Mark Charan Newton: Nacht über Villjamur – Die Legende der Roten Sonne 1

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , am 02.05.2012 von fantasyblogger
Cover von "Nacht über Villjamur"

Mark Charan Newton: Nacht über Villjamur – Die Legende der Roten Sonne 1

Einer der interessantesten Newcomer auf dem deutschen Fantasy-Markt in diesem Jahr ist Mark Charan Newton. Mit “Nacht über Villjamur – Die Legende der Roten Sonne 1″, seinem ersten Fantasy-Roman, sind viele Leser zu wünschen, denn er liefert einen sehr spannenden Weltenentwurf und eine gut entworfene Geschichte.

Nacht über Villjamur: Die Rote Sonne verliert ihre Strahlkraft

Villjamur ist die Hauptstadt des Kaiserreichs, das über den Großteil der Inselwelt herrscht. Doch die alte Macht steht vor einer großen Herausforderung: Die Rote Sonne erstrahlt nicht mehr so warm, eine Eiszeit kündigt sich an. Die Menschen flüchten in die großen Städte, doch in Villjamur lässt man sie nicht ein. Das sorgt für Konflikte, die sich noch verschärfen, als ein hohes Ratsmitglied ermordet wird und der Kaiser stirbt. Zugleich droht dem Reich Ungemach durch einen unbekannten äußeren Feind.

Mark Charan Newton erzählt die Legende der Roten Sonne aus verschiedenen Perspektiven. Die wichtigsten Charaktere sind der Ermittler Jeryd, ein Angehöriger der humanoiden Rumel und Mitglied der Inquisition. Jeryd ist aber kein Zyniker à la Glokta aus Joe Abercrombies Klingen-Romanen. Der Rumel ist eher bedächtig und manchmal erschreckend naiv, dabei jedoch ein guter Beobachter. Bei den Ermittlungen zum Mord am Ratsherren kommt er einer großen Intrige auf die Spur.

Randur Estevu stammt von der Insel Folke, will in Villjamur Geld verdienen und erschleicht sich dazu den Posten eines Tanzlehrers. Sein Zusammentreffen mit Prinzessin Eir wird die Geschichte Villjamurs verändern. Das hat der Albino Brynd bereits geschafft. Bis zum Oberkommandierenden des Heers ist er aufgestiegen. Doch als sich die Ereignisse in Villjamur überschlagen, ist er bereits unterwegs, um sich dem neuen Feind im Norden zu stellen. Hinzu kommen mehr als ein Dutzend weitere Personen, die mehr oder weniger große Rollen spielen.

Die Legende der Roten Sonne 1: Starkes Setting

Die Charaktere sind Newton zum Teil gut gelungen, doch da er den Einblick in die Gedanken und Gefühle von so vielen von ihnen gewährt, leidet darunter stellenweise die Spannung. Denn die Leser erhalten so etwa die Pläne der Verschwörer bereits vorab. Dass diese dann zumeist genauso umgesetzt werden, wie angekündigt, lässt erkennen, dass es sich bei “Nacht über Villjamur” um ein Debüt handelt.

Mark Charan Newton (Jahrgang 1981) zeigt aber auf anderem Gebiet, über welches Talent er verfügt. Die Legende der Roten Sonne ist sehr vielschichtig: Es geht um die Flüchtlingsproblematik, um Demokratieverständnis (auch wenn es etwas unpräzise ist, bei einem Kaiserreich von Demokratie zu sprechen), um Klimawandel und um die Grenzen von Wissenschaft. Kultisten heißen die Wissenschaftler im Fantasy-Roman. Sie kennen sich mit alter, magischer Technologie aus, helfen dem Kaiserreich im Krieg und forschen. Einige von ihnen sind bereit, gegen die Naturgesetze zu verstoßen – mit welchen Folgen, werden die weiteren Bände der Legende der Roten Sonne zeigen.

Die Themenvielfalt führt jedoch nicht dazu, dass das Buch überladen wäre oder unnötig komplex. Dazu ist der vordergründigen Handlung zu leicht zu folgen und fehlt wohl auch ein wenig Raffinesse sowie die nötige Detailverliebtheit. Dieser erste Band erzeugt Vorfreude auf die beiden Fortsetzungen, die im Original bereits erschienen sind.

“Nacht über Villjamur” von Mark Charan Newton ist bei Egmont-Lyx erschienen. Der erste Band der Legende der Roten Sonne hat 512 Seiten und kostet 12,99 Euro.

Alex Bledsoe: Das Schwert des Königs, erster Eddie-LaCrosse-Roman

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , , , , am 01.05.2012 von fantasyblogger
Cover von Das Schwert des Königs

Alex Bledsoe: Das Schwert des Königs

“Das Schwert des Königs” – hinter diesem Titel könnte sich ein beliebiges Märchen oder ein beliebiger Fantasy-Roman verstecken. Alex Bledsoe hat jedoch einen Fantasy-Krimi geschrieben, der die beiden Genres gut vereint.

Eddie LaCrosse ermittelt in “Das Schwert des Königs”

Der Detektiv in “Das Schwert des Königs” heißt Eddie LaCrosse. Ein guter, nicht mehr ganz junger Schwertkämpfer, der die fehlende Schnelligkeit mit viel Erfahrung wettzumachen weiß. Ein Auftrag führt ihn zurück nach Arentia, seiner Heimat, die er 20 Jahre zuvor verlassen hatte. Sein Jugendfreund, der König des Landes, bittet ihn, den Mord an seinem Sohn aufzuklären und die Beschuldigte, die Königin und Mutter des Opfers, zu entlasten. Nur widerwillig macht sich Eddie LaCrosse an die Arbeit – denn seine Suche nach der Wahrheit führt ihn zurück in seine eigene Vergangenheit und sein eigenes Versagen.

Alex Bledsoe startet eine Fantasy-Krimi-Reihe

Alex Bledsoe wählt ein Fantasy-Setting, um eine Kriminalgeschichte zu erzählen. Das Rätsel, das Eddie LaCrosse zunächst zu lösen hat, ist ein Klassiker der Detektivgeschichten. Seit Edgar Allen Poe gibt es das Rätsel um eine Tat in einem verschlossenen Raum. Eddie muss es lösen, wenn er widerlegen will, dass die Königin, die allein mit ihrem Sohn in einer Kammer war.

Der Ermittler selbst entstammt jedoch nicht der Schule der armchair-detectives à la Hercule Poirot, sondern eher der amerikanischen hard-boiled school: Sein nicht leicht schmutziges Büro hat er über einer Taverne in einer fast schon heruntergekommenen Stadt. Eddie LaCrosse wird niedergeschlagen, soll durch rohe Gewalt eingeschüchtert werden und geht notfalls über Leichen. Bledsoe hat jedoch keinen Mittelalter-Krimi geschrieben, sondern einen Fantasy-Krimi. Und so kommt die Magie ins Spiel. Diese ist in der Welt, in der “Das Schwert des Königs” (The Sword-Edged Blonde) spielt, nicht präsent. Doch genau sie ist der Schlüssel zur Lösung des Falls (auch wenn beim Mord keine Magie benutzt wurde).

Der Fantasy-Krimi von Alex Bledsoe ist keine Detektivgeschichte zum Mitraten, sondern vielmehr ein Psychogramm der Hauptfigur. Die kurzweilige Geschichte erhöht die Vorfreude auf die Fortsetzungen. Im Original erscheint diesen Sommer bereits der vierte Fall von Eddie LaCrosse. Bledsoe lebt mit seiner Familie in Wisconsin, stammt selbst aber aus einem Ort in der Nähe von Memphis, Tennessee. Bevor er hauptberuflich Autor wurde, arbeitete er als Journalist, Fotograf und Staubsaugervertreter – sollte sich also gut verkaufen können.

“Das Schwert des Königs” von Alex Bledsoe ist bei Heyne erschienen und hat in der broschierten Taschenbuchausgabe 400 Seiten – der Preis liegt bei 14,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Ursula Kiausch.

Vorschau Heyne-Fantasy Herbst 2012: Im Zeichen des Hobbits

Veröffentlicht in Allgemeines mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , am 29.04.2012 von fantasyblogger

Das Herbst-Programm 2012 steht bei Heyne ganz im Zeichen des Hobbits. Für die Verfilmung der Geschichte von J.R.R. Tolkien rüstet sich der Verlag dabei sowohl mit Büchern über Halblinge als auch mit Völker-Romanen der tolkienschen Fantasy-Völker.

Thomas und Stephan Orgel eröffnen den Reigen mit “Orks vs. Zwerge”. Die Begründung für diese Zusammenstellung von Marketingseite: “Orks und Zwerge sind Tolkiens erfolgreichste Völker.” Was da der wohl der Maßstab ist, rauben und plündern oder Bodenschätze schürfen? Man wird das Buch wohl lesen müssen, um über den wirklichen Inhalt urteilen zu können.

Heynes Hobbits: Parodie und Sachbuch

Wie der Piper-Verlag kommt auch Heyne nicht ohne eine Parodie zu den Halblingen aus. Dass “Der Hobbnix” auf Übertreibung setzt, zeigt sich bereits am bewusst übersteigerten Autorennamen: A.R.R.R. Roberts. Die Geschichte von Bingo Beutelgrapscher ist allerdings nur eine Neuauflage. Deutlich interessanter verspricht “Tolkiens größte Helden” zu werden. Für dieses Sachbuch haben sich einige der bekanntesten deutschen Fantasy-Autoren mit den Hobbits auseinandergesetzt, allen voran Bernhard Hennen, Kai Meyer, Wolfgang Hohlbein sowie das Duo Thomas Plischke/Ole Christiansen.

Außerdem erscheint passend zum FIlmstart der vierte Troll-Roman von Christoph Hardebusch. “Der Krieg der Trolle” führt ein weiteres Mal in das Land zwischen den Bergen, in dem sich Trolle und Menschen eines gemeinsamen Feindes erwehren müssen. Kompletiert wird der Völker-Reigen von einer Neuauflage der Ork-Romane von Stan Nicholls, “Die Orks” entspricht drei Romanen in einem Band.

Vorschau Heyne-Fantasy 2013

2013 starte bei Heyne mit ein paar Taschenbuchausgaben, etwa von Christoph Marzis “Grimm” und Brandon Sandersons “Elantris”. Im Februar darf Richard Morgan mit “Das kalte Schwert” die Abenteuer des schwulen Anti-Helden Ringil fortsetzen, die mit “Glühender Stahl” begannen. Auch Stephen Deas’ “Drachenthron” wird um einen Band erweitert.  Im April kommt schließlich die Fortsetzung des “Prinzen der Dunkelheit”. Die düstere Geschichte von Mark Lawrence geht mit “König der Dunkelheit” weiter. Und wer “Kriegsklingen” von Joe Abercrombie noch immer nicht gelesen hat, darf sich auf die Taschenbuchausgabe freuen, die für März angekündigt ist.

Edit: Den vierten Band von Tom Lloyds Fantasy-Saga um Lord Isak sucht man leider vergeblich.

Einblicke, der etwas andere Werkstattbericht: Torsten Fink

Veröffentlicht in Allgemeines, Interviews mit den Tags , , , , , , , , , am 23.04.2012 von fantasyblogger

Torsten Fink wurde 1965 geboren und lebt in Mainz. In seiner dortigen Wohnung entstehen Fantasy-Romane wie “Drachensturm”. Bei Blanvalet ist Mitte April sein neuestes Werk “Der Prinz der Schatten” erschienen.

1. Was ist Ihre Lieblingszeit zum Schreiben?

Früher mal der Abend, inzwischen habe ich da eigentlich keine Präferenz mehr.

2. Welches ist Ihr Lieblingsgetränk während des Schreibens?

Kaffee, der aus irgendeinem Grund immer zu schnell kalt wird.

3. Auf welcher Sitzgelegenheit sitzend schreiben Sie am liebsten?

Auf einem knarrender blauem Schreibtischstuhl, den ich seit ungefähr einem Jahr austauschen will, eben weil er knarrt. Aber vielleicht würde mir ohne das Geräusch etwas fehlen.

4. Worin besteht die größte Versuchung, um während der Arbeit abgelenkt zu werden?

Im Internet. Es gibt schließlich immer etwas, das recherchiert, nachgelesen, überprüft werden muss. Und dann gibt es da meist verlockende Querverweise in die Tiefen des Netzes …

5. Wie viele Wörter schreiben Sie am Tag?

Ich zähle die Wörter nicht, ich rechne da eher in Seiten. In der Schreibphase sollten es mindestens vier pro Tag sein (Seiten, nicht Worte).

Fantasy-Autor Torsten Fink

Torsten Fink am Rhein in Mainz (Foto: privat)

6. Drucken Sie Texte noch zum Korrekturlesen aus?

Jein. Bei der letzten Korrektur schon, bei Zwischenkorrekturen inzwischen nicht mehr.

7. Wer darf eine neue Geschichte zuerst lesen?

Eine gute Freundin, die das Pech hat, auch zwischendurch Korrekturlesen dürfen zu müssen.

8. Welchen Platz bekommen die eigenen Bücher zu Hause?

Ein ganz profanes Bücherregal im Arbeitszimmer, aber da die oberste Reihe.

9. Kann man als professioneller Schreiber noch mit Vergnügen das Werk anderer Autoren lesen?

In der Schreibphase will ich nach „Feierabend“ eigentlich keine Buchstaben mehr sehen. Aber sonst, ja, ein gutes Buch macht immer noch Spaß.

10. Welchen magischen Trick würden Sie gern selbst beherrschen?

Schwierige Frage. Vielleicht Fliegen. Außerdem würde ich gerne Bilder im Kopf meiner Leser erzeugen.

11. Wie viel Internet darf es am Tag sein?

Morgens bringe ich mich online auf den neuesten Stand des Weltgeschehens. Dann gibt es, wie schon erwähnt, zwischendurch immer etwas zu recherchieren, nachzulesen, zu stöbern …

12. Brauchen Autoren Haustiere?

Bestimmt, ja, aber in meiner Stadtwohnung wäre das Halten von Katze oder Hund nicht gerade artgerecht, und anderes Viehzeug will ich nicht haben. Aber vielleicht ziehe ich mal aufs Land, dann will ich ein Huhn für die Frühstückseier und eine rot gestromte Katze, die meine Manuskripte zerreißt.

Weitere Teile der Serie “Einblicke”:

Sam Sykes: Die Tore zur Unterwelt 2 – Dunkler Ruhm

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , , , , , , am 20.04.2012 von fantasyblogger
Cover von Dunkler Ruhm

Sam Sykes: Die Tore zur Unterwelt 2 - Dunkler Ruhm

Was hält eine Priesterin, einen Magier, einen Assassinen, eine Shict, eine rote Echse und einen Schwertkämpfer, der Stimmen hört, zusammen? Nicht viel, außer der Aussicht Geld zu verdienen. Doch in “Die Tore zur Unterwelt – Dunkler Ruhm” lässt Sam Sykes seine Charaktere entdecken, dass es selbst über Rassen- und Klassengrenzen hinweg Freundschaft geben kann – auch wenn sich die Beteiligten ihre Gefühle nicht eingestehen wollen.

Sam Sykes öffnet ein weiteres Mal die Tore zur Unterwelt

Vordergründig ist alles gut: Nachdem Lenk und seine Gefährten das Buch der Niederpforten in ihren Besitz gebracht haben, ist ihr Auftrag erfüllt. Doch die Belohnung einzusammeln, erweist sich als schwieriger als gedacht. Sie stranden auf einer Insel, werden getrennt und müssen sich mit ihren eigenen Dämonen auseinandersetzen, ehe sie den Kampf gegen purpurne Amazonen und die Geschöpfe Ulbecetonths wieder aufnehmen können.

Anders als in “Die Tore zur Unterwelt 1 – Das Buch des Dämons” fährt Sam Sykes die Zahl der Gefechte deutlich zurück. Doch Langeweile kommt nicht auf: Statt auf Kampfszenen konzentriert sich der Sohn von Diana Gabaldon stärker auf die Entwicklung seiner Charaktere, aus deren Sicht die Handlung abwechselnd geschildert wird. Außerdem führt Sykes neue Figuren ein wie den Bibliothekar Bralston, der Magier bestraft, die gegen die Gesetze der Gilde verstoßen haben. Sein Mantel wäre ein Reiseutensil, das wahrscheinlich viele Menschen gern nutzen würden.

Sarkastische Söldner erarbeiten sich dunklen Ruhm

Der Ton von “Die Tore zur Unterwelt 2″ unterscheidet sich jedoch nicht von dem des Vorgängers. Sykes Fantasy-Roman schwankt zwischen bitterem Ernst und sarkastischem Humor, was besonders an Denaos deutlich wird. Der Assassine versteckt seinen wahren Charakter hinter vielen Masken. Und wie Lenk, Kataria und die anderen kann er seiner Vergangenheit nicht entkommen. Den Lesern von “Dunkler Ruhm” enthüllt Sykes scheibchenweise, was die Söldner getan haben, ehe sie sich zu einer Gruppe zusammenschlossen. Und als Gruppe werden sich sich noch beweisen müssen.

“Die Tore zur Unterwelt 2 -Dunkler Ruhm” ist bei Penhaligon erschienen. Die broschierte Taschenbuchausgabe geht über 832 Seiten und kostet 16,99 Euro. Die Übersetzung stammt von Wolfgang Thon. Wie der Kampf gegen Ulbecetonth und ihre Dämonen ausgeht, wird Sam Sykes im dritten Band enthüllen, der aber auch im Original noch nicht veröffentlicht ist.

Albae 3 und Hobbit-Bücher: Piper-Fantasy im Herbst 2012

Veröffentlicht in Allgemeines mit den Tags , , , , , , , , , , , , am 05.04.2012 von fantasyblogger

Fans von Markus Heitz dürfen sich auf den 20. August freuen – dann erscheint der dritte Band der “Legenden der Albae”. “Dunkle Pfade” ist der Untertitel von Albae 3. Darin schildert Heitz Ereignisse, in die auch ein gewisser Tungdil verwickelt ist. Zeitlich spielt “Dunkle Pfade” wohl vor Zwerge 4, also dem Band, in dem Tungdil aus der Schwarzen Schlucht zurückkehrt. Die Handlung dürfte sich daher auf das Jenseitige Land konzentrieren. Band 4 der “Legenden der Albae” hat Markus Heitz auch bereits geplant – im Frühjahr 2014 soll er erscheinen.

Piper setzt im Herbst 2012 auf Hobbits

Außer auf das deutsche Zugpferd Markus Heitz setzt Piper im Herbst 2012 noch auf den zu erwartenden Hobbit-Boom. Zwei Monate bevor der Hobbit-Film auf die Leinwand kommt, also der erste Teil dieses plötzlich episch gewordenen Kinderbuchs, erfahren Leser “Alles über Hobbits”. Das Buch stammt von Jonas Wolf, der bereits in “Heldenwinter” Halblinge auftreten ließ.

Geht es bei “Alles über Hobbits” darum, sich auf heitere Weise genauer über die Wesen aus dem Auenland und ihre Rolle in Tolkiens Werk zu informieren, wird die Geschichte von Bilbo Beutlich von Paul Erickson richtig durch den Kakao gezogen. “Der Wobbit – oder einmal Hin- und Rückfahrt, bitte!” heißt die Parodie, die ebenfalls am 8. Oktober erscheint. Bulbo Bunkins geht dort mit Pantsoff und 13 Zwergen auf die Reise. Nun ja, wer’s mag …

Fantasy-Romane von Pehov, Schwartz und Mann

Im Oktober erscheint noch deutlich mehr Fantasy bei Piper. So kommt von Richard Schwartz “Der Falke von Aryn” heraus, von Alexey Pehov “Blitz” Band 2 der “Chroniken von Hara”. Bereits am 10. September feiert Alex Adams ihr Deutschland-Debüt. “White Horse” heißt ihr Phantastik-Buch, eine Endzeitgeschichte um eine Frau, die ihr Ungeborenes beschützen will.  Interessanterweise ist der Titel auch der Originaltitel. Auch wenn Piper den Roman als Bestseller preist, erscheint er auch erst Mitte April im Original. Doch muss er noch 2012 raus – schließlich haben wir das Jahr, in dem die Welt untergehen soll.

Schließlich geht auch die Krimi-Steampunk-Reihe von George Mann weiter. Mit “Immorality Engine” erscheint am 10. September bereits der dritte Band der Reihe um Newburry und Hobbes. Dieses Mal müssen sie den Mord an einer Unterweltgröße und eine Einbruchserie aufklären, die die Handschrift des Ermordeten trägt.

Vorschau April 2012: Eddie LaCrosse ermittelt nachts in Villjamur

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , , , , , , , am 03.04.2012 von fantasyblogger
Cover von "Nacht über Villjamur"

Mark Charan Newton: Nacht über Villjamur

Im April ist die Zahl der Neuerscheinungen groß – da fällt die Auswahl schwer. Doch auf das Erscheinen der deutschen Ausgabe von Mark Charan Newtons “Legende der Roten Sonne” dürften viele Leser sich freuen, die den englischsprachigen Fantasy-Markt verfolgen. Die Reihe wurde vielfach gelobt, doch dürfte die Prosa, die Newton selbst als experimentell bezeichnet, nicht jedem gefallen. In “Nacht über Villjamur” werden die Leser in eine sterbende Welt eingeführt. Die rote Sonne verglüht, eine Eiszeit zieht herauf – was auch nicht ohne Folgen auf die politische Lage im Kaiserreich bleibt. Einer der Protagonisten ist Inspektor Rumex Jeryd, der im Zuge von Mordermittlungen eine Verschwörung aufdeckt. Über 512 Seiten geht Band 1, der bei Egmont-Lyx kurz vor Ostern erscheint und dort zu den auserwählten High-Fantasy-Werken gezählt wird. Newton selbst spricht von “noir-pulp”.

Cover von Das Schwert des Königs

Alex Bledsoe: Das Schwert des Königs

Einen Ermittler ganz anderer Art, bringt Heyne im April auf den deutschen Markt: Eddie LaCrosse. Alex Bledsoe ist sein Schöpfer – bereits drei Romane mit diesem Helden sind in den USA erschienen – Band 4 ist für diesen Sommer angekündigt. In “Das Schwert des Königs” (The Sword-Edged Blonde) – für das Heyne kurz vor Veröffentlichung noch einmal das Cover wechselte – bekommt es der Ermittler mit einer Verschwörung zu tun, in die auch sein Jugendfreund der König verstrickt zu sein scheint. Da wird es nicht nur darauf ankommen, den Mord an einem Prinzen eines Nachbarstaats aufzuklären. Ursula Kiausch hat den Roman übersetzt, der die Genres Detektivroman und Fantasy miteinander verbindet. Über 400 Seiten erstreckt sich die Handlung, 14,99 Euro lautet der Preis für das broschierte Taschenbuch.

Cover von Barbarendämmerung

Tobias O. Meißner: Barbaren-dämmerung

In “Die Soldaten” schilderte Tobias O. Meißner das Schicksal einer Kompanie frischer Rekruten, die an einen gefährlichen Grenzposten versetzt werden. Dort ging es vor allem um die Schrecken des Krieges aus Soldatensicht, in “Barbarendämmerung” ist eher die Sicht der Zivilbevölkerung gefragt. Ein mächtiger Krieger zieht plündernd durch die Lande. Dass die Menschen den Wilden für ihre Zwecke einspannen wollen,  treibt ihn zur Raserei. Das klingt ein wenig nach einer Mischung aus King Kong und Tarzan, dürfte in jedem Fall aber viel Zivilisationskritik enthalten – das verrät bereits das der Handlung voran gestellte Zitat von Robert E. Howard. Howards Conan dürfte auch sonst für das Buch Pate gestanden haben (Das scheint gerade bei deutschen Autoren in Mode zu sein, etwa auch bei Jonas Wolf.). “Barbarendämmerung” erscheint Mitte April bei Piper, die Klappenbroschur-Ausgabe mit ihren 432 Seiten kostet 15,99 Euro.

Drachenkampf von Pierre Pevel

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , , , , , am 31.03.2012 von fantasyblogger
Cover von Drachenkampf

Pierre Pevel: Drachenkampf

Die drei Musketiere sind tot, es leben die Klingen des Kardinals! Unter der Führung von La Fargue dient diese Eliteeinheit Kardinal Richelieu, dem mächtigsten Mann Frankreichs. In “Drachenkampf” müssen sie ein weiteres Mal ihr Land gegen die Drachen verteidigen, die die Herrschaft über ganz Europa anstreben. Die von Spanien aus operierenden magischen Wesen verlassen sich dieses Mal nicht allein auf ihren Geheimbund “Schwarze Kralle” – zu hoch ist der Einsatz. Doch um welchen Preis es geht, müssen La Fargue, Almadès, der geheimnisvolle Saint-Lucq und die anderen zunächst herausfinden. Und bei der Entschlüsselung der Intrige verlieren sie wertvolle Zeit. Und die Zeit spielt dem Alchemisten, dem Todfeind der Klingen des Kardinals in die Hände. Nicht umsonst lautet der Originaltitel von “Drachenkampf” “L’Alchemiste Des Ombres” (Alchemist der Finsternis).

Pevel lässt in “Drachenkampf” Klingen sprechen

“Drachenkampf” fügt sich fast nahtlos an den Vorgänger “Drachenklingen” an. Erneut stehen Duelle, schöne Spioninnen und Intrigen im Mittelpunkt. Pevel lässt das Paris von 1633 lebendig werden und spielt häufig auf “Die drei Musketiere” an. So bekommen nicht nur Richelieu und Rochefort ihren Auftritt, sondern auch ein gewisse D’Artagnan. Dennoch ist “Drachenkampf” weder eine dumpfe Nachahmung des Abenteuerromans von Alexandre Dumas, noch handelt es sich um einen historischen Roman. Im Vergleich zum Vorgänger spielen phantastische Elemente eine größere Rolle. Dazu gehören die Drachen und ihre Magie, andere Echsenwesen wie die Draqs sowie die Burgschwestern, Nonnen, die sich auf die Abwehr von Drachenmagie spezialisiert haben.

Das eröffnet dem Autor viele Möglichkeiten, die Pevel auch nutzt, um  Spannung in seine Geschichte zu bringen. Die ist zwar ziemlich dünn geraten, doch mit viel Tempo und Action überspielt der fränzösische Fantasy-Autor die Schwächen. Auch lässt er noch ausreichend Geheimnisse offen, etwa zur Rivalität unter der Drachen, um Lust auf den drittel Teil zu machen. Und den würde man am liebsten gleich nach Beendigung von “Drachenkampf” lesen, da das Buch mit einem echten Cliffhanger endet.

“Drachenkampf” ist nicht der letzte Klingen-Roman von Pevel

Ein wenig ermüdend sind die dauernden Wiederholungen bei Personen. Da viele der zahlreichen Charaktere sich unter falschem Namen ins Lager des Gegners begeben, weist Pevel regelmäßig auf die echten Namen hin, damit Leser nicht durcheinander kommen. Doch beim vierten Hinweis auf die Identität des Alchemisten ist man nicht mehr dankbar dafür, sondern lediglich genervt davon.

“Drachenkampf” ist bei Heyne im Taschenbuch erschienen und kostet 9,99 Euro. Der Fantasy-Roman hat 432 Seiten und ist nicht der letzte der Reihe. Im Original ist bereits 2010 der dritte Teil erschienen.

Seraph 2012 auf der Leipziger Buchmesse verliehen

Veröffentlicht in Allgemeines mit den Tags , , , , , , , , am 19.03.2012 von fantasyblogger

Am Sonntag ist die Leipziger Buchmesse zu Ende gegangen – 163.500 Besucher kamen an den vier Tagen nach Leipzig. Aus Sicht der phantastischen Literatur ging es in diesem Jahr nicht nur um Lesungen, Diskussionen um E-Books und die Umstellung der Spiegel-Bestsellerliste. Erstmalig wurde von der Phantastischen Akademie der Seraph verliehen. Für das beste Debüt erhielt Nina Maria Marewski den mit 2000 Euro dotierten Förderpreis; der Jury hatte ihr “Die Moldau im Schrank” am besten gefallen.  Christian von Aster wurde für “Der letzte Schattenschnitzer” in der Kategorie bestes Buch geehrt. Im Interview verrät Oliver Graute, 1. Vorsitzender der Phantastischen Akademie, warum der Preis, symbolisiert durch eine sechsflügelige, schwarze Engelsstatue, ins Leben gerufen wurde.

Poträt von Oliver Graute

Oliver Graute, 1. Vorsitzender der Phantastischen Akademie

Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar, Deutscher Phantastikpreis: Es gibt bereits mehrere Phantastikpreise in Deutschland. Warum war es Ihnen wichtig, den Seraph noch einzuführen?

Oliver Graute: Beide genannten Preise konnten im Grunde nicht das erreichen, was der Phantastischen Akademie am Herzen liegt. Aufmerksamkeit im positiven Sinne, oder besser gesagt, überhaupt Aufmerksamkeit, zu erzielen. Wetzlar und DPP sind eine gute Sache, und wir wollen uns nicht als Konkurrenz verstehen. Sie vernachlässigen aber einen wichtigen Aspekt und die damit verbundene Frage: Wem nützt ein Preis, von dem keiner etwas weiß?  Der Seraph will unter anderem positive und professionelle Pressearbeit leisten, und dem Genre zu einem neuen Selbstbewusstsein verhelfen.

Warum benötigt die Phantastik denn neues Selbstbewusstsein?

Graute: Von vielen Menschen wird sie aus Unwissenheit gering geschätzt. Sie hören Fantasy und assoziieren gleich Elfen, Feen, Drachen und Trolle und glauben, das war es. Aber das Fantasy nur einen Bruchteil des Phantastik-Genres abbildet, ist den Meisten nicht bewusst. Genauso wenig, wie der Umstand, dass auch innerhalb der High-Fantasy à la Tolkien nicht nur Einheitsbrei herrscht, sondern hervorragende Autoren anspruchsvolle oder doch zumindest unterhaltsame Literatur schaffen.

In der Jury sitzen viele Verlagsvertreter. Wie wird verhindert, dass der Preis einfach nur reihum geht?

Graute: Wie die erste Preisverleihung zeigt, ist das “Beste Debüt” an den Bilgerverlag, einen Schweizer Kleinverlag gegangen, von denen niemand in der Jury saß, und auch im Entscheid um das “Beste Buch” hat eher ein Outlaw gewonnen. Dieses Ergebnis spricht sicherlich für sich selbst. Unsere Jury ist zu groß und zu breit gefächert, als dass es einen Einfluss hätte, was ein Einzelner vielleicht erreichen wollen würde. Darüber hinaus bleibt die Jury nicht in jedem Jahr gleich, sondern es wird immer neuen Wind geben.

Phantastik-Preis Seraph

Erstmalig auf der Leipziger Buchmesse verliehen: der Seraph

Wie weit ist die Phantastik Akademie in Ihrer Mission nach der ersten Verleihung gekommen? Wie zufrieden waren Sie mit dem Medienecho?

Graute: Man kann immer sagen, es könnte besser sein, aber wir sind wirklich zufrieden mit unserem Ergebnis. Wir wollten viel und haben mehr als das erwartbare bekommen. Einen großen Artikel im Berliner Tagesspiegel, einer der wichtigsten Tageszeitungen Deutschlands. Berichterstattungen auf allen wichtigen Buchrelevanten Internet-Plattformen wie Börsenblatt.net, Buchmarkt, Buchmesse-Homepage und so weiter. Viel Interesse von Bloggern, Foren und auch Lokalen Szene-Plattformen rund um Leipzig und Berlin.

Was wollen Sie für den Seraph 2013 anders machen?

Graute: Es gibt Vieles, was noch besser werden kann, aber im Grunde wollen wir vor allem noch mehr machen. Dazu gehört noch mehr Presse, aber auch Seminararbeit mit Autoren und Nachwuchsautoren. Die Weichen sind bereits gestellt.

Vorschau auf Neuerscheinungen im März: Der dunkle Ruhm des Drachenkampfs

Veröffentlicht in Neue Bücher mit den Tags , , , , , , , , , , , , am 02.03.2012 von fantasyblogger
Cover von Drachenkampf

Pierre Pevel: Drachenkampf

Lange mussten die deutschsprachigen Leser von Pierre Pevel auf die Fortsetzung von “Drachenklingen” warten, doch im März erscheint sie nun bei Heyne. “Drachenkampf” setzt die Geschichte um die Klingen des Kardinals (niemand anderes als Richelieu) fort, die Frankreich gegen die schwarzen Krallen verteidigen. So wird ein weiteres Mal die Welt des 17. Jahrhunderts, die Welt der Musketiere in einem Fantasy-Roman lebendig. Doch werden hier nicht nur Degen gekreuzt und Pistolen gezückt, sondern auch Drachen und Magier in die Konflikte verwickelt. Da der gewünschte Erfolg mit Pierre Pevel wohl ausblieb, hat Heyne “Drachenkampf” (original L’Alchimiste des Ombres) gleich als Taschenbuch geplant. Der temporeiche Fantasy-Roman aus Frankreich hat 432 Seiten und kostet 9,99 Euro.

Cover von Farlander 2

Col Buchanan: Farlander - Im Auftrag der Rache

Ebenfalls bei Heyne erscheint im März die Fortsetzung von Col Buchanans “Farlander”. Da ein alter, blinder Kriegermönch sich auf dem Cover wohl nicht so gut machen würde, ist es nicht Asch, der dort zu sehen ist, sondern Serèse, die Geliebte von Nico. Doch der Untertitel von Farlander 2, Im Auftrag der Rache, bezieht sich auf den Veteranen Asch. Schließlich hat der Roschun geschworen, die Herrscherin über das Heilige Imperium zu töten. Diese hat sich mit ihrer Armee aufgemacht, um im langen Krieg gegen die Herzlande den finalen Schlag zu führen. So erwartet die Leser, die sich vom eher enttäuschenden ersten Teil nicht abschrecken lassen, also mindestens eine große Schlacht. 688 Seiten hat die Klappenbroschur-Ausgabe, für die Heyne 13,99 Euro als Preis festgesetzt hat.

Cover von Dunkler Ruhm

Sam Sykes: Dunkler Ruhm - Die Tore zur Unterwelt 2

Um eine weitere Fortsetzung handelt es sich bei “Dunkler Ruhm – Die Tore zur Unterwelt 2″ von Sam Sykes. Der amerikanische Autor hat sich für sein erstes großes Werk eine ziemlich wilde Rassenmischung überlegt, mit Anleihen an Elfen, Drachen und Dämonen. Im Mittelpunkt steht eine bunt zusammengewürfelte Söldnertruppe, die von Lenk geführt wird. Lenk hört eine Stimme in seinem Kopf, über deren Herkunft Sykes erst allmählich aufklärt. Im zweiten Teil seiner Tore zur Unterwelt müssen die Helden erfahren, dass diese Tore nicht mehr so gut gesichert sind, wie es sein sollte, und dass die Dämonen bereits einigen Einfluss errungen haben. Gemetzel und Wortgefechte dürften auch “Dunkler Ruhm” prägen. “Die Tore zur Unterwelt 2″ erscheint Ende März bei Penhaligon als Klappenbroschur, die Handlung geht über 832 Seiten und kostet 16,99 Euro.

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