Richard Morgan: Glühender Stahl stählt Helden

Cover Glühender Stahl

Die Zeit der Helden ist noch nicht vorbei. Das zeigt Richard Morgan in seinem Fantasy-Roman „Glühender Stahl“ (The Steel Remains). Seine Helden dürften zwar gestählt sein, doch strahlend sind sie eher nicht. Ringil ist ein abgehalfterter Schaukämpfer, der ein ziemlich tristes Leben in der Provinz führt und sein Breitschwert aus Stahl gegen eigentlich unwürdige Gegner einsetzt. Ihm zur Seite stehen mit Egar ein Barbar und Drachentöter sowie Archeth, die wahrscheinlich letzte Überlebende eines uralten Volkes. Ihre Gegner: die gottgleichen Dwenda, alte vergessene Feinde der Menschheit.

Richard Morgan erzählt zynisch, ironisch mit einem Sinn für schmutzige Details. Wen das an Joe Abercrombie erinnert – nun, der große Joe lobt „Glühender Stahl“ über den grünen Klee. Beide haben eine große Schwäche für abgehalfterte Veteranen. Jugendliche, die ausziehen, um Helden zu werden, sind kein Stoff für Abercrombie und Morgan. Sie sind keine Fans von Edelwestern, sondern bevorzugen die abgeklärten Revolverhelden der Italo-Western oder der Spätwestern.

„Glühender Stahl“ ist bei Heyne erschienen. Die 576 Seiten kosten 14 Euro.

Edit: Eine ausführliche Rezension ist online.