Übersetzer haben es meist nicht leicht. Oft bleibt ihnen nicht viel Zeit, den neuen Roman von XY zu übersetzen, und auch die Bezahlung lässt häufig zu wünschen übrig. Grobe Fehler, die sich unter solchen Bedingungen leicht einschleichen können, werden meist in späteren Auflagen korrigiert. Doch manchmal geben die Verlage bei erfolgreichen Werken eine Überarbeitung in Auftrag, die weiter geht. So geschehen bei Blanvalet für „Das Lied von Eis und Feuer“ (zumindest die vorliegenen Bände) und für die Dunkelelf-Trilogie.
Eine solche überarbeitete Neuauflage dient nicht nur dem Ziel, das Cover aktuellen Gestaltungsvorstellungen anzupassen (vom muskulösen halbnackten Krieger hin zum schlichten Wappen), sondern soll auch zu einer Vereinheitlichung bei der Übersetzung von Namen führen, sei es bei Ortsbezeichnungen oder Charakteren. Beim „Lied von Eis und Feuer“ wurden zudem die Karten überarbeitet.
Aus zwei Büchern wird in der Neuauflage wieder eins
Im Falle der Dunkelelf-Trilogie, aber auch bei James Barclays Raben-Söldnern (Heyne), geben die Neuauflagen den deutschen Lesern nun die Chance, die vormals auf zwei Bände aufgeteilten Romane am Stück zu lesen.
Solche Mühe lassen sich die Verlage natürlich von ihren Lesern bezahlen, daher muss jeder am Ende für sich entscheiden, ob er das Geld in die 37. Herr-der-Ringe-Auflage (Hobbitpresse) investieren möchte und ob er den Platz hat, sich die Neuauflage der ersten acht Bände von G.R.R. Martins Saga um Westeros auch noch ins Regal zu stellen.