Richard Morgan: Glühender Stahl stählt Helden

Cover Glühender Stahl

Die Zeit der Helden ist noch nicht vorbei. Das zeigt Richard Morgan in seinem Fantasy-Roman „Glühender Stahl“ (The Steel Remains). Seine Helden dürften zwar gestählt sein, doch strahlend sind sie eher nicht. Ringil ist ein abgehalfterter Schaukämpfer, der ein ziemlich tristes Leben in der Provinz führt und sein Breitschwert aus Stahl gegen eigentlich unwürdige Gegner einsetzt. Ihm zur Seite stehen mit Egar ein Barbar und Drachentöter sowie Archeth, die wahrscheinlich letzte Überlebende eines uralten Volkes. Ihre Gegner: die gottgleichen Dwenda, alte vergessene Feinde der Menschheit.

Richard Morgan erzählt zynisch, ironisch mit einem Sinn für schmutzige Details. Wen das an Joe Abercrombie erinnert – nun, der große Joe lobt „Glühender Stahl“ über den grünen Klee. Beide haben eine große Schwäche für abgehalfterte Veteranen. Jugendliche, die ausziehen, um Helden zu werden, sind kein Stoff für Abercrombie und Morgan. Sie sind keine Fans von Edelwestern, sondern bevorzugen die abgeklärten Revolverhelden der Italo-Western oder der Spätwestern.

„Glühender Stahl“ ist bei Heyne erschienen. Die 576 Seiten kosten 14 Euro.

Edit: Eine ausführliche Rezension ist online.

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2 Gedanken zu „Richard Morgan: Glühender Stahl stählt Helden

  1. Man hätte es auch glühende Penisse nennen können. Prinzipiell finde ich ja erwachsenere Fantasy toll, allerdings ist mir hier zuviel Geschlechtsverkehr drin. Das langweilt eher, als das es noch schockierend oder, äh, erregend ist. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mir den Nachfolger hole.

  2. Es ist fällt definitiv aus der Reihe der regulären und eben doch meist uniformen Fantasy-Literatur. Das macht eben den Reiz aus. Hier geht es nicht um die schöne entführte Prinzessin die von einem Helden gerettet wird, den man sich wie den He-Man der 80er vorstellen kann.

    Dieses Buch lebt vor allem von den Charakteren, von zwischenmenschlichen Beziehungen und eben von der Andersartigkeit aller Protagonisten, insbesondere von Ringil Eskiath.

    Falsch ist das Buch für jene, die eher dem klassischen Helden zugeneigt sind, der einsteht für Moral und Güte. Also für einen sehr einfach gestrickten Charakter in einer Geschichte die nur schwarz und weiß, gut und böse kennt.

    Hier wird das ganze wesentlich diffiziler angegangen. Es ist nicht nur schwarz-weiß, sondern es sind hier feine und feinste Grauabstufungen. Eben doch reale“ Protagonisten, mit Schwächen und Stärken, mit einem Hang zum Bösen wie auch zum Guten und eben auch zur Sexualität.

    Und das ist hier eben auch etwas ganz besonderes. Ein schwuler Protagonist! Auch wenn es doch schon einige Bücher gibt, die auch das Thema Schwul anschneiden, so ist das doch oftmals mehr oder minder klischeebehaftet (beispielsweise der knabenhafte, fast schon androgyne Vampir…). Nicht hier! Ringil ist ein kerliger“ Kerl, mit harten Zügen, Ecken und Kanten, sarkastischem bis hin zu zynischem Humor, ein Krieger und Söldner wie man ihn sich wünscht – nur“ eben schwul !

    Einen kleinen Kritikpunkt finde ich tatsächlich gegen Ende des Buches, da es sehr schnell abschließt. Dies lässt sich aber damit erklären, das ein Nachfolgeroman in Planung ist.

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