Flamme und Harfe von Tristan und Isolde

Flamme und Harfe

Ruth Nestvold: Flamme und Harfe

Penhaligon hat das zweite Programm veröffentlicht. Das Buch das zunächst am meisten ins Auge sticht, ist ein Debüt. Ruth Nestvold, eine Amerikanerin, die in Deutschland lebt, hat sich einer der bekanntesten Sagen angenommen. Sie erzählt die Geschichte von Tristan und Isolde neu, nämlich aus der Sicht von Isolde oder Yseult.

Dabei geht es aber nicht nur um die Liebesgeschichte der beiden, sondern auch um die kulturellen Veränderungen in Britannien und Irland während der Spätantike und dem frühen Mittelalter, die vor allem durch das Christentum auf die Inseln gelangten. Das erinnert natürlich an die unsäglich kitschigen „Nebel von Avalon“. Doch der erste Eindruck ist gut – Nestvold versteht es zu erzählen. Ein wenig gelernt hat sie wohl von George R.R. Martin, dessen Kurs in Seattle sie vor über zehn Jahren besuchte, als sie zu schreiben begann.

Gut 700 Seiten ist der Roman dick (inklusive Glossar und Karte), gebunden bei Penhaligon erschienen, der Preis liegt bei 19,95 Euro.

Edit: Eine ausführliche Rezension steht auch online.

Paolini schlägt sie alle

Christopher Paolini mag zwar vor allem als Kinderbuchautor wahrgenommen werden, doch mit seinen Verkaufszahlen kann er ohne Probleme mit allen anderen Autoren mithalten. Obwohl sein dritter Eragon-Band erst im Herbst erschien, landete er auf der Jahresbestsellerliste 2008 auf Platz 9. Charlotte Roche mit ihren „Feutchgebieten“ war außer Reichweite, aber der Erfolg für das Fantasybuch ist beachtlich, zumal die von media control herausgegebene Liste auf den Verkaufszahlen aller Bücher beruht, also nicht Belletristik und Sachbuch, Taschenbuch und Hardcover unterscheidet, wie es normalerweise der Fall ist. So ist „Die Weisheit des Feuers“ zwar nicht der beste Fantasyroman des Jahres 2008, aber mit Abstand der erfolgreichste. J.K. Rowling hat dieses Mal das Nachsehen, weil ihr Märchen erst passend zum Weihnachtsgeschäft erschien. Für 2009 dürfte sie aber gute Karten haben.