götter ist bedroht.

N. K. Jemisin lässt den Kindgott reifen

Der deutsche Titel führt ein wenig in die Irre. Denn während bei den beiden Vorgänger-Bänden zwar jeweils ein starker Frauencharakter dominierte, ist dies in „Die Rivalin der Götter“ nicht der Fall. Shahar spielt nicht die Hauptrolle – im Mittelpunkt steht Si’eh, der beide Geschwister liebt. Jemesin wählt erneut – wie bereits bei den großen drei Göttern, die für Licht, Dunkelheit und Schatten stehen – eine Dreieckskonstellation.

Außerdem geht es ihr dieses Mal nicht nur um das Menschliche in Göttern und das Göttliche in Menschen, sondern sie legt einen Schwerpunkt auf Eltern-Kind-Beziehungen. Si’eh reift, überdenkt das Verhältnis zu seinen Eltern und verliert seine Kindlichkeit. Auch bei den Arameri spielt das Verhältnis zwischen den Generationen eine wichtige Rolle.

Die Handlung von „Die Rivalin der Götter“ ist in sich abgeschlossen

Porträtfoto von NK Jemisin

Fantasy-Autorin N.K. Jemisin, Foto: Eugene C. Myers

„Die Rivalin der Götter“ ist zwar Teil der Reihe „Das Erbe der Götter“. Die Handlung steht aber für sich selbst. Die beiden Vorgänger „“Die Erbin der Welt“ und „Die Gefährtin des Lichts“ gelesen zu haben, erleichtert aber das Verständnis, da die Mehrzahl der handelnden Personen dann bereits bekannt ist, ebenso die Konstellationen in der von Jemisin erschaffenen Welt.

Im Anhang zu „Die Rivalin der Götter“ ist ein Kapitel mit Namen „Die Rückkehr des Lichts“ abgedruckt. „Das Erbe der Götter“ wird vorerst aber nicht weitergehen, den N.K. Jemisin hat mit „The Kingdom of Gods“ – so der Originaltitel von „Die Rivalin der Götter – die Inheritance Trilogy abgeschlossen. Sie wendet sich zunächst einer neuen Geschichte zu, „The Dreamblood Duet“ genannt. Die Welt darin ist an das alte Ägypten angelehnt, und erneut spielen Götter und ihre Anhänger eine große Rolle. Im Original erscheinen „The Killing Moon“ und „The Shadowed Sun“ im Mai beziehungsweise Juni 2012. Weitere Fragen zu den Büchern beantwortet Jemisin auf ihrer Homepage. Informationen über eine deutsche Übersetzung gibt es noch nicht.

„Die Rivalin der Götter“ ist bei Blanvalet erschienen. Die Handlung von „Das Erbe der Götter 3“ erstreckt sich im broschierten Taschenbuch über 608 Seiten (mit Anhang) und kostet 9,99 Euro. Die Übersetzung stammt wie bei den Vorgängern von Helga Parmiter.

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