Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht: Christoph Hardebusch

In „Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht von Fantasy-Autoren“ beantworten Fantasy-Autoren zwölf Fragen zu ihrem Schreiballtag. Im zweiten Teil der Serie äußert sich Christoph Hardebusch, der mit den „Trollen“ bekannt wurde, sich jedoch auch mit Werwölfen befasste und für sein neuestes Werk viel mit seinen Lesern kommunizierte. „Smart Magic“ erscheint am 12.12.2011 bei Heyne als Hardcover.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Morgens bin ich sehr produktiv, nachts kommen die abgefahreneren Ideen, nachmittags kann man sich schon auf den Feierabend freuen … eine richtige Lieblingszeit habe ich nicht. Aus Notwendigkeit schreibe ich meist zu normalen Arbeitszeiten, mit der einen oder anderen Nachtschicht, wenn es nötig wird. Irgendwann im Schreibprozess werden Wochenenden auch zur Arbeitszeit, und wenn man nicht schreibt, denkt man ohnehin viel an das Buch.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Schnödes Wasser. Morgens Kaffee oder Tee, je nach Stimmung. Alkohol mixt sich bei mir nur selten gut mit dem Schreiben.

Porträt Christoph Hardebusch

Der Fantasy-Autor Christoph Hardebusch (Foto: Casjen Klosterhuis)

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Wenn man viel Zeit vor dem Computer verbringt, lernt man einen ordentlichen Stuhl mit Rückenstütze zu schätzen.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Im Internet, das unglücklicherweise auch noch durchgehend verfügbar ist.

5. Wie viele Wörter am Tag schreiben Sie?

Ich beginne jeden Schreibtag mit dem Ziel, ein bestimmtes Pensum zu schaffen. Das ist nicht in Wörtern gerechnet, sondern in Szenen, die ich schreiben will. Das kann mal kurz sein, mal lang, aber die Anzahl der Wörter hat eigentlich keine Auswirkung auf die benötigte Zeit oder die Schwierigkeit.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Selten. Ich bekomme den Text noch zweimal auf Papier, bevor das Buch in den Druck geht, einmal das bearbeitete Manuskript von meiner Lektorin, einmal die bereits gesetzten Fahnen. Das reicht mir für alle Nicht-am-Monitor-lesen-Ansprüche.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Meine Frau, die hauptberuflich Literaturagentin ist und lange Erfahrung als Lektorin hat. Sie ist meine erste Leserin, schärfste und beste Kritikerin und der Garant der Qualität meiner Texte.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Ich habe ein Regal in meinem Arbeitszimmer, in dem ich die Erstausgaben sammle. Da man als Autor aber recht viele Exemplare bekommt, liegen meist noch welche in Kartons im ganzen Haus verteilt.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Sicherlich kann man das. Ein gutes Buch zieht mich immer noch so in seinen Bann, wie das vor meiner ersten Veröffentlichung der Fall war.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Nicht unbedingt magisch, aber eine Meditation zur höchsten Konzentration wäre gut, um gegen jedwede Ablenkung gefeit zu sein.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Es sollte weniger sein, als es normalerweise ist …

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Um einen großen Humoristen zu paraphrasieren: Ein Leben ohne Haustiere ist möglich, aber sinnlos. Wir haben zwei Katzen, und es gibt wenig, was in Schreibkrisen beruhigender ist, als ein sanftes Schnurren.

Neueste Meldungen von Christoph Hardebusch über Twitter.

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