Jury- vs. Publikumspreis

Nachdem die Preisträger des diesjährigen Deutschen Phantastik Preises (DPP) bekannt gegeben worden, setzte in vielen Foren die Diskussion darüber ein, ob es mit dem DPP so weitergehen soll wie bisher. Zeit also, konstruktiv über Veränderungen nachzudenken, etwa eine Verwandlung des DPP von einem Publikums- in einen Jurypreis.

Vorteil eines Jurypreises:

  • erfahrene Juroren
  • kennen die zur Wahl stehenden Bücher/Hörbücher
  • Zusammensettung lässt sich jährlich ändern
  • müssen Entscheidung begründen

Nachteile:

  • Entscheidung intransparent
  • schmale (Geschmacks-) Basis
  • Einflussnahme von Verlagen, Buchhändlern, Autoren leichter möglich

Vorteile des Publikumspreises:

  • Leserbeteiligung
  • breitere (Geschmacks-) Basis
  • Identifikation mit Preis auch beim Publikum
  • transparente Entscheidung
  • unabhängig von Lobbyisten

Nachteile:

  • Werke sind längst nicht allen bekannt, die abstimmen
  • Mobilisierung der Wähler wichtiger als Qualität eines Buches
  • Einflussnahme durch Kampagnen leichter

Diese Liste ist sicher nicht vollständig. Gerade bei der Jury hängt viel von der Zusammensetzung ab, welche Kompromisse bereits da gemacht wurden, etwa bei einer Parität (z. B. ein Science-Fiction-Experte, ein Fantasy-Kenner und ein Horrorautor, dazu ein unabhängiger und einer der Veranstalter). Eine Jury würde beim Deutschen Phantastik Preis sicher nicht alles besser machen, allerdings wären die Schuldigen für eine schlechte Auswahl der Preisträger leichter gefunden.

Wenn HMP von Fantasyguide richtig informiert ist, scheint es auch bei Phantastik-News bereits Pläne für leichte Veränderungen am Verfahrensmodus zu geben. Vorgesehen ist wohl, das Auswahl- und Vorschlagsverfahren zu reformieren. Der DPP soll aber ein Publikumspreis bleiben. Ob diese geringfügigen Änderungen ausreichen und weitere Heitz-Festspiele verhindern – darüber lässt sich vorerst nur spekulieren.

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7 Gedanken zu „Jury- vs. Publikumspreis

  1. Hm, mir ist aktuell nur ein Forum bekannt in dem diese Diskussion geführt wurde. Was aber auch daran liegen mag das ich die anderen gar nicht erst aufsuche.
    Ich finde das der DPP ein Publikumspreis bleiben soll. Wenn genug Leute Heitz nicht mehr auf Platz 1 sehen wollen, sollen sie halt entsprechend voten. Ist fast so wie bei Regierungswahlen. Die Fantasy Community bekommt den DPP Gewinner den sie verdient hat.
    Das Vorschlagsverfahren sollte jedoch in der Tat dringend überarbeitet werden, aber da vertrau ich Phantastik News.

  2. Mir ist gar kein Forum bekannt, in dem diskutiert wird. -)
    Vielleicht wäre es daher am praktischten, den Machern eMails zu schicken, was Lob (…), Kritik und Änderungswünsche betrifft…

    • Nun, mir sind mindestens drei Foren bekannt, in denen diskutiert wurde oder sogar noch wird.
      Den Aufruf, Kritik auch direkt an Phantastik News zu schicken (das kann ja auch Lob beinhalten), unterstütze ich gern.
      Habt ihr denn inzwischen erschienen, welche Veränderungen es geben soll?

  3. Habt ja auch noch genügend Zeit bis zum nächsten DPP 😉
    Änderungen, wenn es welche geben wird, sollten schon in aller Ruhe entworfen und umgesetzt werden und nicht übereilt.

    Beste Grüsse

  4. Ich bin auch dafür, dass der DPP ein Publikumspreis bleibt. Was ich in diesem Jahr nicht gut fand, war die in meinen Augen zu enge Vorauswahl. Immerhin stand der Herr Heitz ja dort schon mit seinen nun gewählten Büchern klar zur Auswahl. Gut, seine Zwerge mochte ich nicht und Blutportale habe ich mit leichter Belustigung gelesen, fand es jetzt aber nicht so prickelnd, dass ich es hätte wählen müssen. Aber es ist eben ein Publikumspreis und immerhin bestimmt Mahet die Bestsellerlisten Deutschlands in diesem Segment. Er hat eben als Fantasyautor die meisten Fans. Von daher ist es doch nur logisch, dass er am Ende auch bei einer Publikumswahl gewinnt. Die Leute wählen, was sie kennen. Über die Qualität eines Buches sagt der Preis ohnehin nur wenig aus. Im Grunde wird nur darüber abgestimmt, was beim breiten Publikum gut angekommen ist und verkauft wurde. Die Frage nach einer Änderung des Modus bedeutet für mich zunächst festzulegen, was man mit dem Preis eigentlich erreichen will. Sollen die qualitativ besten Werke gewürdigt werden oder einfach nur die beliebtesten und bekanntesten Bücher? Tja und da fängt die Diskussion dann schon an.

  5. Pingback: Knapp vorbei ist auch total daneben « Der Fantasy Weblog

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