Der schwierige 2. Band

Da die meisten Fantasy-Reihen derzeit aus Trilogien bestehen, stehen viele Autoren vor einem Problem. Der zweite Band muss mindestens so gut sein wie der erste, gleichzeitig aber überleiten zu einem krönenden Abschlussband. Band 2 darf nicht zu viel verraten, aber auch nicht zu viel Stoff für den letzten Teil übrig lassen, weil sonst noch Band 4 gebraucht würde.

Da hilft es, von Anfang an ein Konzept für die Trilogie zu haben. Catherine Banner ist das in ihrer jungen Karriere gelungen. Ihr „Lied von Malonia“ mag zwar nicht den erhofften Erfolg gebracht haben (die Vergleiche mit J.K. Rowling waren allerdings auch unangebracht), aber mit dem Nachfolgeband sollte sie weitere Leser für ihre Trilogie finden. Im September erscheint in Großbritannien „Voices in the Dark“ als gebundene Ausgabe. Penhaligon hat die deutsche Ausgabe noch nicht angekündigt, doch spätestens 2010 dürfte sie erscheinen.

Patrick Rothfuss hatte hingegen kein Konzept für die Fortsetzung seiner Königsmörder-Chronik. Seine Schwierigkeiten, den Stoff in den Griff zu bekommen, scheint er jedoch überwunden zu haben. Zumindest hat er seinem Verlag inzwischen ein erstes Manuskript gesandt. „The Wise Man’s Fear“ wird voraussichtlich im Frühjahr 2010 im Original erscheinen. Wahrscheinlich nimmt die Hobbitpresse das Buch dann ins Herbstprogramm auf. Doch wer weiß, was noch dazwischen kommt.

Die Magie der Trudi Canavan

Trudi Canavan: Magie

Trudi Canavan: Magie

Wenn die Leser nach mehr schreien, die neue Trilogie aber noch keine Gestalt gewonnen hat, braucht es eine Zwischenmahlzeit. Bernhard Hennen hat das „Elfenlied“ eingeschoben, um sich Zeit für den nächsten Elfen-Roman zu kaufen. Trudi Canavan hat sich für ein Prequel ihrer Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“ entschieden, bevor sie sich an das Sequel macht. Termiten am Haus in Australien verzögerten immer wieder das Erscheinen, wodurch auch die Erwartungen der Leser weiter gestiegen sind.

Nun ist die Geschichte um die junge Heilerin und Magierin Tessia bei Penhaligon auf Deutsch erschienen. „Magie“ lautet der Titel. Wie viel Magie sich allerdings auf den 736 Seiten wirklich entfaltet, muss jeder Leser für sich entscheiden. Warum es das Prequel inhaltlich brauchte, wird jedenfalls nicht klar. Wer für die gebundene Ausgabe bereit ist, 19,95 Euro hinzulegen, bekommt wenigstens zwei schöne Karten mit dazu. Alle anderen können getrost auf die Fortsetzung der Trilogie warten, die Trudi Canavan bekannt gemacht hat.

Liest Terry Brooks zu viel oder zu wenig?

Als Marion Zimmer Bradley noch lebte, war sie die Königin der Celebrimonials. Auf unzähligen neu erschienenen Fantasyromanen stand als Zitat von Bradley „Das beste Fantasybuch, das ich seit langem gelesen habe“ auf der Rückseite. Ob sie auch nur eines der Bücher wirklich gelesen hatte, soll dahingesellt bleiben. Ein würdiger Nachfolger für Bradley als Klappentext-Claqueur ist jedenfalls gefunden. Terry Brooks, der Autor der Shannara-Romane, äußert sich immer häufiger zu Neuerscheinungen.

Was treibt ihn dazu? Liest er zu viel oder zu wenig? Wenn man sich die Ankündigungen auf seiner Homepage anschaut, hat er doch genug zu tun. Nicht einmal die Ideen für weitere bescheuerte Shannara-Titel gehen ihm demnach aus. Dass er junge, noch unbekannte Kollegen fördern will, erklärt die zahlreichen Celebrimonials nicht. Jedenfalls nicht allein. Peter V. Brett mag sich über Brooks Unterstützung gefreut haben. Doch Tad Williams dürfte eine solche Schützenhilfe nicht nötig haben. Und doch wird sein neues Buch, das er zusammen mit seiner Frau geschrieben hat, ein Zitat von Terry „Shannara“ Brooks auf dem Umschlag bekommen. „Die Drachen der Tinkerfarm“ (The Dragons of the Ordinary Farm) erscheint am 31. August bei der Hobbit Presse. Ein Grund, sich auf den Sommer zu freuen.  Mit 380 Seiten dürfte es zu den kürzesten Williams-Werken gehören und die Geschichte richtet sich wohl eher an jüngere Leser. Da es sich um den Auftakt zu einer neuen Reihe handel, wird sie wohl doch eine insgesamt stattliche Länge erreichen. Band 2 ist bereits für den Herbst 2010 angekündigt – hoffentlich kommt das Buch dann ohne eine Phrase des Jubelpersers Terry Brooks aus.

Sing mir das Lied der Dunkelheit

Peter V. Brett: Das Lied der Dunkelheit

Peter V. Brett: Das Lied der Dunkelheit

Nachdem das Lied von Eis und Feuer derzeit nicht weiter besungen wird, da George R.R. Martin nicht zum schreiben kommt, wird der Titel gern auch auf andere Bücher übertragen. Nach dem „Lied von Malonia“ ist jetzt auch das „Lied der Dunkelheit“ vertont. Der Amerikaner Peter „Peat“ Brett hat es geschrieben. Wie musikalisch er selbst ist, bleibt dahingestellt, da er sein Buch „The Painted Man“ nannte, was in den USA zu „The Warded Man“ wurde. Die Fantasy-Trilogie, die mit diesem Buch beginnt, handelt vom Oberthema Furcht. Drei Kinder wachsen in einer Welt auf, in der die Menschen immer mehr von Dämonen zurückgedrängt werden. Magische Runen sind der einzige Schutz der Menschen gegen die Dämonen, die des Nachts ihre Opfer suchen. Doch Furcht lähmt die Menschen noch mehr als es die Kreaturen schaffen. So ist es an Arlen, Leesha und Rojer die Menschheit zu befreien. Dazu müsen die jungen Helden die Dunkelheit und Furcht besiegen.

Peter V. Brett hat eine nett gemachte Website zu seiner Trilogie angelegt. Der ist zu entnehmen, dass der zweite Band 2010 erscheinen wird. Doch bis dahin können die deutschen Leser erst einmal 15 Euro investieren, um die 800 Seiten des bei Heyne erschienenen ersten Romans zu lesen.

Neues von Joe Abercrombie

Joe Abercrombie, Autor der Klingen-Romane, hat sein Manuskript für „Best Served Cold“ abgegeben. Die englischen Leser können sich bereits den 1. Juni vormerken – dann wird der neue Roman erscheinen. Er wird im Original eine Länge von 225 000 Wörtern haben und damit ähnlich lang sein wie „Königsklingen“ der Abschlussband der „First-Law-Series“.

Nach eigenen Aussagen hatte der Autor zunächst kein gutes Gefühl bei der Geschichte. Die Charaktere erschienen ihm nicht so ausgereift und er befürchtete, dass der Roman misslingen würde. Inzwischen glaubt er jedoch, sein bislang bestes Buch abgeliefert zu haben. Die deutschen Leser können sich voraussichtlich ab September ein Bild machen. Für diesen Monat hat Heyne die deutsche Fassung „Racheklingen“ angekündigt.

Die beste Nachricht zum Schluss: Abercrombie sitzt bereits an einem weiteren Fantasy-Roman.

Windkämpfer wird Windjäger

Robert Redick: Windkämpfer

Robert Redick: Windkämpfer

Mal wieder ist ein neuer Stern am Himmel der Fantasy-Autoren aufgegangen. Der Amerikaner Robert Redick hat mit seiner „Red Wolf Conspiracy“ im Anglo-Amerikanischen Raum einige Leser gewonnen. Sein Debut ist mittlerweile auch auf Deutsch erhältlich. Der Heyne-Verlag will aus der Reihe wohl die Wind-Romane machen, denn Band 1 heißt „Windkämpfer“ und Band 2 wird den Titel „Windjäger“ tragen.

Bei der Geschichte handelt es sich um ein Seeabenteuer mit Piraten, Schatzjagd, Kobolden und Magie. Über allem schwebt eine große Verschwörung, die den brüchigen Frieden in der Welt Alifros beenden soll. Der Teerjunge (Schiffsjunge) Pazel Pathkendle und seine Freunde wollen den Krieg verhindern.

Auf knapp 740 Seiten für ganze 15 Euro erstreckt sich der erste Teil des Abenteuers. Robert Redicks Fantasy-Reihe erscheint bei Heyne im broschierten Taschenbuch.