Elbenseelen und Seelentrinker

Die Seele der Elben

Die Seele der Elben

Lluigolf ist ein Halbelb. Weder bei den Menschen noch bei den Elben gehört er dazu. Doch in Raakus, der Residenz des Markgrafen, fällt er nicht auf. Doch dann gerät er in den Bann einer Elbin. Einer Elbin, die das Geheimnis ewiger Jugend sucht. Einem Vampir gleich, ernährt sie sich von anderen. Sie giert aber nicht nach Blut, sondern trinkt die Seelen der Elben …

Nach „Elbenzorn“ ist „Die Seele der Elben“ der zweite Elben-Roman von Susanne Gerdom. Es handelt sich jedoch nicht um eine Fortsetzung, sondern einen für sich stehenden Roman. Anders als der Titel vermuten lässt, stehen die Elben zunächst nicht im Mittelpunkt, sondern eher die Menschen. Das ändert sich jedoch im Verlauf der Geschichte. „Die Seele der Elben“ kombiniert Vampirgeschichten, Abenteuer jugendlicher Helden und klassische Fantasy.

Der Roman von Susanne Gerdom ist bei Piper erschienen, knapp 500 Seiten dick (recht eng bedruckt) und kostet 13,95 Euro.

Edit: Die ausführliche Rezension ist online.

Edit II: Bei Feenfeuer ist ein lesenswertes Interview mit Susanne Gerdom erschienen.

Neue Strophen von Peter V. Brett

Zu den erfolgreichsten Fantasyromanen des Jahres zählt wohl „Das Lied der Dunkelheit“ von Peter V. Brett. Wie der Amerikaner in seinem Blog mitteilte, wurden von der deutschen Ausgabe bereits mehr als 10 000 Exemplare verkauft. Viele Fans erwarten sehnsüchtig die Veröffentlichung der Fortsetzung „Das Flüstern der Nacht“. Die ist jedoch erst für das Frühjahr 2010 geplant. Heyne visiert den April an.

Die angloamerikanische Fantasygemeinde darf bereits im Januar neuen Stoff aus Thesa lesen. Brett kündigt an, dass dann eine Sammlung von Kurzgeschichten unter dem Titel „The Great Bazaar“ (der große Basar) erscheinen wird. „The Great Bazaar is a wonderful introduction to my series for new readers, but also has a lot of new information for people who are already fans. It ties directly into events both in The Painted/Warded Man, as well as The Desert Spear„, schreibt Brett auf seinem Blog. Welche Rolle die Hauptpersonen der Geschichte spielen werden, verriet er nicht. Doch Arlen soll in jedem Fall auftauchen, ebenso natürlich die Dämonen. Außerdem ist ein Glossar zur Reihe geplant. Szenen, die es nicht in die Romane schafften, werden ebenfalls berücksichtigt, sodass es wie bei einer DVD plötzlich die gelöschten Szenen zu sehen beziehungsweise zu lesen gibt.

Hier die gute Nachricht für die deutschen Leser:  Die Kurzgeschichtensammlung wird auch auf Deutsch erscheinen. Wie Heyne auf Anfrage mitteilte, soll die deutsche Ausgabe sogar über das Original hinausgehen. Man plane, mehr Geschichten aufzunehmen und exklusive Grafiken dazu zu stellen, die Peter Brett mit auswählen werde.  Die schlechte Nachricht: Der Erscheinungstermin liegt voraussichtlich im Mai 2010, also wohl erst nach der Veröffentlichung von „Das Flüstern der Nacht“.  Bis zu den neuen Strophen des „Liedes der Dunkelheit“ wird also noch eine Weile vergehen.

Süddeutsche Jugend-Fantasy

Zeitungsverlage leben längst nicht mehr nur von ihren Einnahmen aus Anzeigenverkauf und Zeitungsabonnements. Die Süddeutsche Zeitung war in Deutschland die erste Zeitung, die mit großen Buchreihen Geld verdiente. Mittlerweile hat man in München entdeckt, dass viele Menschen gerne Fantasy lesen. Zehn Bände umfasst die neue Sonderedition.

In einem gut geschriebenen Editorial begründet Roswitha Budeus-Budde, warum sich die Zeitung für die Reihe auf Fantasy konzentriert. „Fantasy-Romane werden von Lesern aller Altersklassen verschlungen“, heißt es darin. Warum sich der Verlag dann aber doch auf Bücher für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren konzentriert bleibt schleierhaft. Wieso wird der Fantasy erst ein großer Stellenwert eingeräumt (das Lesen dicker Trilogien durch so viele Leser widerlege pessimistische Bildungsschwarzseher), wenn dann doch ein ganzes Genre wieder in die Kinder- und Jugendbuchecke gedrängt und als Teil der Jungen Bibliothek vermarktet wird? Das Verschlingen von Büchern, das in Budeus-Buddes Text mit einem Zitat von Walter Benjamin belegt wird, welches sich im übrigen generell auf Prosa bezieht, gilt eben doch noch als anrüchig. Wie in einem Spiegel-Artikel vor wenigen Monaten schwingt noch immer der Vorwurf des Eskapismus mit, der Flucht aus der Realität.

Die Edition selbst enthält durchaus eine interessante Mischung aus dem Bereich der Jugend-Fantasy. Wolfgang und Heike Hohlbein dürfen als Klassiker in diesem Bereich nicht fehlen, ihr „Midgard“ bildet den ersten Band. Drollig, trollig geht es bei Bent Jakobsen und seinem „Der Kampf um die Nachtkristalle“ zu. Auch die bereits verstorbene Pat O’Shea ist mit „Die Meute der Morrigan“ vertreten. Doch auch jüngere Autoren dürfen sich wohl über neue Leser freuen, etwa Antonia Michaelis. Vielen Eltern dürfte die Reihe bei der Suche nach Fantasyliteratur für ihre Kinder weiterhelfen, bei der Gewalt nicht so ausgeprägt ist. Sie selbst müssen noch auf eine Reihe warten, die sich eher an den Ansprüchen erwachsener Leser orientiert.

Der Midas der Fantasy im Spiel der Götter

Steven Erikson: Der Goldene Herrscher

Steven Erikson: Der Goldene Herrscher

Die Geschichte Malazans geht endlich auf Deutsch weiter. Band 12 des „Spiels der Götter“ ist nun auch hierzulande erschienen. „Der goldene Herrscher“ ist der Titel des Fantasy-Romans, im Original entspricht er dem ersten Teil von Band 7, „Reaper’s Gale“. Eine wörtliche Übersetzung müsste also eher auf den Sturm des Sensemanns oder eines Mähers eingehen. Doch das hat sich Gerd Rottenecker, der erprobte Übersetzer der Reihe, wohl für die Fortsetzung aufgespart. „Der Sturm des Verderbens“ wird allerdings frühestens im Frühjahr 2010 über Deutschland kommen. Nach den bisherigen Erfahrungen mit den Erscheinungsterminen könnte es aber auch wieder Herbst werden, also die klassische Erntezeit.

Doch worum geht es in diesem Band der komplexen Fantasy-Saga? Die Tiste-Edur und ihr wahnsinniger Herrscher Rhulad Sengar stehen im Mittelpunkt. Beim König der Edur und Letherii wird jedoch nicht alles zu Gold, was er anfasst, wie beim antiken König Midas. Vielmehr ist Rhulad Sengar verflucht. Er kann nicht sterben, wünscht sich jedoch nichts sehnlicher als den Tod. Daher ist er blind gegenüber den Vorgängen an seinem Hof im eroberten Letheras. Er sucht nur noch starke Gegner, die ihn besiegen und ihm das Leben nehmen können. Doch auch die Götter mischen sich natürlich ein. Und nicht alle von ihnen interessieren sich für das Leben und die Nöte der Menschen.

Bei Blanvalet ist das Spiel der Götter 12 erschienen. „Der goldene Herrscher“ ist mit Anhängen 544 Seiten lang und kostet 13 Euro.

Kryson 1: Die Schlacht am Rayhin

Bernd Rümmelein: Kryson

Bernd Rümmelein: Kryson

Die Fantasy-Welt Kryson existiert dank eines Ausgleichs von Tag und Nacht, Licht und Schatten, repräsentiert von zwei schlafenden magischen Brüdern. Doch als einer von ihnen erwacht, gerät das Gleichtgewicht, das Kryson zusammenhält in eine Schieflage. Der Magier Sapius sieht die Gefahr, weiß jedoch nicht, wie er ihr begegnen soll, denn die Menschen auf dem Kontinent Ell sehen sich auch einem Heer der barbarischen Rachuren gegenüber. Die Schlacht am Rayhin erscheint unausweichlich, doch wird sie nicht die Entscheidung bringen.

Mit dem ersten Band von Kryson beginnt der deutsche Fantasy-Autor Bernd Rümmelein eine neue Saga. Für den Auftaktband erhielt er in diesem Jahr den Wolfgang-Hohlbein-Preis und damit so einige Vorschusslorbeern. Auch ist seine Kryson-Saga das Zugpferd des neuen Otherworld-Programms, des ersten unter der Regie von Ueberreuter. Band 2 und 3 sind bereits veröffentlicht, weitere Bände sollen folgen. „Kryson 1. Die Schlacht am Rayhin“ ist 576 Seiten dick, inklusive eines mehrseitigen Glossars zur Welt und einer Karte. Der Fantasy-Roman kostet 14,95 Euro.

Edit: Die ausführliche Rezension ist online.