Falko Löfflers etwas anderer Werkstattbericht: Einblicke

Veröffentlicht in Allgemeines, Interviews mit den Tags , , , , , , , , , am 20.01.2012 von fantasyblogger

Falko Löffler ist seit 2003 freier Autor. Neben Roman verfasst er auch Drehbücher und vor allem Texte für Computerspiele. Er ist außerdem Aufsichtsratmitglied der Stiftung Phantastische Bibliothek Wetzlar. Löffler ist auf vielen Kanälen im Netz vertreten, erste Anlaufstelle ist die Homepage.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Während meiner Zeit als Angestellter habe ich an meinen Romanen meist werktags von 6 bis 9 Uhr morgens gearbeitet. Das war definitiv nicht meine Lieblingszeit, aber es hat funktioniert. Jetzt, als freier Autor habe ich eigentlich völlig freie Zeiteinteilung. Doch zum einen ist das Schreiben von Romanen nur einer von vielen Autorenjobs (hauptsächlich schreibe ich Texte für Computerspiele) und die haben alle ihre eigenen lustigen Deadlines. Außerdem gibt das Familienleben einen gewissen Rhythmus vor, in den die Kreativität gepresst werden muss.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Kaffee. Danach etwas Kaffee. Dann Wasser (frisch aus der Leitung – Vorteil des Landlebens). Experimente mit Alkohol haben nur zu nicht verwertbaren Ergebnissen geführt.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Ein ICE-Sitz gehört zu meinen liebsten Sitzgelegenheiten – dreistündige Zugfahrt sind perfekt, um effizient zu arbeiten. Das geht aber nur mit Kopfhörern. Meist sitze ich aber auf einem Bürostuhl der preislichen Mittelklasse in meinem Souterrain-Büro mit Blick auf den Apfelbaum. Wenn ich von Äpfeln die Schnauze voll habe, bewege ich mich mit dem Notebook ins nächste Café.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

E-Mail, Twitter, Facebook. Oder die begrüßenswerten Anrufe von Thomas Plischke. Und Joggen – aber dazu muss ich mich oft genug zwingen.

Porträt Falko Löffler

Autor Falko Löffler, Foto: Alina König

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

An einem durchschnittlichen Tag sind es irgendwo zwischen 1.000 und 2.000 Wörter An einem guten Tag werden es 4.000 oder mehr. An einem schlechten Tag gar nichts. An einem sehr schlechten Tag Minus 2.000 bis Minus 3.000 (Schrott löschen, Selbstzweifel). Bei mir ist das Plotten und das Schreiben nicht streng voneinander getrennt – ich versuche einen Mittelweg zwischen Planung und Schreiben aus dem Bauch heraus zu finden. Selbst ein Tag ohne echten Wordcount kann deswegen produktiv sein.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein. Eigene Manuskriptfassungen lese ich zunächst ganz normal am Bildschirm, dann auf einem Lesegerät (Kindle und/oder iPad). Da selbst Druckfahnen inzwischen als PDF kommen, muss ich nicht einmal im letzten Arbeitsschritt zu Papier greifen, was mir persönlich entgegenkommt. Meine ersten Geschichten habe ich auf einen Commodore-Monitor getippt, warum sollte ich auf meine alten Tage zum Papier zurückkehren?

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Kommt auf die Geschichte an. Ich kann meine Testleser inzwischen recht gut einschätzen und weiß, wer eher auf Handlung achtet, wer auf Charakterzeichnungen ein Auge hat, wer Logiklöcher findet. Da, wo ich selbst die Schwächen sehe, wähle ich entsprechend die Testleser im Bekanntenkreis aus, aber meistens bin ich selbst der kritischste Testleser – ich muss die Geschichte nur lange genug liegen lassen (siehe mein seit drei Jahren in Arbeit befindlicher Politthriller *hüstel*).

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Die haben einen Regalplatz im Büro. Dort sammeln sich auch andere Sachen an, die ich verfasst habe wie Zeitschriftenartikel oder Spiele. Jedenfalls wird das Material nicht pompös ausgestellt, sondern gestapelt.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Damit habe ich kein Problem – ich kann mein Hirn in den „Konsum“-Modus schalten und einen Text einfach nur lesen und genießen. Wäre auch ein Verlust, wenn es anders wäre – dank E-Book-Reader habe ich meistens 30 ungelesene Bücher dabei. Wenn ich einen Autor entdecke, durch dessen Roman ich nur so durchhechele, bin ich immer noch so begeistert wie vor 25 Jahren. Wie Autoren nicht lesen können, ist mir daher ein Rätsel, und ich halte es mit Stephen King: „If you want to be a writer, you must do two things above all others: read a lot and write a lot.“

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Im Boden versinken. Ich war oft genug in der Situation, in der so etwas sehr hilfreich gewesen wäre. Ich arbeite dran.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Zu viel. Als dienstleistender Miet-Autor kann ich mich sowieso nicht tagelang ausklinken. Und Twitter möchte ich nicht missen. Einerseits, um mit einem Blick zu sehen, was gerade in diesem Moment in der Welt und im Bekanntenkreis passiert. Außerdem: Diese Möglichkeit, eine Albernheit sofort rausposaunen zu können – gern auch mit Bild untermalt – ist unbezahlbar. Bei mir, und da muss ich ehrlich sein, ist nicht die Frage, wie viel Internet es am Tag sein darf, sondern: Nehme ich den Desktop, das Notebook, das iPad oder das iPhone?

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Das halte ich für eine Legende, die von der Haustier-Lobby initiiert wurde. So ein Quatsch. Autoren sind Eremiten und brauchen nichts um sich herum außer ihren Gedanken! Ich, ähm, habe zwei Katzen.

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Heldenwinter – Jonas Wolf lässt einen Halbling wachsen

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , am 17.01.2012 von fantasyblogger
Cover von Heldenwinter

Jonas Wolf: Heldenwinter

„Heldenwinter“ von Jonas Wolf ist eine Rachegeschichte. Und wie jede gute Geschichte dieser Art beginnt sie mit dem Verbrechen, das den Helden zum Rächer macht. In „Heldenwinter“ ist es die Ermordung der Familie von Namakan und seines Pflegevaters und Meisters Dalarr. Dalarr weiß genau, wer hinter den Morden steckt: König Arvid und sein Scherge Waldur. Mit dem Halbling Namakan verlässt er daher die Immergrünen Almen, um einen König zu stürzen – auch für den Preis, die Welt ins Chaos zu stürzen. Namakan folgt ihm auf diesem Pfad, muss aber erkennen, dass sein Meister sich die Wahrheit so zurechtbiegt, wie er es als Schmied mit dem Eisen tut.

Heldenwinter baut auf Klassikern der Fantasy auf

Halblinge, ein großer Krieger, der seine Gegner reihenweise niedermetzelt – das klingt sehr bekannt. Und tatsächlich hat Jonas Wolf „Heldenwinter“ den Vätern der Fantasy gewidmet. Seine Aufgreifen bekannter Fantasy-Motive ist also als Hommage an Tolkien und seine Hobbits sowie an Robert E. Howard, den geistigen Vater von Conan dem Barbaren. Doch – so viel sei verraten – Elfen, Zwerge und große Vögel spielen ebenfalls eine Rolle im Fantasy-Buch, auch wenn nicht jeder mit ihrer Interpretation einverstanden sein dürfte.

Jonas Wolf spielt mit Mustern von Rachegeschichten

Sprachlich hat Jonas Wolf es eher direkt gehalten. Vor allem Dalarr  mag es derb, doch manchmal überträgt sich der Ton auch auf den (zumeist auktorialen) Erzähler. Einige Passagen sind humorvoll gehalten, sodass nicht nur der düstere Ton einer dunklen Rachegeschichte vorherrscht.

Die Handlung überzeugt im Großen und Ganzen. Einige Wendungen zeichnen sich ab, andere überraschen. Der Nachteil bei einer Rachegeschichte ist, dass sie einem Muster folgen muss. Der Rächer trifft auf den oder die Menschen, die ihn zu seinem Rachefeldzug getrieben haben und muss dann entscheiden, ob er Rache will oder vergeben kann. Dann zeigt sich, ob er seinen Willen bekommt. Um dieses Muster zu variieren, wählt Jonas Wolf in „Heldenwinter“ zwei große Konfrontationen am Ende.

Hier spielen sowohl Dalarr als auch Namakan eine wichtige Rolle. Während der leicht stämmige Halbling insgesamt ein wenig blass bleibt, dafür aber gut ins Jahr der Hobbit-Verfilmung passt, ist Jonas Wolf mit Dalarr eine großartige Figur gelungen – ein Anti-Held, von dem man mehr lesen möchte.

Jonas Wolf kehrt in die Welt von Tristborn zurück

„Heldenwinter“ von Jonas Wolf ist nur der Auftakt zu mehreren Geschichten aus Tristborn und der Pferdesteppe, die in sich abgeschlossen sind. Der nächste Band erscheint bereits im Juli bei Piper und trägt den Titel „Heldenzorn“. „Heldenwinter“ ist als kartoniertes Taschenbuch mit 512 Seiten erschienen, die Druckausgabe kostet 12,99 Euro.

Wie reagieren Verlage auf neue Kriterien für Spiegel-Bestsellerliste?

Veröffentlicht in Allgemeines mit den Tags , , , , , , , , , , am 13.01.2012 von fantasyblogger

Stehen die deutschen Verlage vor einem großen Umbau, und werden sie den Buchmarkt bald verstärkt mit Hardcovern fluten? Eine Woche ist es her, dass Buchreport mitteilte, der Spiegel werde seine Kriterien für die Hardcover-Bestsellerliste ab Juli 2012 verändern. Ab Sommer werden nur noch gebundene Ausgaben für die Liste berücksichtigt. Alle Klappenbroschur-Editionen, egal wie groß oder teuer, wandern in die Rubrik Taschenbuch.

Hardcover an gebundene Ausgabe gebunden

Was zunächst nach einer kleinen Veränderung aussieht, könnte sich für manche Verlage zum Problem entwickeln. Denn Bestseller wie „Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass“ tauchen künftig nur in der Taschenbuchliste auf. In Buchhandlungen werden aber eher die Hardcover-Bestseller gesondert vermarktet als Taschenbücher. Der Deutsche Taschenbuch-Verlag (dtv) kündigte daher gegenüber verschiedenen Medien an, künftig in der Reihe-Premium auch ein paar gebundene Ausgaben unterzubringen. Wie die anderen Verlage auf die Vereinheitlichung der Listen reagieren wollen, steht noch nicht fest. Mehrere Anfragen des Fantasy-Weblogs bei verschiedenen Verlagen blieben bislang unbeantwortet.

Die Reaktionen der Verlage auf neue Kriterien für Spiegel-Bestseller

Doch gerade in den Sparten Fantasy und Krimi müssen die Verlage reagieren. Denn diese Genres sind bei E-Book-Lesern – und daher wohl auch bei Raubkopierern – besonders beliebt, sodass jede Werbung für die lukrativere Druckausgabe an Bedeutung gewinnt. Wird es also künftig für deutsche Erstausgaben wie Brent Weeks’ „Schwarzem Prisma“ statt Paperbacks künftig gebundene Ausgaben geben?

Diese Möglichkeit ist nicht abwegig, haben verschiedene Verlage doch bereits den Vertriebsweg für Hardcover in den vergangenen Jahren in den Fokus gestellt. So bekam Blanvalet mit Penhaligon eine Schwester, die phantastische Literatur in gebundener Form auf den Markt bringt, um die Taschenbuch-Ausgabe unter dem Blanvalet-Label zu vermarkten. Unter den Penhaligon-Werken waren einige dabei, die den Aufkleber „Spiegel-Besteller“ bekamen, etwa die letzten Romane von Trudi Canavan. Auch Heyne setzte zuletzt mehr auf Hardcover, brachte etwa die ersten beiden Bände der Sturmlicht-Chroniken von Brandon Sanderson zunächst gebunden heraus.

Bei Piper war das weniger der Fall. Hier setzte man eher auf Preissteigerung beim Paperback, die mit 17 Euro nicht mehr weit von Hardcover-Preisen waren. Künftig könnten die „Schoßgebete“ etwas härter gebettet werden, um Aufmerksamkeit bei der Kritik zu wecken. Doch wie die Verlage auch reagieren werden – ob sie mehr Hardcover veröffentlichen oder Paperback klaglos in die  Taschenbuchliste wandern lassen -,  aus Lesersicht ist kaum damit zu rechnen, dass die Preise sinken werden. Denn nur weil ein kartoniertes, großformatiges Taschenbuch plötzlich wieder Taschenbuch heißt, wird es nicht für zehn bis zwölf Euro verkauft werden.

N.K. Jemisin: Die Rivalin der Götter – Das Erbe der Götter 3

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , , , am 07.01.2012 von fantasyblogger
Cover von Die Rivalin der Goetter

N.K. Jemisin: Die Rivalin der Götter

Nachdem in den ersten zwei Bänden von „Das Erbe der Götter“ die drei großen Götter im Mittelpunkt standen, wendet sich N.K. Jemisin in „Die Rivalin der Götter“ dem ersten Gottkind zu: Si’eh. Seine Natur ist es, Kind zu sein und sich nicht an die Regeln zu halten, sondern die Grenzen zu testen. Jahrhundertelang war er ein Sklave der menschlichen Herrscher, den Arameri. Nach seiner Befreiung hielt er sich nur selten im Reich der Sterblichen auf.

„Die Rivalin der Götter“ ist Band 3 der Reihe „Das Erbe der Götter“

Bei einem seiner seltenen Besuche trifft Si’eh im Palast von Elysium auf zwei Kinder. Die Geschwister Shahar und Dekarta Arameri sind fasziniert vom Gottkind und auch Si’eh kann sich ihrer Ausstrahlung nicht entziehen. Doch bei einem Aufeinandertreffen geschieht etwas Merkwürdiges – der Gott findet sich im jugendlichen Körper eines Menschen wieder. Wider seiner kindlichen Natur ist er gealtert und dem Großteil seiner Macht beraubt. Doch Si’eh muss sich als Mensch beweisen und zeigen, ob seine Freundschaft zu Shahar und Dekarta noch gilt, denn die Welt steht vor einer Zerreißprobe. Die Herrschaft der Arameri, aber auch die der Götter ist bedroht.

N. K. Jemisin lässt den Kindgott reifen

Der deutsche Titel führt ein wenig in die Irre. Denn während bei den beiden Vorgänger-Bänden zwar jeweils ein starker Frauencharakter dominierte, ist dies in „Die Rivalin der Götter“ nicht der Fall. Shahar spielt nicht die Hauptrolle – im Mittelpunkt steht Si’eh, der beide Geschwister liebt. Jemesin wählt erneut – wie bereits bei den großen drei Göttern, die für Licht, Dunkelheit und Schatten stehen – eine Dreieckskonstellation.

Außerdem geht es ihr dieses Mal nicht nur um das Menschliche in Göttern und das Göttliche in Menschen, sondern sie legt einen Schwerpunkt auf Eltern-Kind-Beziehungen. Si’eh reift, überdenkt das Verhältnis zu seinen Eltern und verliert seine Kindlichkeit. Auch bei den Arameri spielt das Verhältnis zwischen den Generationen eine wichtige Rolle.

Die Handlung von „Die Rivalin der Götter“ ist in sich abgeschlossen

Porträtfoto von NK Jemisin

Fantasy-Autorin N.K. Jemisin, Foto: Eugene C. Myers

„Die Rivalin der Götter“ ist zwar Teil der Reihe „Das Erbe der Götter“. Die Handlung steht aber für sich selbst. Die beiden Vorgänger „“Die Erbin der Welt“ und „Die Gefährtin des Lichts“ gelesen zu haben, erleichtert aber das Verständnis, da die Mehrzahl der handelnden Personen dann bereits bekannt ist, ebenso die Konstellationen in der von Jemisin erschaffenen Welt.

Im Anhang zu „Die Rivalin der Götter“ ist ein Kapitel mit Namen „Die Rückkehr des Lichts“ abgedruckt. „Das Erbe der Götter“ wird vorerst aber nicht weitergehen, den N.K. Jemisin hat mit „The Kingdom of Gods“ – so der Originaltitel von „Die Rivalin der Götter – die Inheritance Trilogy abgeschlossen. Sie wendet sich zunächst einer neuen Geschichte zu, „The Dreamblood Duet“ genannt. Die Welt darin ist an das alte Ägypten angelehnt, und erneut spielen Götter und ihre Anhänger eine große Rolle. Im Original erscheinen „The Killing Moon“ und „The Shadowed Sun“ im Mai beziehungsweise Juni 2012. Weitere Fragen zu den Büchern beantwortet Jemisin auf ihrer Homepage. Informationen über eine deutsche Übersetzung gibt es noch nicht.

„Die Rivalin der Götter“ ist bei Blanvalet erschienen. Die Handlung von „Das Erbe der Götter 3″ erstreckt sich im broschierten Taschenbuch über 608 Seiten (mit Anhang) und kostet 9,99 Euro. Die Übersetzung stammt wie bei den Vorgängern von Helga Parmiter.

Flammen der Dämmerung erst 2013 – Dämonen-Reihe in fünf Bänden

Veröffentlicht in Allgemeines mit den Tags , , , , , , , , , , am 02.01.2012 von fantasyblogger

Fans der Dämonen-Reihe von Peter V. Brett werden es nicht gern hören: „Die Flammen der Dämmerung“, die Fortsetzung von „Das Flüstern der Nacht“ wird erst 2013 erscheinen. Brett kündigte auf seiner Website an, dass für das Original (The Daylight War) Februar 2013 avisiert sei – die deutsche Übersetzung könnte also frühestens im Frühjahr des nächsten Jahres auf den Markt kommen. Selbst wenn es doch ein wenig eher klappen würde, ist der von Heyne angekündigte Termin im September 2012 sicher nicht zu halten. Wie bereits beim „Flüstern der Nacht“ muss der Verlag also den Veröffentlichungstermin verschieben.

Cover von "Die Flammen der Dämmerung"

Peter V. Brett: Die Flammen der Dämmerung

Brett begründet die Verzögerung damit, dass er im vergangenen Jahr an der Schulter operiert wurde und nach sechs Monaten noch immer Schmerzen habe , plötzlich ohne Assistenten auskommen musste und zudem viel Zeit mit seiner dreijährigen Tochter verbringen wollte.  Auch sei er eh nicht der schnellste Schreiber, habe für die beiden Vorgänger bereits sieben beziehungsweise drei Jahre benötigt. „Die Flammen der Dämmerung“ wolle Brett in den kommenden Monaten fertigstellen und danach gleich mit Band 4 der Dämonen-Reihe beginnen – Arbeitstitel „The Forest Fortress“ (Die Waldfestung). Die Wartezeit auf diesen Band werden sich die Fans mit einer Novelle verkürzen können. Beim Schreiben an „The Daylight War“ fiel genug Stoff ab, so Brett. „Mudboy“ soll sie heißen und einem ganz neuen Charakter gewidmet sein, der im dritten Band eine kleine Rolle spielt. Da „Der große Basar“ auch in Deutschland erschien, ist eine Übersetzung zu erwarten.

Dämonen-Reihe von Brett geht über fünf Bände

Schließlich verkündete Brett noch, dass die Geschichte von Arlen, Jardir und den anderen in fünf Büchern erzählt werde. Bekannt war, dass Brett aber sechs Bände der Dämonen-Reihe verkaufen konnte. Der sechste Band werde jedoch ein Einzelband, stellte er klar. Die Hauptgeschichte soll bereits nach fünf Romanen enden. Im in sich abgeschlossenen Einzelband wird Selia, Dorfsprecherin von Tibbets Bach, die Hauptrolle spielen.

Das Fantasy-Jahr 2011 – ein kurzer Rückblick

Veröffentlicht in Allgemeines mit den Tags , , , , , , , , , , , am 17.12.2011 von fantasyblogger

Mitte Dezember, wenn bereits die ersten Neuerscheinungen für den Januar 2012 ausgeliefert werden, ist die Zeit für einen Rückblick auf das Fantasy-Jahr 2011 gekommen. Um es vorwegzunehmen: Es gab einige starke Titel, doch auch ein paar Enttäuschungen.

Höhepunkte des Fantasy-Jahrs 2011

Zu den Höhepunkten des Fantasy-Jahrs zählten die beiden Bände von Ken Scholes, in denen er dem Psalm von Isaak weitere Strophen hinzugefügt hat – und die stellten auch anspruchsvolle Leser zufrieden. Schwieriger zu beurteilen ist „Die Furcht des Weisen“ von Patrick Rothfuss. Dass er ein starker Erzähler ist, dürfte unbestritten sein, wie gut die Geschichte ist, wird wohl erst mit Teil 2 von Teil 2 im nächsten Jahr deutlich. Freunde der komplexeren Fantasy hatten darüber hinaus Freude am Mittelteil von Acacia, der David Anthony Durhams Qualitäten gezeigt hat.

Mehr Action versprachen Joe Abercrombie und Brent Weeks. „Big Joe“ fand mit „Heldenklingen“ zu alter Stärke zurück und zeigt, dass er zu herausragender Schlachtbeschreibung fähig ist. Weeks wiederum beginnt seine Licht-Trilogie schwungvoll, sodass man auf die Fortsetzung „The Blinding Knife“ gespannt sein darf. Spannung versprechen auch die „Sturmlicht-Chroniken“ von Brandon Sanderson. Der Auftakt mit dem „Weg der Könige“ und dem „Pfad des Windes“ gelang – mit den weiteren Bänden muss Brandon Sanderson zeigen, ob er zum Schreiben einer wirklich großen Saga fähig ist.

Nicht vergessen sollte man die deutschen Autoren im Fantasy-Jahr 2011. Susanne Gerdom brachte eine kleine und feine Drachengeschichte mit „Elidar“ auf den Markt, starke historische Anklänge hat hingegen der ordentliche „Drachensturm“ von Torsten Fink.  Und Tobias O. Meißner gelang es, mit „Die Soldaten“ einen Anti-Kriegs-Fantasy-Roman zu schreiben.

Enttäuschend hingegen das Debüt von Col Buchanan, sein „Farlander“ überzeugte ebenso wenig wie „Die Metropole der Diebe“ oder der etwas leblose „Pfad der Seelen“. Alexey Pehovs „Schattentänzer“ – Abschluss der „Chroniken von Siala“ – blieb ebenfalls hinter den Erwartungen zurück.

Ausblick auf das Fantasy-Jahr 2012

Gefehlt hat 2011 ein weiterer Band von Steven Eriksons grandiosem „Spiel der Götter“ – glücklicherweise hat das Warten auf Band 14 im August 2012 ein Ende. Blanvalet setzte auf die Neuauflage des „Liedes von Eis und Feuer“, die rechtzeitig zur Veröffentlichung des „Sohns des Greifen“ komplett vorliegen sollte. So ist der Ausblick auf 2012 positiv, denn neben den neuen Büchern von Erikson und G.R.R. Martin kommt ja noch der Nachklapp zu Patrick Rothfuss’ „Die Furcht des Weisen“, steht ein neuer Daniel Abraham alias Hanover vor der deutschen Veröffentlichung und könnten neue Titel von Brent Weeks, Peter Brett und Ken Scholes erscheinen. Wenn jetzt noch ein R. Scott Bakker und ein G.G. Kay dazukämen …

Fantasy von Blanvalet, Mai bis Oktober 2012

Veröffentlicht in Allgemeines mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am 02.12.2011 von fantasyblogger

Auch die aktuelle Vorschau von Blanvalet ist nun öffentlich und verheißt einige interessante Fantasy-Bücher für Mai bis Oktober 2012. Dabei sind sowohl deutsche Fantasy-Autoren vertreten als auch internationale.

Im Mai startet die neue Trilogie von Torsten Fink. „Der Prinz der Schatten“ lautet der wenig originelle Titel, dessen Geschichte ein wenig an die Bourne-Geschichten erinnert: ein Namenloser, der sein Gedächtnis verloren hat, dann aber herausfindet, dass er ein Assassine ist und wohl der Bruderschaft der Schatten angehört hat. Außerdem erscheint im Mai „Die Legende von Shannara“ des ewigen Terry Brooks sowie „Sternenläufer“, dritter Band der Drachenprinz-Saga von Melanie Rawn.

Viele Fortsetzungen bei Blanvalet im Sommer 2012

Pünktlich zum Sommeranfang im Juni verkündet R.A. Salvatore dann zum zweiten Mal „Niewinter“ und Liane Merciel setzt mit „Schwarzfeuer“ den Kriegerprinzen fort. Auch Magali Ségura setzt Bekanntes fort – „Die Gefangene des Tyrannen“ ist Band 3 der Reihe „Die Rebellin von Leiland“.

Im Juli geht die „Legende von Attolia“ weiter. „Die Verschwörer“ lautet der Titel von Teil 4. Neues gibt es von Daniel Hanover im August: „Dolch und Münze“ eröffnet die Drachenschwert-Trilogie, die ein wenig düster zu werden verheißt, denn Söldner neigen zum Zynismus. Seltsam nur das Pseudonym. Als M.L.N. Hanover war Daniel Abraham bereits bekannt – in Deutschland darf er den echten Vornamen behalten und bekommt den Nachnamen von seinem Pseudonym. Jedenfalls schön, dass der Autor der „Magischen Städte“ weiter verlegt wird.

Auch Andy Remics Held Kell ist eher ein Anti-Held. „Kells Legende“ verspricht ganze Gemetzel. Brandon Mull führt seine Leser auf die Schattenplantage in Fabelheim. Zudem erscheint im August 2012 „Sturmschatten“ von Helen Loewe.

Spiel der Götter und Codex Alera gehen 2012 weiter

Im September geht dann endlich nach viel zu langer Pause das „Spiel der Götter“ weiter. Band 14 des Meisterwerks von Steven Erikson heißt „Die Stadt des blauen Feuers“. Darin gibt es unter anderem ein Wiedersehen mit Anomander Rake. Im selben Monat erscheint „Bannstreiter“ von Bernd Frenz.

Und im Oktober kommt ein Held in die Fantasy-Welt, der auf dem Cover ohne Kapuze auskommt. Tahn Junell wird in den Streit der Schöpfer hineingezogen. „Das Gewölbe des Himmels“ von Peter Orullian beginnt mit „Der Vergessene“. Nicht vergessen sind die „Inseln des Ruhms“ von Glenda Larke. Von der Australierin erscheint der erste Band des Bundes der Illusionisten, „Flüsternder Sand“. Mit „Der erste Fürst“ schließt Jim Butcher dann den Codex Alera ab.

Heyne vom Frühjahr bis zum Herbst 2012

Veröffentlicht in Allgemeines mit den Tags , , , , , , , , , , , am 30.11.2011 von fantasyblogger

Heyne hat seine Vorschau für Mai bis Oktober 2012 online gestellt. Das Taschenbuch-Programm ist nicht sehr umfangreich, dafür aber recht vielseitig – Neues gibt es von Peter V. Brett, Brandon Sanderson und Stephen Deas. Doch auch Christoph Hardebusch (einziger deutscher Vertreter) kann Neuigkeiten verkünden: Seine Trolle-Reihe wird um einen vierten Band erweitert.

Brandon Sanderson ist mit seiner Fortsetzung der Mistborn-Trilogie vertreten. „Jäger der Macht“ spielt nach den Ereignissen von „Herrscher des Lichts“, allerdings setzt die Handlung erst nach einem Zeitsprung ein, weshalb die Leser auf eine ganz anders entwickelte Welt treffen. Für Sanderson-Verhältnisse wird es mit 450 Seiten ein eher kurzes Werk, das im Juli in Deutschland erscheint.

„Die Flammen der Dämmerung“ von Peter V. Brett

Dass es in der Dämmerung noch Tageslichtanteile gibt, okay. Doch bei Heyne wird aus dem „Daylight War“ von Peter V. Brett „Die Flammen der Dämmerung“. Nun ja, wer aus einem Wüstenspeer ein „Flüstern der Nacht“ macht … Wichtiger scheint zu sein, dass Heyne erneut beim Veröffentlichungstermin vorprescht. Oktober 2012 ist vielleicht zu opitimistisch, steht doch nach Aussage von Brett noch nicht einmal das Veröffentlichungsdatum des Originals fest. Auch arbeitet er noch am Manuskript, sodass die 750 Seiten wohl übertroffen werden.

Stephen Deas ist gleich zweimal vertreten. Von ihm erscheinen zwei Bände der Reihe „Drachenthron“: der Adamantpalast im Juni und der König der Felsen im September. Beide sind zwischen 500 und 600 Seiten dick und kosten 8,99 Euro. Pierre Grimbert schließt seine Götter-Saga im September ab, M.D. Lachlan setzt seine von nordischen Sagen inspirierte Geschichte mit „Fenrir“ im Juni fort.

Heyne 2012: Krimi und Steam-Punk

Schließlich bleibt Heyne auch 2012 dem Steam-Punk treu. „Steam & Magic – Feuerspiel“ stammt aus der Tastatur von Cindy Spencer Pape. Überflüssig zu schreiben, dass die Handlung im viktorianischen London spielt. Protagonistin ist die Gouvernante Caroline Bristol, die sich in ihren Chef verliebt und Wesen der Unterwelt bekämpft. Ab Juni 2012 auch auf Deutsch.

Der Wunsch von Lesern und der Willen der Verlage erfolgreiche Genres zu kreuzen, haben bereits ein paar Fantasy-Krimis beschert. Alex Bledsoe soll in seinem Erstlingswerk die amerkanische Hardboiled-School auf das Fantasy-Genre übertragen haben. „Das Schwert des Königs“ kingt als Titel eher konventionell. Im Mittelpunkt steht der Ermittler LaCrosse, der statt zum Schläger zum Schwert greift und einen Prinzenmord aufklären soll. Die 600 Seiten umfassende Ausgabe erscheint im Mai.

Markus Heitz: Einblicke – der etwas andere Werkstattbericht

Veröffentlicht in Allgemeines, Interviews mit den Tags , , , , , , , , , , , am 09.11.2011 von fantasyblogger

Markus Heitz stürmt mit seinen Fantasy- und Horror-Romanen über Zwerge, Albae und Vampire regelmäßig die Bestsellerlisten. Einmalig erfolgreich ist er auch beim Deutschen Phantastik Preis, den er 2011 zum neunten Mal gewann. Nachdem er sich zuletzt vor allem den Albae gewidmet hat, geht es im nächsten Buch von Markus Heitz um Ereignisse, die in der realen Welt spielen. Im Mai 2012 erscheint der Horror-Thriller „Oneiros – Tödlicher Fluch“ bei Droemer Knaur.

Porträt Markus Heitz auf Thron

Fantasy-Autor Markus Heitz (Foto: Bernd Schuhmacher/Anhur.de)

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Gibt es keine. Ich kann zu jeder Zeit des Tages schreiben, und meistens tue ich das auch. Dabei kann man auch den Tag zur Nacht machen. Und umgekehrt.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Schwarztee. Assam. Keine Kindertees wie Weißer Tee oder Roibusch. An kühlen Tagen auch gerne selbst gemachten Chai (Nelken, Zimtstangen, schwarzer und grüner Kardamom, Honig, Milch, schwarzer Tee).

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Stühle sind sehr gut geeignet, Kakteen und heiße Herdplatten weniger.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Eine solche Versuchung gibt es nicht. Ehrlich. Wenn ich am Schreiben bin, bin ich am Schreiben …

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Die Zahl der Wörter weiß ich gar nicht, aber es sind 5 DinA4 Seiten. 12er Schrift, Times New Roman, einzeiliger Abstand.

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Nein. Geschieht am Bildschirm, später sind dann noch die Druckfahnen an der Reihe.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Die bewährten Testleser, die alle gute Freunde von mir sind.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Inzwischen habe ich auf Drängen von Freunden einen Schrank im Wohnzimmer damit bestückt – jedenfalls mit ausländischen Exemplaren.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

Sicher. Man muss nur wissen, was man liest.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Fliegen wäre gut. Das erleichtert das Reisen ungemein.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

So viel, wie ich brauche und möchte.

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Wozu?

Weitere Teile der Serie „Einblicke“:

Die Furcht des Weisen von Patrick Rothfuss – Teil 1

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , , , , , , , am 07.11.2011 von fantasyblogger
Cover von Die Furcht des Weisen

Patrick Rothfuss: Die Furcht des Weisen 1

Drei Jahre nach Erscheinen von „Der Name des Windes“ setzt Patrick Rothfuss in der Fortsetzung „Die Furcht des Weisen“ (The Wise Man’s Fear) dort wieder ein, wo er im ersten Buch aufgehört hatte: mit der dreifachen Stille. Doch diese hält nicht lange an, denn Kvothe (wer erfahren will, wie es ausgesprochen wird, erhält in „Die Furcht des Weisen“ eine Antwort) ist wie gewohnt geschwätzig und weitschweifig in seiner Lebensbeichte.

Teil 1 der „Furcht des Weisen“

Dennoch zieht die märchenhafte Erzählung die Leser schnell wieder in ihren Bann. Auch wenn Kvothe mit den alten Problemen an der Universität zu kämpfen hat – Geldprobleme, fehlender Bibliothekszugang und Erzfeind Ambrose -, wiederholen sich die Ereignisse nur bedingt. Doch schließlich, nach mehr als der Hälfte des Buches, wird der Held aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und zum Jagen getragen: Er bricht zu neuen Ufern auf. So kann Kvothe endlich beginnen, die Heldentaten zu vollbringen, die der Chronist für die Königsmörder-Chronik aufschreiben will. Wie Rothfuss sie jedoch alle noch bis zum Ende von Tag 3 unterbringen will, bleibt vorerst sein Geheimnis. Es würde jedoch nicht verwundern, wenn auch das dritte Original so lang wird, dass daraus zwei deutsche Bände werden.

Klett-Cotta hat 24,95 Euro als Preis für „Die Furcht des Weisen 1″ festegesetzt. In der gebundenen Ausgabe sind es 859 Seiten geworden. Teil 2 wird Ende Januar 2012 von der Hobbitpresse ausgeliefert und soll 22,95 Euro kosten. Teil 1 liegt praktischerweise ein Bestellschein bei (das angekündigte Februar-Datum ist aber inzwischen vorverlegt worden). In „Die Furcht des Weisen 2″ dürfte dann auch der zweite Tag der Königsmörder-Chronik zu Ende gehen, dessen Ereignisse Jochen Schwarzer dieses Mal zusammem mit Wolfram Ströle ins Deutsche übertragen hat. Pat Rothfuss wird „Die Furcht des Weisen“ vielleicht auch einmal in Deutschland vorstellen – eine für dieses Jahr bereits geplante Lesereise musste wegen der Erkrankung seines Vaters abgesagt werden.

Edit: Die Rezension von „Die Furcht des Weisen 1″ ist online.

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