Fantasy: Bestseller 2009

Im fast schon abgelaufenen Jahr haben sich einige Fantasy-Romane in den Bestsellerlisten verewigt. In die Jahresliste schafften es jedoch nur ein paar alte Bekannte und von ihnen sind nicht einmal alle in diesem Jahr erschienen.

Romantische Vampir-Romane bleiben mal außen vor (auch wenn die Fang-Banger das nicht mögen werden). Davon abgesehen haben es die Fantasy-Autoren nicht in die Top-Ten gebracht. Auf Platz 15 findet sich mit Cornelia Funke die erste Bekannte, die mit „Tintenherz“ einen echten Longseller veröffentlicht hat, „Tintenblut“ folgt auf der 21, „Tintentod“ auf der 29. Zafón ist mit dem „Spiel des Engels“ auf der 26 gelandet, dann schafft es Eragon 3 auf Platz 30, beachtlich nach dem guten Jahr 2008. Der Barde von Frau Rowling hat die 32 erklommen.

Markus Heitz hat es mit den „Legenden der Albae“ auf die 35 geschafft und damit vor den von der Verfilmung angeschobenen Potter-Band über die tödlichen Heiligtümer (Platz 42). Mehr Fantasy findet sich dann schon nicht mehr auf der Buchreport-Liste.

Man darf gespannt sein, wer es im nächsten Jahr auf die Listen schafft, da weder ein neuer Rowling noch ein neuer Funke oder Paolini angekündigt sind. Und Markus Heitz muss seine Leserschaft erst einmal von seiner  Space-Fantasy überzeugen.

Brent Weeks kennt den Weg in den Schatten

Cover "Der Weg in die Schatten"

Brent Weeks: Der Weg in die Schatten

Assassinen sind schon viele Jahre als Helden, Anti-Helden und Schurken in Geschichten beliebt. Während sich die Gamer mit dem Videospiel Assassins Creed II vergnügen dürfen, dürfen die Fantasy-Leser einen Assassinen bei seiner Ausbildung erleben. Brent Weeks schildert in „Der Weg in die Schatten“ (The Way of Shadows), wie der junge Azoth alles daran setzt, vom Meuchelmörder Durzo Blint als Lehrling genommen zu werden. Für Azoth wäre es das Ticket, um aus der Gosse in Cenaria zu kommen. An die Konsequenzen denkt er dabei nicht.

Das Cover leidet zwar unter akuter Kapuzengrippe und die Idee von Assassinen, die im Schatten ihr Werk verrichten, ist nicht gerade neu. Doch „Der Weg in die Schatten“ als Auftakt zur Schatten-Trilogie (The Night Angel Trilogy) dürfte gerade Leser begeistern, die es etwas düsterer mögen. Ganz so zynisch wie bei Joe Abercrombie wird es aber nicht werden. Auf die Fortsetzung brauchen die Leser nicht lange warten, denn die ist bereits für August 2010 angekündigt und wird „Am Rande der Schatten“ heißen.

„Der Weg in die Schatten“ von Brent Weeks ist bei Blanvalet erschienen. Für die etwa 700 Seiten müssen Leser 15 Euro investieren.

Sturmauge von Tom Lloyd

Tom Lloyd: Sturmauge

Sturmauge

Was haben ein Sturmauge und ein Grabräuber gemeinsam? Nun, das ist ziemlich schwierig, da Sturmauge ein erfundenes Wort ist, aber es geht um Fiktion. „The Grave Thief“ (Grabräuber) ist der Originaltitel des dritten Bandes der Twilight-Reign-Saga von Tom Lloyd, während „Sturmauge“ der deutsche ist. Der neue Roman ist gerade erschienen und setzt die in „Sturmkämpfer“ und „Sturmbote“ begonnene Geschichte um Lord Isak fort.

Erneut muss sich das Weißauge gegen schier übermächtige Feinde behaupten. Doch nicht nur von außen droht ihm Gefahr. Sein Volk, die Farlan, sind gespalten, vor allem die Priester werden militanter und fanatischer. Dem jungen Lord droht die Kontrolle zu entgleiten, was seinen Feinden in die Hände spielen würde …

„Sturmauge“ ist bei Heyne erschienen, 720 Seiten dick und kostet 14 Euro. Tom Lloyd hat die Arbeiten am vierten Band fast beendet, sodass der Veröffentlichung von „The Ragged Man“ nächstes Jahr im Original nichts mehr im Wege steht. Ein Termin für die deutsche Übersetzung steht aber noch nicht fest.